BGH · II ZR 259/96 vom 17.02.1997
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Antrag des Beklagten, den Wert der Beschwer auf über 60.000,— DM festzusetzen, wird zurückgewiesen. Der Beklagte hat eine Stammeinlage von 20.000,— DM, die Klägerin und die Stadt haben jeweils Stammeinlagen von 15.000,— DM übernommen. Im Gründungsvertrag erklärten die Gesellschafter, daß die Stadt Schweinitz ihre Einlage durch die Übertragung von vier Grundstücken mit einem angenommenen Wert von 15.000,— DM erbracht habe. In dem vorliegenden Rechtsstreit begehrt die Klägerin, den Beklagten zu verurteilen, einer Neufassung des Gründungsvertrags zuzustimmen, in welcher die Sacheinlage der vormaligen Stadt S0IHI durch eine Bareinlage von 15.000,— DM ersetzt wird, die die Klägerin bereits geleistet hat. Das Landgericht hat die Klage abgewiesen; das Oberlandesgericht hat ihr stattgegeben und festgestellt, daß der Wert der Beschwer für den Beklagten Der Beklagte, der Revision eingelegt hat, beantragt, den Wert seiner Beschwer auf über 60.000,— DM festzusetzen. Das für die Bemessung der Beschwer nach § 3 ZPO maßgebliche objektive Interesse des Beklagten an der Beibehaltung des Gründungsvertrags in seiner ursprünglichen Fassung hängt nicht von dem Verkehrswert der Grundstücke ab. Denn auch ohne eine Neufassung des Gründungsvertrags war die Klägerin als Rechtsnachfolgerin der Stadt sUHm nur zur Leistung der von dieser übernommenen Stammeinlage in Geld verpflichtet und nicht zur Übertragung der Grundstücke. Ist eine Sacheinlagevereinbarung von Anfang an unwirksam oder entfällt die Verpflichtung zur Sacheinlage nachträglich nach § 275 BGB, weil ihre Erbringung unmöglich wird, ist der Gesellschafter von Gesetzes wegen zur Leistung der Stammeinlage in bar verpflichtet (vgl. Selbst wenn die Sacheinlagevereinbarung im vorliegenden Fall trotz des extremen Mißverhältnisses zwischen dem Wert der einzubringenden Grundstücke und der übernommenen Stammeinlage weder gegen die guten Sitten noch gegen Treu und Glauben verstoßen und zu ihrer Wirksamkeit auch nicht der Genehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde bedurft hätte, wurde sie jedenfalls dadurch unerfüllbar, daß die Rechtsaufsichtsbehörde die Genehmigung der Auflassung versagte.