BGH · II ZR 233/59
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Mit Schreiben vom l?o Dezember 1957 forderte der Rechtsanwalt der Klägerin die Beklagte unter Klageandrohung zur Auszahlung der Versicherungssumme an die Klägerin auf, wobei er der Beklagten mitteilte, daß die iflflHiHB GmbH nunmehr ihren widerruf der Begünstigung als gegenstandslos ansehe und keine Einwendungen mehr gegen die Auszahlung der Versieheruhgseumme an die Klägerin habe. 'und deren beide Gläubigerbanken richtete, lehnte sie dann eine Versicherungsleistung ab, weil kein unfreiwilliger Unfalltod vorliege« Hierbei wies sie gleichzeitig darauf hin, daß ’’Ihr vermeintlicher Ver-sicherungsanspruch" nach § 12 VVG ohne weiteres erlösche, Y/enn er nicht innerhalb 6 Monaten gerichtlich geltend gemacht werde« Daraufhin erhob die Klägerin Klage auf Zahlung von 50«000 DM. Übrigens sei - so führte die Beklagte damals weiter aus -die Firma Versicherungsnehmerin auch nicht mit der Auszahlung der Versicherungssumme an die Klägerin einverstMiden. Deren Begünstigung sei auch nicht rechtswirksam, weil der Ehemann der Klägerin sie ohne Wissen seines Mitgeschäftsführers nachträglich vorgenommen habe« Daraufhin trat die Klägerin in ihrem Schriftsatz vom 11.6.1958 Beweis dafür an, daß sich die Versicherungsnehmerin mit der Auszahlung der Versicherungssumme an die Klägerin einverstanden erklärt habe. Versicherungsansprüche vor ihrer endgültigen Feststellung ohne ausdrückliche Zustimmung des Versicherers nicht übertragen werden können* Demgegenüber wendete die Klägerin ein* daß die Beklagte arglistig handle, v/enn sie sich nunmehr nach Ablauf der Klagefrist gemäß § 12 VVG auf § 15 Nr* 3 AUB berufe«* Sie verkündete der Versicherungsnehmerin den Streite Diese trat daraufhin nach der letzten münd-liehen Verhandlung dem Rechtsstreit auf seiten der Klägerin als Nebenintervenientin bei und beantragte Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung* Das Berufungsgericht lehnte das ab und wies die Berufung der Klägerin zurück* Mit der Revision, um deren Zurückweisung die Beklagte bittet, verfolgt die Klägerin ihren Klageantrag weiter* Das Berufungsgericht läßt die Frage offen, ob die Begünstigung der Klägerin rechtswirksam ist* Es meint, daß sie nach § 15 AUB zur Geltendmachung des Verisicherungsan-Spruchs auch dann nicht berechtigt sei, wenn er ihr zustünde * Es könne hierbei dahingestellt bleiben, ob in der Erklärung der Versicherungsnehmerin gegenüber der Klägerin eine Abtretung des Versicherungsanspruchs oder nur eine Ermächtigung zu seiner Einziehung zu sehen sei; denn nach § 15 Nr« 3 AUB habe es in beiden Fällen hierfür ~ unabhan* gig davon, ob die Klägerin im rechtswirksamen Besitz des Versicherungsscheins sei* einer Zustimmung der Beklagten bedurft, die nicht erteilt sei* Die Beklagte handle auch nicht arglistig, wenn sie sich hierauf berufe; denn sie habe die fehlende Aktiviegitimation in der Klagebeantwor-tung vom 9. 3. Das Berufungsgericht hat auch darin recht, daß das in § 15 Nr. 3 AUB festgesteilte Erfordernis einer Zustimmung des Versicherers nicht nur für die Abtretung des YerSicherungsanspruchs durch den Versicherungsnehmer, sondern grundsätzlich auch für die Ermächtigung zu seiner Eir Ziehung gilt (nur eine solche, nicht eine Abtretung ist nach dem Bestätigungsschreiben der Versicherungsnehmerin an die Klägerin vom: 29^ Dezember 195D Über die am 14. 