BGH · II ZR 299/51 vom 05.07.1952
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und WHHHI sind der Ansicht, dass ihnen die Hälfte davon (41*997,50 ELI) auf Grund des Vertrages vom 30« IToveuher 1949 zustande« Sie haben den Anspruch hierauf der Klägerin abgetreten. 2«) dieser Termin vor anderen Richtern stattgefunden habe als denen, die die schriftliche Entscheidung füllten und 3«) das Einverständnis des Beklagten unwirksam sei, da sein Vorbehalt, auf die Berufungs-beantwortung binnen 4 Rochen nach ihrem Eingang zu erwidern, keine Rücksicht darauf genommen habe, ob der notwendige Tatsachenstoff innerhalb dieser Frist habe vorgebracht werden können, und darum einen unzulässigen generellen Verzicht auf mündliche Verhandlung enthalte« Diese Angriffe sind unberechtigt« 1«) Es ist unrichtig, dass bereits im Termin vom 4* Juli 1951 Urteil hätte ergehen können« Die Berufung war schriftsützlich noch nicht beantwortet und beide Parteien wünschten, sich noch zu erklären« Dem dienten die beiderseits gemachten Vorbehalte, sich in bestimmter Frist zu äussern« Die Annahme der Revision, die Sache sei bereits im Termin voll verhandelt gewesen, .trifft nicht zuj die Parteivertreter haben die Anträge gerade nicht verlesen, sondern sich darauf beschränkt, schrift- Bie Sache eignet sich nicht für das Bestreben der Revision, der Handhabung beim .Berufungsgericht., das mündliche Verfahren nahezu regelmässig durch das schriftliche zu ersetzen, entgegenzuwirken» Da es den Partei-vertretern freisteht, ob sie der gerichtlichen Anregung, sich mit einer Entscheidung ohne mündliche Verhandlung einverstanden zu erklären, entsprechen wollen oder nicht, kann, wenn sie dieses Einverständnis erklärt haben, nicht geltend gemacht werden, das wäre besser unterblieben, weil die Sachentscheidung mehr durch mündliche Verhandlung hätte gefördert werden können und der mit dem Übergang zu dem schriftlichen Verfahren erstrebte Beschleunigungszweck nicht einmal erreicht worden sei* 2*) Bas Reichsgericht (Bd 132, 336) hat den Standpunkt vertreten, dass im Palle des § 251 a ZPO ein Richterwechsel dann nicht unzulässig ist, wenn sich der Inhalt der früheren Verhandlung entweder aus den Schriftsätzen der Parteien erkennen lässt oder die Verhandlungsniederschrift ein Bild des damaligen Streitstandes gibt* Sind die Parteien in oder nach mündlicher Verhandlung damit einverstanden, dass das Gericht eine Entscheidung ohne (weitere) mündliche Verhandlung trifft (§ 128 Abs 2 ZPO), ein Sichterwechsel gleichfalls unschädlich«, Ba das Urteil Pie Revision kann auoh nicht damit durchdringen, dass die Binverstündniserklärung ohne Rücksicht auf Umfang und Bedeutung des noch vorzutrugenden Stoffes abgegeben worden sei® In der Rand des Prozessbevoll-mächtigten des Beklagten lag nicht nur, ob er sich überhaupt auf den Übergang vom mündlichen zu dem schriftlichen Verfahren einlassen, sondern auch, wann er den schriftsUtzlichen Vortrag als abgeschlossen angesehen wissen wollte® Bemass der Prozessbevollraachtigte des Beklagten die zu schriftsUtzlichem Vortrag benötigte Frist zu kurz, so mag gegen ihn ein Vorwurf berechtigt ' sein5 das gerichtliche Verfahren hielt sich im Rahmen des zulässigen undijiach freiem Ermessen erklärten Einverständnisses und war darum nicht unzulässig« Im * übrigen hat sich der Beklagte in einem* 21 Seiten langen Schriftsatz auf die Berufungsbeantwortung geäussert und 10 Biatt Anlagen beigefügt, und die Revision hat nicht geltend gemacht, dass die vorbehaltene Erklärungsfrist zu dem vollständigen Eatsachenvortrag nicht ausgereicht habe« Die Sache eignet sich nicht für das Bestreben der Revision, der Handhabung beim .Berufungsgericht., das mündliche Verfahren nahezu regelmässig durch das schriftliche zu ersetzen, entgegenzuwirken, Da es den Parteivertretern freisteht, ob sie der gerichtlichen Anregung} sich mit einer Entscheidung ohne mündliche Verhandlung einverstanden zu erklären, entsprechen wollen oder nicht, kann, wenn sie dieses Einverständnis erklärt haben, nicht geltend gemacht werden, das wäre besser unterblieben, weil die Sachentscheidung mehr durch mündliche Verhandlung hätte gefördert werden können und der mit