BGH · II ZR 274/53
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Verfahren blieb es bei dem beschränkten Revisionsantrag, Nach Aufhebung des Berufungsurteils und Zurückverweisung der Sache an die Vorinstanz haben sich die Parteien verglichene In dem Vergleich wurden die Kosten gegeneinander aufgehoben« Der Kostenbeamte des Bundesgerichtshofs hat auf Grund dieses Vergleichs die Prozeßgebühr unter Zugrundelegung eines Streitwertes von 43t900,72 DM auf 750 DM berechnet und die Hälfte dieses Betrages auf Grund des Vergleichs gegen die Beklagte in Ansatz gebracht« Hiergegen hat die Beklagte Erinnerung eingelegt mit dem Antrag, den Streitwert für die Prozeßgebühr auf nur 6,548,80 DM festzusetzen* Die Revision des Klägers hat das Berufungsurteil ausdrücklich nur im Umfang des bewilligten Armenrechts ange-fochten, ohne sich die Erweiterung des Revisionsantrages vorzubehalten, Die Passung der Revisionsschrift läßt keinen Zweifel daran, daß der Streitstoff nur in diesem Umfang dem Revisionsgericht zur Entscheidung unterbreitet werden sollte, Hierfür.ist auch nur der Wiedereinsetzungsantrag gestellt worden, Mangels besonderer Anhaltspunkte für eine gegenteilige Annahme muß aus diesem Umstand gefolgert werden, daß der Streitstoff wegen des durch die Revisionsschrift und den darin liegenden Rechtsmittelantrag nicht erfaßten Teiles endgültig dem Rechtsmittelgericht nicht unterbreitet werden sollte. Die Entscheidung des III* Zivilsenats in BGHZ 15- 39, auf die sich der Kostenbeamte bezogen hat, hat einen Pall zu dem Gegenstand, in dem Revision ohne Einschränkung eingelegt war«. in dem mit der Revisionsbsgründung angekündigten beschränkten Antrag in der Regel eine teilweise Rechtsmittel-rücknahme nicht zu erblicken ist, wie der III, Zivilsenat aaO ausgeführt hat, kann für den vorliegenden Pall dahingestellt bleiben«, Hier ist die Rechtsmitteleinlegung, also die Anfechtungserklärung, von vornherein ausdrücklich auf einen bestimmten Betrag beschränkt wordene Damit wurde der Umfang des Rechtsmittels hinreichend deutlich bestimmt* Diese Erklärung ist für die Höhe der Prozeßgebühr maßgebend«.