BGH · II ZR 58/94 vom 11.07.1994
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Wert der Beschwer wird für die Klägerin zu 1 und den Kläger zu 2 antragsgemäß auf jeweils über 60.000,— DM festgesetzt. Gemäß § 247 Abs. 1 AktG ist der Streitwert der aktienrechtlichen Nichtigkeit- und Anfechtungsklage unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles, insbesondere der Bedeutung der Sache für die Parteien, nach billigem Ermessen zu bestimmen. Welche Umstände im jeweiligen Fall entscheidungsrelevant sind und welche Bedeutung die Sache für die Parteien hat, hängt in entscheidendem Maße von Inhalt und Gegenstand des Hauptversammlungsbeschlusses ab, dessen Nichtigkeit geklärt werden soll. Nach ihnen bemessen sich im wesentlichen die wirtschaftlichen und gesellschaftsrechtlichen Auswirkungen, die eine Nichtigkeit des Hauptversammlungsbeschlusses für den anfechtenden Aktionär und die verklagte Gesellschaft sowie Art und Zahl der geltend gemachten Anfechtungsgründe sind demnach nicht geeignet, den Streitwert zu beeinflussen (vgl. Im vorliegenden Falle streben die Kläger die Nichtigkeit des Beschlusses der Hauptversammlung der Beklagten an, durch den am 18. Mai 1989 dem Beherrschungsund Gewinnabführungsvertrag zugestimmt worden ist, den die Beklagte und die R^P 4P Deutschland GmbH & Co. oHG am 5. Für die Bemessung des Streitwertes für dieses Verfahren sind die wirtschaftlichen Auswirkungen maßgebend, die eine Entscheidung über die Nichtigkeit dieses Beschlusses für beide Parteien hat, nicht aber Art und Anzahl der Gründe, die für diese Nichtigkeit angeführt werden. Demzufolge ist für die Bemessung des Streitwertes und der Beschwer auch unerheblich, daß die Kläger ihre Anfechtungsklage nach Zurückverweisung des Verfahrens an das Berufungsgericht durch Urteil des Senats vom 5.