BGH · II ZR 329/56 vom 21.04.1958
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April 1958 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br. Nastelski und der Bundesrichter Br. Haidinger, Br. Pischer, Liesecke und Br. Reinicke für Recht erkannte Bie Revision gegen das Urteil des 3. Die Zahlung einer höheren Prämie für den Handel und Vertrieb von Propangas lehnte er mit Bücksicht darauf ah, daß er hierfür auf Grund eines von dem Hersteller des Propangases mit der Versieherungs-AG» abgeschlossenen Haftpflichtver-oicherungsvErtrages bereits subsidiären Versicherungsschutz genießtc Ir meint aber, daß ihm für den Schadensfall vom 10» August 1953 die Beklagte nach der bei ihr genommenen Versicherung primären Versicherungsschutz zu gewähren habe» Der Streit der Parteien geht jetzt nur noch um die vom Berufungsgericht bejahte Anwendbarkeit der angeführten Ausschlußklausel» Dem Berufungsgericht ist im Ergebnis beizutreten» Der Kaftpflichtschaden, für den der Kläger Versicherungsschutz begehrt, ist durch die Exposion und den Brand des aus dem Behälter ausgeströmten Propangases entstanden« Die genannte Ausschlußklausel greift hiernach ein, wenn dieses Propangas nicht gemäß den behördlichen Vorschriften behandelt worden ist und wenn die Explosion mit dem anschließenden Brand hierdurch adäouat verursacht \vor-\ * bedarf keiner Erörterung, weil nach den rechtlich bedenkenfreien Ausführungen des Berufungsgerichts jedenfalls auch dem Kläger selbst ein solcher Verstoß insofern cur Last fällt» als er sich entgegen Ziff.7 dieser Richtlinien nicht persönlich als verantwortlicher Inhaber der Pi’opangasvertriebsstelle von der Ordnungsmäßigkeit der Anlage überzeugt hat« Hiergegen erhebt auch die*Revision keine Einwendungen« Sie meint nur, die unrichtige Aufstellung und Anschließung des Gasbehälters könne nicht als eine vorschriftswidrige Behandlung des Gases selbst angesehen werden und hierauf komme es nach der Ausschlußklausel allein an« Unter einem "Behandeln" feuergefährlicher Stoffe sei nach dem Sprachgebrauch nur eine Einwirkung auf diese selbst, nicht aber die Handhabung mit ihren Behältnissen au verstehen, Las gelte zu demal bei Propangasflaschen, deren Aufstellung und Anschließung ein einfacher, auch von Laien leicht ausführbarer Vorgang sei, bei dem keine Einwirkung auf das Gas selbst erfolge. erfolgt ist» Hierbei ist es aber unerheblich, oh die erhöhte Gefährdung durch eine Einwirkung auf den feuergefährlichen Stoff selbst oder durch eine vorschriftswidrige Behandlung des mit ihn gefüllten 3chalters herbeigeführt wird» wie schon die hier maßgebenden behördlichen Richtlinien für die Sicherheit bei der Behandlung von Propangas zeigen, liegen bei ihm die Gefahren nicht so sehr in einer’ falschen Einwirkung auf das Gas selbst, die ja auch nach der Beendigung der Produktion kaum mehr möglich ist, als vielmehr in einer unsachgemäßen Behandlung der gefüllten Gasbehälter» Deshalb befassen sich die weitaus meisten Sicherheitsvorschriften gerade hiermit.. 2r) Die Revision zieht aber auch zu Unrecht den adäquat ursächlichen Zusammenhang zwischen der vorschriftswidrigen Aufstellung des Gasbehälters und dem entstandenen Schadensfall in Zweifel« Sie meint, die Sicherheitsvorschrift, wonach bei der Aufstellung von Gasbehältern der hier benutzten Art von Öfen ein Ilindcctabstand von 2 m einsuhalten ist, bezwecke lediglich, Cie Gasbehälter vor Erwärmung und einen dadurch verursachten Druckanstieg zu sichern. gebrochene Brand in keinem Zusammenhang, denn das Gas sei nicht infolge einer Erwärmung der Flasche, sondern wegen ihrer unrichtigen Behandlung durch den Lehrling B^P oder wegen eines technischen ISangels an der Flasche ausgeströnt und hätte auch bei Einhaltung des vorgeschriebenen Abstands zu den gleichen Folgen geführte Hierbei übersieht die Revision, daß nach den rechtlich bedenkenfreien Feststellungen des Berufungsgerichts wegen der in der Wohnküche vorhandenen räumlichen Verhältnisse die Einhaltung des llindsstabstandes von 2 m nicht möglich war und daß deshalb der Gasbehälter und der dann aus gewechselte Brsatz-behälter in diesem Raum überhaupt nicht hätte aufgestellt werden dürfen«, Hätte der Kläger das beachtet und, wie es seine Pflicht war, unter diesen Umständen die Aufstellung des Gasbehälters in der Küche überhaupt unterbunden, so hätte sich das aus strömende Gas auch nicht an dem Feuer in dem danebenstehenden Ofen entzünden können«. Bei Beachtung der oicherheitsvorschriften hätte entweder die Pro-pangasanloge überhaupt nicht installiert werden können oder aber der Gasbehälter hätte in einem anderen Raum aufgestellt und durch eine Leitung mit dem Herd verbunden werden müssen« Im ersteren Füll hätte es überhaupt nicht zu dem Brand kommen können«, Für den zuletzt genannten Fall aber greift die Erwägung des Berufungsgerichts ein, daß dann das ausströmende Gas leicht hätte unter Kontrolle gehalten und unschädlich gemacht werden können«, Biese Erwägungen, zu deren Überprüfung es nicht der Hinzuziehung eines Sachverständigen bedurfte, entbehren entgegen der Auffassung der Revision um so weniger einer tatsächlichen Grundlage, als es hier unstreitig dadurch zu der Explosion kam, daB bereits die nach Lage der Sache nur verhältnismäßig geringe Gasaenge, die ausgeströmt war, bevor der Lehrling die Öffnung der Flasche zuhielt, genügte, um sich an dem Feuer des unmittelbar danebenstehenden Ofens zu entzünden (Bl* 7, 9, 34 StrafA)* Jedenfalls aber kann bei dieser Sachlage nicht zweifelhaft sein, daß der den XLäger zur Last fallende Verstoß gegen die behördlichen Sicherheitsvorschriften eine adäquate Lrfolgsbe-dingunj war?