dem Übergang zu dem schriftlichen Verfahren erstrebte Beschleunigungszweck nicht einmal erreicht worden sei« 2«) Bas Reichsgericht (Bd 132, 336) hat den Standpunkt vei'treten, dass im Palle des § 251 a ZPO ein Riehterwechsel dann nicht unzulässig ist, wenn sich der Inhalt der früheren Verhandlung entweder aus den Schriftsätzen der Parteien erkennen lässt oder die , Verhandlungsniederschrift ein Bild des damaligen Streitstandes gibt» Sind die Parteien in oder nach mündlicher Verhandlung damit einverstanden, dass das Gericht eine Entscheidung ohne (weitere) mündliche Verhandlung trifft (§ 128 Abs 2 ZPO), so..i,fi;jb .ein Richterwechsel gleichfalls unschädlich» Da das Urteil Die Revision kann auch nicht damit durchdringen, dass die Einverständniserklürung ohne Rücksicht auf Umfang und Bedeutung des noch vorzutrugenden Stoffes abgegeben worden seio In der Hand des Prozessbevoll-müchtigten des Beklagten lag nicht nur, ob er sich überhaupt auf den Übergang vom mündlichen zu dem schriftlichen Verfahren einlassen, sondern auch, wann er den schriftsützliclien Vortrag als abgeschlossen angesehen wissen wollte» Bemass der Prozessbevollmächtigte des Beklagten die zu schriftslitzlichem Vortrag benötigte Prist zu kurz, so nag gegen ihn ein Vorwurf berechtigt sein; das gerichtliche Verfahren hielt sich im Rahmen des zulässigen undrjiach freiem Ermessen*erklärten Einverständnisses und war darum nicht unzulässig» Im * übrigen hat sich der Beklagte in einem.21 IIIo Der Revision ist zuzugeben, dass zu dem Begriff des Vettens eine irgendwie geartete Vettätigkeit gehört und dass es daran fehlt, wenn sich jemand nach Vettschluss an der von einem anderen vorgenoumenen Vette lediglich beteiligt* Hach dem Grundsatz der Vertragsfreiheit kann aber auch etwas anderes vereinbart werden3 Das verkennt auch die Revision nicht; sie richtet ihre Angriffe daher einmal dagegen, dass das Berufungsgericht die Vereinbarung vom 30* ITovember 1949 überhaupt auogelegt hat, und zuo anderen dagegen, dass das Berufungsurteil angenommen hat, dass unter das Verbot, “selbständig Y/etten abzuschliessen“, .jede gleichviel wie geartete und gleichviel wenn vollzogene Beteiligung an der T/ette eines anderen zu verstehen sei« Sie waren aber da~an interessiert, dass niemand das Vett-systen des Beklagten erfuhr und es seinerseits benutzte, und dass ihnen die Gelegenheit zur Beteiligung geboten wurde, wenn auch nur die Gefahr einer Ausnutzung entstand« Biese Gefahr.eroffnete sich aber, wenn sich der Beklagte an fremder Y.'ette beteiligte, da damit der Verdacht erweckt wurde, dass diese Y/ette unter Benutzung des Systems des Beklagten zustande gekommen sei; das Berufungsgericht weist mit Recht darauf hin, dass die Zedenten der ICLägerin bei den in die Millionen gehenden Tip eintragurigen der Ilachprüfung, ob eine fremde YTette, die der Beklagte der Beteiligung für wart hielt, unter Benutzung des Systems des Beklagten zustande gekommen sei oder nicht, enthoben sein sollten und dass dies der Grund dafür war, warum ihnen der Beklagte entweder Gelegenheit zur eigenen Beteiligung geben oder die Hälfte eines ihm anfallenden Gewinnes, mindestens aber 5»C00 ELI, zahlen sollte.. Von einem den Tatbestand der Knebelung auch nur annähernd ähnlichen Sachverhalt kann keine Rede sein« Der Vertrag ist auch nicht deshalb auf eine Unmöglichkeit gerichtet, weil er die Ausbeutung eines Systems von T/ettabschlüssen zu dem Gegenstand hat und es bei der Unzahl der ilüglichkeiten kein System zu ihrer Ausbeutung gebe» Bach der Vereinbarung vom 30« Hoveaber 1949 wollte der Beklagte im Besitze .eines Uett-systems sein, das grosse Gewinnaussichten biete; mehr als die Ausnützung der vom Beklagten errechneten erhöhten Gewinnchancen war nicht Inhalt des Vertrages» VI« Das Berufungsgericht entnimmt dem, wie sich HflM und D'SBB nach Gewinnanfall verhalten haben, nicht, dass sie auf ihre Rechte aus der Vereinbarung vom 30* llovcnber 1949 verzichtet hätten* As stellt fest, dass die beiden Geldgeber erst durch den vorliegenden Rechtsstreit Klarheit darüber erlangt hätten, dass der Beklagte zu wriMB in einem Beteiligungsverhältnis gestanden und Anspruch auf die Hälfte der ange-