BGH · II ZR 34/58
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
einen von der WehrmachtZentralkasse für Kriegslieferungen am 14o April 1945 ausgestellten und auf die Peutsche Reichsbank Berlin gezogenen Verrechnungsscheck über 956 243?87 Pie Firma FflHP hat ihre Ansprüche aus der Einreichung des Schecks gegen die Beklagte an den Kläger abgetreten, Per Kläger und seine Ehefrau haben ihren Wohnsitz vor dem 21. Er hält die Rückbelastung für unzulässig und ist der Ansicht, der Scheck habe bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt der Reichsbank noch vorgelegt werden können? Pie Beklagte hat Klagabweisung beantragt und geltend gemacht;, daß die Firma FflHP ihren Sitz am 21o Juni 1948 nicht im Währungsgebiet gehabt habe* Sie hat bestritten* daß die Vorlegung bei der Reichsbank infolge ihres Verschuldens unterblieben sei* Landgerichts hat die Firma Flughof am 21* Juni 1948 ihren Sitz im Sinne des § 6 der 35* RVO zu dem.UmstG im Währungsgebiet gehabt* weil ihr per-sönlich haftender Gesellschafter und die Kommanditistin ihren Wohnsitz bereits vorher in das Währungsgebiet verlegt hatten. 42 Abs„2 AGB für zulässig* Es verneint ein Verschulden der Beklagten bei der Einziehung des Verrechnungsschecks* das einer Berufung auf die Rückbelastung entgegenstehen könnte, Rie Rüge der Revision* das 1,; r Landgericht habe zu Unrecht ein Orgänisationsverschulden der Beklagen dem festgestellten Sachverhalt nicht entnommen* kann keinen Erfolg haben, Rie Frage* welche Anforderungen an die Erfüllung der Sorgfaltspflicht durch die Beklagte bei der Einziehung eines Schecks am 20, und 21, April 1945 in Berlin zu stellen sind*.liegt im wesentlichen auf tatsächlichem Gebiet, Ein Rechtsirrtum des T .-' Landgerichts ist nicht erkennbar* wenn.es aus den besonderen Verhältnissen dieser Tage schließt* der Scheck sei ohne Verschulden der Beklagten nicht mehr eingelöst worden, Rie mit der Einziehung ■eines Schecks in den Tagen vor dem Zusammenbruch beauftragte den Fall nicht zutreffend angewehdet habe«, Die Revision meint* daß es nach der Lage am 20, April 1945 in Berlin für die Beklagte bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt geboten gewesen sei* den Scheck* statt ihn an die Zentrale ins Stadtinnere zu geben, bei den noch nicht in gleicher Weise gefährdeten Reichsbankstellen in den westlichen Stadtteilen vorzulegen«, Jedoch hat das V \ Landgericht mit Recht in der Weitergabe des Schecks an die Zentrale der Beklagten in der Behrenstraße kein Verschulden gesehen. Reichsbank*« bei der die Beklagte' ein Girokonto hatte* die gegebene Stelle für die Einlösung des Schecks, Es bedeutet keine Verletzung der Sorgfaltspflicht durch die Beklagte* wenn ihre Depositenkasse nicht noch am 20«, April 1945 das Scheckeinlösungsverfahren in Berlin geändert und die Errichtung eines Girokontos für sie bei einer Reichsbank* • stelle in den westlichen* angeblich weniger gefährdeten Stadtteilen 'betrieben hat, um dort die bei ihr eingehenden Reichs Bankschecks einzulöseno Eine solche Aufgabe des gesamten bisher innerhalb Berlins geübten Scheckabrechnungsund Einlösungsverfahrens konnte nicht in letzter Minute im Hinblick auf die etwa eingetretene verschieden große Gefährdung der einzelnen Stadtteile durchgeführt werdeno .Es kann auch der Revision nicht gefolgt werden* wenn sie meint* daß die Beklagte schon vorher für die Anlegung von Konten bei den einzelnen Reichsbankstellen in den verschiedenen Stadtteilen hätte sorgen müssen* da nicht vorauszu-s.ehen war* ob und wo sich eine solche Maßnahme infolge von Kämpfen innerhalb der Stadt* die einen Geschäftsverkehr in einzelnen Stadtteilen noch zuliessen* als notwendig erweisen würdeo Die Revision will sodann ein Verschulden der Beklagten daraus herlei-ten* daß sie den Scheck am 20« April 1945? nachdem die Mittagsabrechnung bei der Reichsbank wegen Luftalarms unterblieben war* nicht gesondert zur Reichsbank geschafft hato .Rach den Feststellungen des Landgerichts .z*. ist der Scheck in den Rachmittagsstunden des 20« April 1945 zur Zentrale der Beklagten gekommen* nachdem am Vormittag von 9 Uhr 27 Min0 bis 12 Uhr Luftalarm gewesen war, Wenn das . Landgericht ; ■• wegen des gestörten Arbeitsganges an diesem Tage, an dem bereits die übliche, zweite Abrechnung und die vollständige Vorbereitung der Frühabrechgung des folgenden Tages unmöglich gewesen war* unter Berücksichtigung der allgemeinen Kriegsverhältnisse (Zerstörungen* Personalmangel) zu dem Ergebnis gekommen ist* daß eine Verletzung der nach den obwaltenden Umständen im Verkehr erforderlichen Sorgfalt nicht vorliege* so kann dies nicht als rechtlich unzutreffend bezeichnet werden« Die besondere Vorlegung des erst am 20« April nachmittags eingegangenen Schecks noch an diesem Tage konnte angesichts der Stauung* die durch die Arbeitsunterbrechung am Vormittag eingetreten war* vom ; Landgericht-- ' - als nicht zu demutbar betrachtet als eine mit dem bereits gestörten Geschäftsgang nicht verträgliche und auch bei der wachsenden Gefährdung des weiteren Betriebes nicht zu demutbare Maßnahme betrachtet werden» war nur ein kleiner Teil der Belegschaft zur Bank gekommen und der Geschäftsbetrieb so gestört daß selbst bei Öffnung der Tresore die rechtzeitige Abrechnung mit der Reichsbank, die noch nicht vollständig am Vortag vorbereitet worden war und von Boten besorgt werden mußte?