BGH · II ZR 288/56
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
in Beklagte und Revisionsbeklagte, - Prozeßbevollmächtigters Rechtsanwalt Prof «Br, hat der II« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 4« Juli 1957 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br« Canter und der Bundesrichter Br, Haidinger, Br«, Nörr, Br« Haager und Lieseoke für Recht erkannts Die Revision gegen das Urteil des 2« Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Oldenburg vom 7* März 1956 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen 0 sondern als Spediteur einen Speditionevertrag nach §§ 407 ff HOB geschlossen, Sie habe die Transporte nicht durch eigene Kraftwagen ausgeführt -f Jedoch sei zwischen den Parteien ein bestimmtes Entgelt vereinbart worden , § 413 Ab9 1 HOB)* Diese Vereinbarung enthalte ein Unterbieten der von der Klägerin an ihre Frachtführer zu zahlenden, nach § 22 des Güterkraft-Verkehrsgesetzes (.GüKG) unabdingbaren Festtarife0 Gemäß § 21 Abs 2 GüKG gälten diese Tarife auch für den Speditionsvertrag zwischen dem Spediteur und dem Auftraggeber, Dem Spediteur sei es zwar nicht verboten? mit dem Auftraggeber einen bestimmten Satz der Beförderungskosten zu vereinbaren0 Diese festen Sätze müßten aber außer den üblichen angemessenen Provisionen, Auslagen und Verwendungen auch das Entgelt für die Kraftwagenbeförderung gemäß dem Güterfernverkehrstarif decken Da dies nicht der Fall sei, könne die Klägerin die Unter-schiedsbeträge nach Maßgabe des Tarifes nachfordern, Zum Tarif gehöre gemäß § 20 GüKG auch die die Beförderungsbedingungen enthaltende KVO Jedenfalls insoweit, als sie Vorschriften enthalten, die sich auf den Bestand der Sachforderung und ihre Geltendmachung bezögen0 Für die Geltendmachung einer Forderung sei die Verjährung von ausschlaggebender Bedeutung, Die in § 40 KVO bestimmte einjährige Verjährungsfrist gelte daher für den Klageanspruoh, Hiernach sei die Klageforderung verjährte 4 p Da sich die Parteien nach der von der Revision nicht angegriffenen Feststellung des Berufungsgerichts über einen festen Satz der Beförderungskosten geeinigt haben, hat die Klägerin ausschließlich die Rechte und Pflichten eines Frachtführers (§ 4-13 Abs 1 HGB), Die Rechts be Ziehungen der Parteien bestimmen sich daher nicht nach Speditionsrecht? er muß aber das tarifliche Beförderungsentgelt decken (§ 21 Abs 2 GÜKG;, Ist dies nicht der Fall? dessen Eigenschaft als Einigung über einen bestimmten Satz der Beförderungskosten durch diese von Gesetzes wegen eintretende Berichtigung nicht berührt wird (vgl für das Güterfernverkehrsgesetz die Urteile -des erkennenden Senats vom 2Y- Mai 1957 II ZR 319, 340'55). Mai 1957 II ZR 319, 340 55 entschieden, Eik, solcher Unterwerfungswille liegt auch auf Seiten der Beklag ten vor, die sich schon im Hinblick auf ihre Stellung im Wirtschaftsleben auf einen mangelnden Unterwerfungswillen nicht berufen könnten Die Anwendbarkeit der KVO auf das Ver-tragsverhältnis der Parteien wäre nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (zuletzt Urteile vom 27- Mai 1957 II ZR 291; 319'56) nur ausgeschlossen? wenn die Parteien dies ausdrücklich vereinbart hätten, was nioht der Pall ist Auch die Revision hat in dieser Richtung nichts vorgebracht Pür den Anspruch der Klägerin auf Zahlung der Unterschiedsbeträge gilt daher die einjährige Verjährungsfrist des § 40 KVO. Da nach der Peststellung des Berufungsgericht die Voraussetzungen für den Ablauf der Verjährungsfrist in tatsächlicher Richtung vorliegen, hat das Berufungsgericht auf die von der Beklagten erhobene Verjährungseinrede die Klage mit Recht abgewieseno Die Revision war daher mit der Kostenfolge aus § 97 ZPO zurückzuweisena Ur*Canter Dr«Haidinger Dr0Nörr DroHaager lieseefcg.