4. Zweifelhaft ist hingegen die vom Berufungsgericb bejahte* von der Revision in DbereihStiming mit Wussow (AÜB § 15 Aum. 1) verneinte Frage, ob § 15 Rr. X AÖB auGh in dem vom Berufungsgericht offengelassenen Fall anwendbar ist, daß die Klägerin den Versicherungsanspruch nach Eintritt des Versicherungsfalles nicht als Rechtsnachfolgerin des Versicherten, sondern auf Grund einer rechtswirksamen Begünstigung nach den §§ 180, 166 Abs« 2 VVG aus eigenem Hecht geltend macht (vgl» BGHZ 13, 226, 232)« Diese Frage bedarf hier aber keiner Entscheidung, weil sich die Beklagte ohnehin nicht auf das Pehlen ihrer Zustimmung berufen kann, so daß auch nicht mehr geprüft zu werden braucht, ob die Begünstigung der Klägerin rechtswirksam erfolgt ist« 5o Ebensowenig bedarf es einer Prüfung der von der Revision aufgeworfenen Frage, ob die Beklagte nicht schon durch ihr vorprozessuales Verhalten und ihre Einlassung im ersten Rechtszug des vorliegenden Rechtsstreits schlüssig und mit hinreichender Deutlichkeit ihre positive Zustimmung zu der Einsiehungsermäehtigung der Klägerin (oder Abtretung des Versieherungsahspruchs an diese) zu dem Ausdruck gebracht hat; denn auch wenn man diese Frage mit dem Berufungsgericht verneint, so handelte die Beklagte entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts doch jedenfalls arglistig 5 wenn sie sich.erst nach Ablauf der Klagefrist des § 12 VVG auf das Pehlen ihrer Zustimmung berief» Bas hat sie in der Tat getan« Hieran ändert auch der vom Berufungsgericht angeführte Umstand nichts, daß die Beklagte schon in der Klagebeantwortung die fehlende Aktivlegitimation der Klägerin gerügt hatte- denn diese Rüge hatte sie lediglich auf § 15 Ufr» Jj.aÖB mation genügte, y/enn sie diese Bedenken der Beklagten aus-räumte, also den Nachweis erbrachte, daß ihre Begünstigung rechtswirksam erfolgt ist, oder daß die Versicherungsneh-merin sie zur Einziehung der Versicherungssumme ermächtigt hat« Dagegen ließ das Vorbringen der Beklagten in der ersten Instanz nicht erkennen, daß die Beklagte auch einer nachgewiesenen Einziehungsermächtigung nicht zustimmen und deshalb auch aus § 15 Nr. 3, AUS Einwendungen gegen die Aktivlegitimation der Klägerin herleiten wollte. März 1958, in dem sie den Yersicherungsanspruch aus sachlichen Gründen ablehnte, und gemäß f 12 Abs.3 WG auf die Notwendigkeit einer Klägeerhebung innerhalb 6 Monaten hinwies, auch an die Klägerin und ihren Rechtsanwalt richtete, bei dieser den Eindruck erwecken, daß die Beklagte gegen ihre Klagebefugnis nichts einzuivenden habe, wenn die damals allein vorgebrachten Bedenken, ob die Versicherungsnehmerin einer Auszahlung der Versicherungssumme an die Klägerin zustimme, ausgeräumt würden. mehr bedurft, als gar nicht ersichtlich war, welches schutzwerte Interesse die Beklagte daran haben konnte, sich dagegen zu wehren, daß anstelle der Versicherungsnehmerin die Klägerin als in jedem Pall (sei es als Begünstigte, sei es als Rechtsnachfolgerin des Versicherten) materiellrechtlich Berechtigte die Versicherungsforderung gerichtlich geltend machte* Ohne einen solchen Hinweis brauchte auch die Versicherungsnehmerin, also die Firma Intertrans GmbH, keine Bedenken zu haben, sich mit der Klageerhebung durch die Klägerin zu begnügen und ihrerseits die Klagefrist ungenutzt verstreichen zu lassen* Unter diesen Umständen handelte die Beklagte arglistig, wenn sie erst nach Ablauf der Berufungsfrist in der Berufungsinstanz zu dem ersten Mal der von der Versicherungsnehmerin an die Klägerin erteilten Binziehungsermächtigühg ünier Hinweis auf § 15 Nr. 3> AUB widersprach, um sich damit sowohl der Klägerin als auch der Versicherungsnehmerin gegenüber ohne weiteres ihrer Dei-stungspflicht entziehen zu können (BGHZ 11, 120 m* w* If.).