BGH · II ZR 313/53 vom 23.06.1955
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Die Beklagten sind die Erben des während des Hechtsstreits verstorbenen Faul Dieser war Inhaber einer Kupferschmiede und eines technischen Betriebes in Der Kläger war bis Ende 1950 Angestellter der Landesregierung in Schleswig-Holstein» Da seine Beschäftigungsbehörde damals in absehbarer Zeit ihren Sitz von Hamburg nach Kiel verlegen sollte und der Kläger aus persönlichen Gründen nur ungern aus E(BH^ fortziehen wollte, faßte er in der zweiten Hälfte des Jahres 1950 den Plan, sich selbständig zu machen» Er trat deshalb in Verhandlungen mit wol:)ei von beiden die Gründung einer offenen Handelsgesellschaft unter Eintritt des Klägers in das Unternehmen des WfllBP in Aussicht genommen wurde» Dabei sollte seinen Be- Januar 1951 bis zu dem 30« Juni 1951 unter der Firma des UH) abgeschlossen sind, und Mitteilung darüber, welche Gewinne in der angegebenen Zeit erzielt worden sind« Er ist der Meinung, daß das Rechtsverhältnis zwischen ihm und W^HH^ während dieser Zeit eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gewesen und dfe er zur Hälfte an den damals erzielten Gewinnen beteiligt seif^ Bei den Verhandlungen zwischen ihm und seien sich nämlich beide völlig darüber einig gewesen, daß er zu 50 # am Gewinn und Verlust der gemeinsamen Tätigkeit habe beteiligt sein und daß er unbeschadet der Tatsache', daß ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag noch nicht habe abgeschlossen werden können, am 1« Januar 1951 auf dieser Basis bei der Firma tato® mit arbeiten sollen« Auf der Gnm$- vom 15« Januar 1952 - also nachdem sich die beiden schon wie1 der getrennt hatten - diese Auffassung auch schriftlich mit den Worten bestätigt: "Ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß alle Abmachungen, die wir mündlich getroffen ha-, ben, von der Grundlage ausgingen, daß Du mein Teilhaber warst«" Demgegenüber könne dem vom Kläger abgefaßten und im Februar 1951 überreichten Vertragsentwurf keine rechtliche . I« Die Revision wendet sich mit einer Reihe von prozessualen Rügen gegen die Annahme des Berufungsgerichts, daß nach dein Ergebnis der Bev/ei sauf nähme davon ausgegangen werden müsse, daß zwischen dem Kläger und in der Zeit vom 1. Das Berufungsgericht habe sich nämlich insoweit * gar nicht mit den Bedenken befaßt, die zu dem Nichtabschluß des schriftlichen Ge seil Schafts Vertrages geführt hätten und •£■ die in gleicher Weise gegen den Abschluß eines mündlichen .*• Gesellschaftsvertrages sprächen. Bei diesem Angriff übersieht die Revision, daß gerade die Annahme einer bürgerlichrechtlichen Gesellschaft in Form einer Innengesellschaft, wie sie den festStellungen und Ausführungen des Berufungsgerichts zugrunde liegt, den aufgetretenen und damals noch nicht voll geklärten Bedenken gegen den Abschluß eines schriftlichen Gesellschaftsvertrages voll Rechnung trägt. Vielmehr handelte es sich bei der hier in Betracht kommenden Regelung um eine solche vorübergehenden Charakters, deren Bauer davon abhängig war, ob sich die Beteiligten über den Abschluß eines Vertrages zur Errichtung einer offenen Handelsgesellschaft einigen würden oder nicht Bei dieser Sachlage kann entgegen der Meinung der Revision nicht gesagt werden, daß die Umstände, die seinerzeit den . Abschluß eines endgültigen Vertrages zur Errichtung einer offenen Handelsgesellschaft noch nicht ermöglichten, in erhöhtem Maße gegen das Zustandekommen des vom Berufungsgericht angenommenen Gesellschaftsvertrages sprächen. Aus alledem ergibt sich, daß die Erwägungen, die die Revision in diesem Zusammenhang gegen die Auffassung des Berufungsgerichts vorbringt, nicht gegen, sondern für diese Auffassung sprechen, so daß auch nicht gesagt werden kann, daß das Berufungsgericht insoweit wesentlichen Auslegungsstoff zu lasten der Beklagten unberücksichtigt gelassen habe. 2.) Weiter wendet sich die Revision gegen die Annahme des Berufungsgerichts, daß die Beklagten die Beweislast dafür treffe, daß die Beteiligten eine von 5 722 BGB abweichende Regelung über die Gewinnbeteiligung getroffen hätten«, Auch dieses Bedenken ist unbegründet« Denn das Berufungsgericht hat auf Grund der Beweisaufnahme festgestellt, daß der Kläger und WflHIP die hälftige Beteiligung eines jeden am Gewinn und Verlust vereinbart haben, so daß es schon aus diesem Grunde auf die nur beiläufige Bemerkung des Berufungsgerichts über die Beweislast angesichts der Bestimmung des § 722 BGB nicht ankommt. 