BGH · II ZR 266/51
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
tEatbestaads Durch, Vereinbarung der Parteien ist die zwischen ihnen gebildete offene Handelsgesellschaft mit Wirkung vom 1, Januar 1951 aufgelöst worden» Am 25« Oktober 1950 haben sie sodann des weiteren eine Aufteilung der Sachwerte mündlich vereinbart und in Ausführung dieser Vereinbarung verschiedene Vermögenswerte, wie Maschinen, Zubehörbestandteile und Lagervorräte untereinander aufgeteilt» Die vorgesehene Aufteilung und Vermessung des gemeinschaftlichen Grundbesitzes ist dagegen bisher nicht durchgeführt worden» ' diese in einer besonderen leiste zwischen den Parteien be-r reits aufgeteilt sind« Der Beklagte hat um Klagabweisung gebeten«, Er hat vor ge tragen, die Auseinandersetzung zwischen den Parteien sei mit der erfolgten Aufteilung endgültig beendet gewesen, so dass für eine Ausgleichung von Spitzenbeträgen kein Baum mehr seia Ausserdem habe jede der Parteien wertmässig das gleiche erhalten» Im übrigen sei die mündliche Aufteilungsvereinbarung schon deswegen nichtig, weil sie der Form des § 313 BGB ermangelt habe, die für die Aufteilung des bedeutenden Grundbesitzes der Gesellschaft notwendig gewesen sei» ♦ Die Klage stützt sich nach dem Vortrag des Klägers auf eine Vereinbarung zwischen den Parteien, durch die eine Aufteilung der Sachwerte .unter ihnen bindend festge- werden könne, sich dem Gutachten eines Sachverständigen bei der Frage der Bewertung der im einzelnen aufgeteilten Sachwerte zu unterwerfen, so kann ihr darin nicht gefolgt werden« Sie Ubersieht dabei*den weiteren Vortrag des Klägers, von dem in der Revisionsinstanz' auszugehen ist«, Danach sollen sich die Parteien bei ihrer Vereinbarung auch darüber einig gewesen ’sein« dass ‘ im Fall von Meinungsverschiedenheiten bei der Bewertung der Sachwerte1 ein Sachverständiger habe entscheiden sollen« In einer solchen Abmachung ist, soweit löan die tatsächlichen Behauptungen des Klägers zugrunde legt, die'Vereinbarung einer Schieds-gutachterklaus^l zu^ erblicken (BG&Z 6, 335)« Diese Klausel berechtigt, wie das Berufungsgericht mit Recht ausgeführt hat, den Kläger, vom Beklagten die Mitwirkung bei der Be-Stellung des Gutachters zu verlangen. - .1«) Die-Revision rügt an diesen.Ausführungen zunächst, in prozessualer Hinsicht, das Berufuhgsgericht habe ‘zii einer Anwendung des § 139 BGB nicht kommen dürfen, ohne vorher dem Kläger nach § 139 ZPO Gelegenheit zu .einer Äusserung über den vea^mutlichen Willen der Parteien beim Ab-Schluss der Aufteilungsvereinbarung zu geben« Diese Huge der Revision ist unzutreffend« Da der Beklagte in seinem Schriftsatz.vom eine Anwendung des § 139- BGB kein Raum sei, kann nicht gefolgt werden; Gerade eine solche Vereinbarung^tellt .nach dem Willen der Parteien in der Regel ein,einheitliches Rechtsgeschäft, in dem Sinne dar, daps.die einzelnen Äufteilungsbcstimmungen in einem unlösbaren.Zusammenhang, zueinander stehen, dass also die Wirksamkeit der einen Bestimmung im allgemeinen auch . Dabei verkennt die Revision nicht, dass ein Aufteilungsabkommen .zwischen den Gesellschaftern einer Abwicklungsgesellschaft der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung bedarf, wenn durch dieses die rechtliche Verpflichtung zur Übertragung gesamthänderisch gebundenen Grund Stückseigentums auf einen einzelnen Gesellschafter begründet wird* Die Revision erblickt jedoch den Inhalt der Vereinbarung vom 25* Oktober 1950 nicht in der:: Begründung einer dahingehenden bindenden rechtlichen Verpflichtung* Sie meint vielmehr, dass diese Vereinbarung*rechtlich als ein einstimmiger Gesellschafterbeschluss über die Art der Auseinandersetzung anzusehen sei, der mit einer vpn den Vorschriften der *§ 145 ff HGB abweichenden Bestimmung im Gesell schaftsvertrag verglichen werden könne * Und so wie eine solche abweichende Bestimmung in einem Gesellschafts vertrag nicht der Formvorschrift des § 313 BGB unterliege, müsse das gleiche für einen einstimmigen Gesellschafterbeschluss gelten, wie er durch die Vereinbarung'der Parteien vom 25* Oktober 1950 gefasst worden sei» zugeben, dass die Bestimung in einem Geäellschaftsvertrag, durch die eine von den,§§ 145 ff HGB abweichende Abwicklung festgelegt wird, im allgemeinen der gerichtlichen und notariellen Beurkundung nach § 313 BGB nicht bedarf» Das gleiche gilt für einen einstimmigen Gesellschafterbeschluß;, der erst nach Abschluss des Gesellschaftsvertrages gefasst wird und besondere Vereinbarungen über die Durchführung der