BGH · II ZR 59/74 vom 01.12.1975
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Gegenüber dem Einwand der Klägerin, nach ihrem Statut und einem Aushang im Schalterraum sei Dpp weder allein noch gemeinsam mit MeppB berechtigt gewesen, sie in der von dem Beklagten behaupteten Weise zu verpflichten, hat er sich hilfsweise auf einen Schadensersatzanspruch gegen die Klägerin nach § 31 BGB berufen und behauptet, Dams habe bei ihm schuldhaft den Eindruck hervorgerufen, die Klägerin könne ihn aus dem Wechsel nicht in Anspruch nehmen; nur im Vertrauen darauf habe er es unterlassen, sich wegen seiner Forderung auf 44.000 DM gegen Jpp aus dem Diskonterlös des 150.000-DM-Wechsels zu befriedigen« Zu den "Schriftlichen Erklärungen im Schalter- und regelmäßig anfallenden laufenden Geschäftsverkehr", zu denen nach dem Aushang schon die Unterschrift von Dfp allein genügt haben würde, könnten die nach dem Vortrag des Beklagten in Betracht kommenden Verpflichtungserklärungen der Klägerin ihrem Charakter und ihrer Bedeutung nach nicht gerechnet werden. Das Berufungsgericht meint, der Beklagte müsse sich diesen Aushang entgegenhalten lassen, zu demal er ein versierter, mit allen vorkommenden Bankgeschäften vertrauter Geschäftsmann sei und der Leiter der Sparkasse ihm vorher ausdrücklich gesagt habe, er müsse anhand des Aushangs prüfen, wer für die Klägerin vertretungsberechtigt sei. gewesen, daß der Beklagte dazu auch seine Absprache alt Dams noch habe rechnen dürfen* Sie übersieht, daß "Bürgschaften und Verpflichtungen" ausdrücklich davon ausgenommen waren* Das hätte dem Beklagten bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt nicht entgehen können* Vielmehr mußte von ihm erwartet werden, daß er auch den zweiten Teil des Aushangs las* Der Umstand, daß die Klägerin in diesem Rechtsstreit die Wirksamkeit des Indossaments (vgl* dazu unten c) nicht bestritten hat, vermochte nicht den Anschein zu begründen, D^B und seien zur Abgabe von Wechselerklärungen für die Klägerin befugt und Dams könne darüber hinaus sogar mündliche Nebenabreden für sie treffen* Daß aber zusammen mit DM - wovon die Revision ausgeht - auch andere Wechsel für die Klägerin indossiert habe, hatte der Beklagte in den Tatsacheninstanzen nicht behauptet• c) Der Revision kann auch nicht darin zugestimmt werden, daß - wie sie hilfsweise geltend macht - die Klägerin das Indossament und damit auch die angeblichen Nebenabreden durch die Einlösung des Wechsels genehmigt habe* Bei dieser Hilfsbegründung geht die Revision zwar zutreffend davon aus, daß nicht nur die von dem Beklagten behauptete Vereinbarung mit USB» sondern auch das Indossament selbst unwirksam gewesen ist* Das ergibt sich gleichfalls eindeutig aus der Vertretungsregelung in Statut und Aushang* Daraus folgt aber ohne weitere, von keiner Partei vorgetragene Umstände nicht schon, daß die Klägerin mit der Wechseleinlösung stillschweigend das Indossament und damit auch etwaige Nebenabreden genehmigt haben müßte* Insbesondere über die Beweggründe, die die Klägerin zur Einlösung des Wechsels veranlaßt haben, ist nichts vorgetragen worden* d) Aus der zuvor erwähnten Unwirksamkeit des Indossaments der Klägerin ergibt sich, daß diese nicht verpflichtet gewesen wäre, die der Sparkasse nach Art* 43, 47 und 48 VG zustehenden Rückgriffsansprüche zu erfüllen* Mit Rücksicht darauf stehen ihr andererseits entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts auch die Rückgriffsansprüche aus Art* 49 WG nicht zu; denn aus dieser Vorschrift kann nur derjenige einen Anspruch herleiten, der den Wechsel "als im Wechselverband stehender Wechselschuldner” eingelöst hat (vgl. Das hat zur Folge, daB die Klägerin die von ihr als Teil der Wechselunkosten geltend gemachte eigene Rückgriffsvergütung von 146,70 DM nicht fordern kann, da diese allein in Art* 49 Nr* 4 WG eine gesetzliche Grundlage fände* Die Klage erweist sich deshalb in dieser Höhe als unbegründet und muß auf die Revision des Beklagten abgewiesen werden* e) Die übrigen von der Klägerin erhobenen Ansprüche sind dagegen gleichwohl gerechtfertigt* Sie hat sie im Wege der einfachen Abtretung von der Sparkasse erworben* Diese Abtretung ist darin zu sehen, daß die Sparkasse ihr den Wechsel mit Protesturkunde und Rückwechselrechnung ausgehändigt und ihr Konto mit dem Betrag dieser Rechnung belastet hat; denn nach den Gepflogenheiten des Wechselverkehrs geht die Absicht dessen, der sich aus einem Wechsel befriedigt hat, dahin, dem Zahlenden das Gläubiger-recht zu verschaffen, damit dieser die Rückgriffssumme gegenüber den anderen Wechselverpflichteten geltend; machen kann (vgl* auch dazu das SenUrt* BGHZ 52, 181, 184). Darin, daß die Klägerin die so erworbenen Ansprüche der Sparkasse nunmehr gegen den Beklagten geltend macht, obwohl sie sich andererseits auf die Unwirksamkeit der von D^B abgegebenen Erklärungen beruft, liegt kein widersprüchliches oder gar arglistiges Verhalten* Die Klägerin hätte auch einen Wechsel, der zunächst überhaupt nicht bei ihr durchgelaufen war, ankaufen und dann als Inhaberin die Ansprüche daraus gegen den Beklagten verfolgen können* Der Beklagte seinerseits hätte auch die Sparkasse befriedigen müssen, wenn diese sogleich gegen ihn als Aussteller Rückgriff genommen hätte* Seine Rechtsposition ist mithin dadurch, daß sich die Klägerin gegenüber der Sparkasse nicht auf die Unwirksamkeit ihres Indossaments berufen, sondern gezahlt und damit die Ansprüche der Sparkasse gegen ihn erworben hat, nicht verschlechtert worden* 2* Den von dem Beklagten hilfsweise zur Aufrechnung gestellten Schadensersatzanspruch hält das Berufungsgericht für unbegründet: Vor seiner Kontaktaufnahme mit der Klägerin habe der Beklagte eine dubiose Wechselforderung gegen den überschuldeten Kaufmann JpB gehabt* Selbst wenn Dams bei ihm schuldhaft die irrige Vorstellung hervorgerufen haben sollte, nunmehr werde auch die Klägerin für den Wechsel einstehen, sei nicht feststellbar, daß er ohne einen solchen Irrtum heute mehr haben würde, als den Wechselanspruch gegen J4PPP» Er habe zwar geltend gemacht, er würde sich, hätte er nicht auf die Gültigkeit der ihm von Dp gemachten Zusagen vertraut, aus dem Erlös des von JPPP ausgestellten, von der Klägerin indossierten und von der Sparkasse diskontierten Wechsels über 130*000 DM befriedigt haben*