BGH · II ZR 17/55 vom 09.04.1956
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April 1956 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br* Canter und* der Bundesrichter Br.Fischer Br* Kuhn, Br. Winkelmann und Br. Haager für Recht erkanntt Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des 7« Zivilsenats des Oberiandesgerichts in Büsseldorf vom 24* November 1954 aufgehoben« Juli 1951 eine entsprechende Eintragung im Handelsregister, in der sie auch festlegten, daß der noch minderjährige Beklagte bis zu dem Eintritt seiner Volljährigkeit nicht zur Vertretung der Firma berechtigt sein sollte, während die beiden Kläger Einzelvertretungsbefugnis erhielten.. Mit der Klage begehren die Kläger die Feststellung, daß sie berechtigt sind, jederzeit die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft zu verlangenc Der Beklagte bezweifelt das rechtliche Interesse der Kläger an einer alsbaldigen Feststellung des von ihren in Anspruch genommenen Auseinandersetzungsanspruchs, Er weist darauf hin, daß die Kläger.die Möglichkeit hätten im Wege der Leistungsklage die Auseinandersetzung zu verlangen* Im übrigen meint er, daß die aim 31« Juli 1951 getroffene Vereinbarung eine Auseinandersetzung bis zu dem Eintritt seiner - des Beklagten - Volljährigkeit ausschließe. Diesen Entscheidungen liegt die Erwägung zugrunde, daß ein an sich schutzwertes Interesse der beklagten Partei, nicht mit überflüssigen Feststellungsprozessen überzogen zu werden, dann nicht angenommen werden könne, wenn die zwischen den Parteien aufgetretenen Streitpunkte ihrem Inhalt nach einer gerichtlichen Entscheidung bedürfen und das gewählte Feststellungsverfahren im Unterschied zu dem auch möglichen Leistungsprozeß für die gerichtliche Klärung dieser Streitpunkte das einfachere und billigere und damit prozeßwirtschaftlich sinnvollere Verfahren ist. dem dasjenige, das die erforderliche und abschließende Klärung aller zwischen den Parteien bestehenden Streitpunkte auf die einfachste Art ermöglicht, Pa die Kläger im vorliegenden Pall an Stelle der von ihnen gewählten Peststellungsklage eine entsprechende Leistungsklage auf Vornahme oder Zustimmung einer Auseinandersetzung der von den Klägern angenommenen Erbengemeinschaft nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften erheben können, erhebt sich für die Zulässigkeit der Peststellungsklage die Präge, ob auch hier die für die vorstehend genannten Entscheidungen maßgeblichen Erwägungen zutreffen.. Die Kläger erstreben nach ihrem eigenen Vortrag in erster Linie eine gesellschaftsvertragliche Regelung, und zwar derart, daß im Wege der erbrechtlichen Auseinandersetzung zwischen den Parteien ein Gesellschaftsvertrag geschlossen wird, durch den die Kläger die Stellung von persönlich haftenden Gesellschaftern, der Beklagte die Stellung eines Kommanditisten oder eines stillen Gesellschafters erhalten. räumen sie selbst ein, daß eine Auseinandersetzung der von ihnen angenommenen Erbengemeinschaft nach den gesetzlichen Vorschriften, vor allem eine Zerschlagung des gesunden und gut fundierten Unternehmens, aus wirtschaftlichen und steuerlichen Gründen nicht in Betracht gezogen werden sollte.-. Bei dieser Sachlage soll also das vorliegende Peststellungsverfahren ersichtlich dem Zweck dienen, eine Regelung der Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien herbei-suführen,, auf die die Kläger einen gesetzlichen Anspruch nicht haben, und die offenbar eine SchlechterStellung des Beklagten gegenüber den Klägern bedeuten würde. Es ist bei einer objektiven Beurteilung in keiner Weise ersichtlich, daß es den Klägern gelingen wird, über das vorliegende Peststellungsverfahren eine abschließende Klärung der zwischen den Parteien bestehenden Streitpunkte, nämlich die gebotene vertragliche (gesellschaftsrechtliche) Regelung der zwischen den Parteien bestehenden Rechtsbeziehungen, herbeizuführenc Mag es ihnen auf diesem Wege unter Umständen vielleicht möglich sein, den bisherigen Widerstand der Mutter des Beklagten (seiner gesetzlichen Vertreterin) gegen die von den Klägern gewünschte gesellschaftsver-tragliche Regelung zu brechen, so bleibt doch die Notwendigkeit einer Mitwirkung des Vormundschaftsgerichts an dem Abschluß eines solchen GeseilschaftsVertrages (BGHZ 17, 160)c Und dieses wird sich bei der ihm obliegenden Wahrung der Mündelinteressen von dem Vorliegen des von den Klagern jetzt begehrten PestStellungsurteils nicht wesentlich .beeindrucken lassen* Es läßt sich also in keiner Weise erkennen, in welcher Hinsicht das vorliegende Verfahren dazu dienen sollte, den zwischen den Parteien bestehenden Streitstoff einer einfacheren und abschließenden Regelung zuzuführen* Von einem gesunden prozeß-v/irtschaftliehen Standpunkt aus läßt sich also das Vorgehen der Kläger nicht rechtfertigeno Hinzu kommt ab er/• e in weit er e s« Sollt en die Kläger trotz ihres bisherigen Vortrages tatsächlich die Absicht haben, bei einem Scheitern weiterer, auf den Abschluß eines Gesellsöhäftsvertrages gerichteter Verhandlungen die Auseinandersetzung des Firmenvermögens (Hach-laßvermögens) nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen zu betreiben, dann wird sich bei den hier gegebenen Verhältnissen ein weiterer Rechtsstreit zwischen den Parteien schlechterdings nicht vermeiden lassen* Bas würde also bedeuten, daß der Beklagte völlig Uberflüssigerweise mit zwei auf dasselbe Ziel gerichteten Verfahren überzogen und bei dem nicht unerheblichen Streitwert mit dem doppelten Risiko der Verfahrenskosten belastet v/erden würde = Auch läßt sich im vorliegenden Fall, in dem die Kläger nach ihrem eigenen Vortrag zur Zeit ja selbst noch nicht die gesetzliche Auseinandersetzung herbeiführen wollen,, noch gar nicht die hier jedenfalls aufzuwerfende Rechtsfrage beantworten,. ob sich das Verlangen auf gesetzliche Auseinandersetzung gemäß § 2042 BGB bei den gegebenen Verhältnissen als ein Rechtsmißbrauch darsteilt (vgl dazu Stau-dinger-Lehmann Komm BGB 11c Aufl § 2042 Bern 16 m<,WcNachWo) * Die Beantv/ortung dieser Frage wird, abgesehen von dem für die Auseinandersetzung gewählten Zeitpunkt und den für das Auseinandersetzungsverlangen maßgeblichen Motiven, auch davon abhängen«, welchen Teilungsplan die Kläger bei der von Nach alldem ergibt sich, daß im vorliegenden Fall nicht davon gesprochen werden kann, daß die Kläger ein schutzwertes rechtliches Interesse an einer alsbaldigen Feststellung ihres Auseinandersetzungsanspruchs nach den gesetzlichen Vorschriften haben* Es ist daher auf die Revision des Beklagten das Berufungsurteil aufzuheben und die Berufung der Kläger gegen das Urteil des Landgerichts zur ii ckzuwe i s en *