Auseinandersetzung enthält* Das trifft jedoch in beiden Fällen nur dann zur wenn auf .diesem Wegev nicht eine rechtlich bindende Verpflichtung zur Übertragung von Grundstückseigentum der Gesellschaft auf einen einzelnen Gesellschafter in der Form der Einzelrechtsnachfolge begründet werden soll*, Wenn die Revision meint., dass entgegen dem bisherigen Vortrag des Klägers in den Tatsacheninstanzen eine solche rechtliche Verpflichtung zur Über- tragung von Grundstückseigentum der Gesellschaft weder in der Form eines endgültigen Aufteilungsabkommens noch in der Form eines bindenden Vorvertrages geschaffen werden sollte, so räumt sie auf diese Weise zwar die rechtlichen Bedenken aus §§ 313, 125, 139 BGB aus, entzieht aber auch zugleich dem geltend gemachten Klaganspruch seine rechtliche Grundlage * Biese setzt notwendigerweise eine beide Gesellschafter bindende Verpflichtung voraus, das gesamthänderisch gebundene Gesellschaftsvermögeh in der im Klagantrag näher bezeichneten Art in das jeweilige Binzeieigentum einer jeder der beiden Parteien zu überführen* Nur wenn eine solche Verpflichtung begründet worden ist, kann in Verbindung mit den weiteren Behauptungen des Klägers die Möglichkeit für eine Abschätzung der Sachwerte der beiden Verteilungsmassen in Betracht kommen«, Babei ist es in rechtlicher Hinsicht ohne Belang, ob der Klagantrag in der ursprünglichen oder in der jetzt von der Revision gewählten Fassung zugrunde gelegt wird* ob nämlich in dem Abkommen vom 25« Oktober 1950 eine endgültige Verteilungsabrede oder nur eine Abrede in Form eines verpflichtenden Vorvertrages zu erblicken ist«, Besteht eine solche wie auch immer geartete Verpflichtung zur Aufteilung des Gesellschaftsvermögens in diese beiden Vermögensmassen nicht, so kann auch der Beklagte nicht gehalten sein, Ber Klagantrag setzt in seinen beiden Fassungen die Burchführung der realen Aufteilung des Gesellschaftsvermögens in einer bestimmten, spezifiziert festgelegten Weise voraus, an die der Beklagte aber nur gebunden sein kann, wenn sie in rechtlich bindender Form gerade auch in dieser bestimmten Weise zwischen den Parteien vereinbart worden ist* Eine allgemeine« der Formvorschrift des § 313 BGB nicht unterliegende Abmachung, die Abwicklung der Gesellschaft nicht durch eine Versilberung des Geschäftsvermögens, sondern durch eine reale Aufteilung der vorhandenen Sachwerte vorzunehmen, würde dem Kläger keine Handhabe dafür bieten, die ge- liehen Werte des Geschäftsvermögens einzusetzen* Beim Auftreten von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Liquidatoren über die Höhe, der in Betracht kommenden Wertansätze seien sie gehalten, einer Abschätzung des Geschäftsvermögens durch geeignete Sachverständige zuzustimmen, wei«l in diesem Fall eine solche Abschätzung der sachlich gebotene Weg für die vorgeschriebene Aufstellung einer Eröffnungsbilanz sei« Auchumit diesen Ausführungen kann die Revision nicht durchkommen^ .Sieht man von der Vereinbarung der Parteien vom 23» Oktober 1950 ab, so muss man auch die Behauptung des Klägers unberücksichtigt lassen» nach der die Durchführung des Wertausgleichs nach erfolgter Aufteilung der Sachwerte; sowie gegebenenfalls die Bestellung eines Gutachters für die Festlegung der Wertansätze vorgesehen gewesen seien» In diesem Fall würde also die Behauptung des Klägers Uber das Zustandekommen einer Schiedsgutachterabrede zwischen den Parteien in Fortfall kommen» Damit entfällt zugleich die notwendige rechtliche Grundlage für eine Bindung des Beklagten«, .sich bei der Bewertung des Geschäftsvermögens an das Gutachten eines Sachverständigen zu halteh* Sie kann auch nicht» wie die Revision meint,‘aus der Treuepflicht der Gesellschafter zueinander entnommenwerden? diese Treuepflicht ist kein geeigneter Anhaltspunkt für die Annahme» dass sich die Gesellschafter bei der Auseinandersetzung des Gesellschafts Unternehmens dem Schiedsgutachten eines Sachverständigen unterwerfen müssten«, Wenn abei? eine solche Bindung des Beklagten fehlt, dann kann die vom Kläger gewünschte Bestellung eines Sachverständigen auch sachlich nicht gerechtfertigt sein, weil sie im Streitfall:, jeder praktischen Bedeutung ermangelt* Eine solche Bestellung ist daher auch keine geeignete Massnahme, um die gebotene Aufstellung der Eröffnungsbilanz durch die Liquidatoren herbeizuführen«, Es entfällt schon aus diesem Grunde eine Verpflichtung des Beklagten, bei der gemeinsamen Bestellung eines Sachverständigen zur Abschätzung der Vermögenswerte mitzuwirken«.