BGH · II ZR 54/72 vom 21.05.1973
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
November 1969 fochten die Kläger ihre Erklärungen ln dem Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung über das Alter des Schiffes an und verlangten die Rückzahlung der auf den Kaufpreis geleisteten Anzahlung gegen Rückgabe des Schiffes. Am 21« November 1970 beglich die Käuferin den Kaufpreis« An demselben Tag übergab ihr die Beklagte das Schiff, das sie durch ihren Ehemann wieder in ihren Besitz, gebracht hatte« Die Kläger halten die Vollstreckung aus der Urkunde Uber den Kaufvertrag, insbesondere wegen der von ihnen erklärten Anfechtung für unzulässig« Sie haben beantragt, die Zwangsvollstreckung aus der vollstreckbaren Urkunde des Notars Dr. Gerhard Bflfe - UR-Nr. tfB/69 * vom 26« Februar 1969 für unzulässig zu erklären« Das angefochtene Urteil hält im Ergebnis der rechtlichen Nachprüfung stand« Dabei kann offenbleiben, ob die Kläger wegen der behaupteten - vom Landgericht auch bejahten - arglistigen Täuschung wirksam den notariellen Vertrag vom 26« Februar 1969 anfechten, die Rückgängigmachung des Kaufes (Wandelung) verlangen oder von dem Vertrag zurücktreten konnten« Ebenso kann unerörtert bleiben, ob die Parteien, wie das Berufungsgericht annimmt, den Vertrag stillschweigend aufgelöst haben« Auch wenn man das alles zugunsten der Beklagten verneint, ist die Klage dennoch begründet, veil die Kläger zu demindest deshalb die Leistling des Kaufpreises verweigern können, weil sich die Beklagte die Erfüllung des Kaufvertrages nachträglich unmöglich gemacht hat* Das folgt aus den von der Revision nicht angegriffenen Feststellungen des Berufungsgerichts, die Beklagte habe das den Klägern verkaufte Schiff ohne deren Wissen durch ihren Ehemann wieder in Besitz genommen und an einen anderen Käufer übereignet« Diese VeräuBerung begründet das Unvermögen der Beklagten zur Übereignung des Schiffes an die Kläger und damit zur Erfüllung des Kaufvertrages« Die Revision meint zwar, ”es lasse sich denken”, daB die Beklagte dafür vorgesorgt habe, das Schiff den Klägern übereignen zu können, sobald diese ihrerseits den Kaufvertrag erfüllten« Dieser Hinweis hilft der Beklagten aber nicht« Wenn sich der Verkäufer einer Sache zu deren Leistung durch anderweiten Verkauf außerstande setzt, so muß sein Unvermögen zur Leistung angenommen werden, solange er nicht behauptet und beweist, daß er zur Erfüllung durch Wiedererwerb der Sache willens und in der Lage ist (BGB RGRK 11. Das hat die Beklagte nicht getan« Ihr danach anzunehmendes Unvermögen zur Erfüllung des Kaufvertrages steht hinsichtlich der Rechtsfolgen einer nachträglichen Unmöglichkeit ihrer Leistung gleich (§ 275 Abs« 2 BGB). Wenn dem Verkäufer die Erfüllung des Vertrages aus einem von ihm zu vertretenden Grunde unmöglich wird, kann der Käufer nach § 325 BGB zurücktreten, Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen oder die Rechte aus § 323 BGB, also insbesondere geltend machen, daß er von der von ihm zu erbringenden Gegenleistung freigeworden sei« Dem Vortrag der Kläger ist zwar nicht zu entnehmen, daß sie Danach erweist sich die Vollstreckungsgegenklage zu demindest aus dem vorstehend dargelegten Grunde als gerechtfertigt, so daß es weder auf die Bedenken der Revision gegen die Annahme des Berufungsgerichts ankommt, die Parteien hätten den Kaufvertrag einverständlich