1.) In diesem Zusammenhang meint die Revision zunächst daß die nach den Pest Stellungen des Berufungsgerichts von den Parteien beabsichtigte Errichtung einer offenen Handels gesellschaft aus Rechtsgründen nicht möglich gewesen sei, weil es sich nach dem Vortrag der Beklagten bei dem Unternehmen des um einen Handwerksbetrieb gehandelt haba und weil insoweit nach der in den Jahren 1950 und 1951 gegebenen Rechtslage also nicht der gemeinsame Betrieb eines kaufmännischen Unternehmens in Aussicht genommen gewesen sei. Auf diese Erwägungen der Revision braucht nicht näher eingegangen zu werden, weil nach dem unwidersprochen gebliebenen Vortrag des Klägers dieser und damals beab- Diese Darlegungen der Revision sind deshalb unzutreffend, weil das Berufungsgericht lediglich angenommen hat, daß die Beklagten fUr die beabsichtigte Errichtung einer offenen Handelsgesellschaft den Abschluß eines schriftlichen Vertrages ins Auge gefaßt hatten. Bei dieser Sachlage war das Berufungsgericht durch die Vorschrift des § 154 Abs 2 BGB nicht an der Annahme gehindert, daß die Beteiligten als Übergangsregelung zunächst einen anderen Vertrag mündlich geschlossen haben« Denn die Auffassung des Berufungsgerichts geht nämlich gerade nicht dahin, daß die Beteiligten trotz ihrer übereinstimmenden Absicht, den von ihnen vorgesehenen Vertrag zur Errichtung einer offenen Handelsgesellschaft schriftlich abzuschließen, diesen Vertrag mündlich abgeschlossen hätten, 3o) Die Revision rügt weiterhin eine Verletzung des § 154 Abs 1 BGB« Nach den Feststellungen des Berufungsge^ richts hätten sich die Beteiligten bei ihren Verhandlungen über die Errichtung einer offenen Handelsgesellschaft noch nicht Uber alle für sie wesentliche Funkte geeinigt gehabt» Bei dieser Sachlage hätte das Berufungsgericht dieser Feststellung nicht ohne eine Verletzung des § 154 Abs 1 BGB durch die Annahme einer bürgerlichrechtlichen Gesellschaft ausweichen können» Bei diesen Ausführungen läßt die Revision unberücksichtigt, daß die Auffassung des Berufungsgerichts von dem Abschluß einer bürgerli ehre ch’t liehen Gesellschaft in Form einer Innengesellschaft gerade in sachgerechter Weise berücksichtigt, daß sich die Beteiligten noch nicht über die Bewertung des Unternehmens des Westphal und Uber die Alters-?. Diese Verpflichtungen hätten aber im Hinblick auf die fehlende Bewertung des eingebrachten Ka pitals der näheren Festlegung bedurft« Diese Darlegungen sind jedenfalls für eine Innengesellschaft, bei der das Unternehmen des einen Gesellschafters nicht in die Gesellschaft eingebracht wird und demzufolge im Alleineigentum dieses Gesellschafters verbleibt, unzutreffend« Wenn die Revision weiterhin beanstandet, das Berufungsgericht lasse für seine Auffassung, daß die Gesellschaft zu dem 50. Juni 1951 aufgelöst worden sei, jede Begründung vermissen, so ist auch damit das Berufungsurteil nicht zu erschüttern« Denn mit der Kündigung des Gesellschaftsverhältnisses durch den Kläger zu dem angegebenen Zeitpunkt war wie zwischen den Parteien nicht streitig ist, einverstanden gewesen, so daß es nicht darauf ankommt, ob der Kläger nach dem Inhalt des GesellschaftsVertrages zur Kündigung berechtigt gewesen war» Des weiteren läßt sich gegen die Annahme des Berufungsgerichts, daß das Gesellschaftsverhältnis zu dem 30« Juni 1951 aufgelöst worden sei, auch nicht deshalb etwas .einwenden, weil WflP zur Aufstellung einer Bilanz per 30« Juni 1951 nicht verpflichtet gewesen, sei« Denn wenn sich Westphal mit der Auflösung der Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt einverstanden erklärt hat und wenn der Kläger für die Zeit des Bestehens der Gesellschaft einen Anspruch auf 50 #ige Gewinnbeteiligung hatte, dann folgt daraus auch ohne weiteres die Rechtspflicht des Westphal und jetzt seiner Erben, auf den Stichtag der Auflösung eine Bilanz zu dem Zwecke der Gewinnermittlung und Gewinnbeteiligung aufzustellen« Die se Rechtspflicht ergibt sich aus der Verpflichtung der Ge-