BGH · II ZR 214/57
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Juni 1954 beigefügt, wonach dey^XIa^er an einer chronischen Bronchitis mit LungenW^äung, einer dadurch verursachten Überlastung des Herzens und einer erheblichen Cberererregbarkeit des neuro-vegetativen Systems iteide und infolgedessen sowohl für den Lok-Heizerdienst als auch für den sonstigen Eisenbahnbetriebsdienst untauglich sei» Auf eine Rückfrage der Beklagten, von welchem Zeitpunkt ab der Kläger als dauernd dienstunfähig anZusehen sei, teilte das Gesundheitsamt mit, "daß die Dienstunfähig- Pebruar 1954” bestehec Die Beklagte lehnte daraufhin die beantragte Pensionierung des Klägers mit der Begründung ab, daß dessen dauernde Bienstunfähigkeit vor dem am 51« März 1954 erfolgten Ablauf der zehnjährigen Wartezeit eingetreten sei und hierdurch nach Art« 9 der Anlage zu § 58 ihrer Satzung seine ordentliche Mitgliedschaft bei der Beklagten geendet habe, sodaß der Klager nach Art. 15 aaO keinen Anspruch auf Buhegeld habe. Die von der Revision gegen diese' tatrichterliche Würdigung erhobenen Bedenken sind nicht gerechtfertigte Zunächst kann der Revision nicht darin gefolgt werden, daß für die Präge, wann die dauernde Dienstünfähigkeit eingetreten ist, nach der Satzung der Beklagten nur das amtsärztliche Zeugnis maßgebend sein könne- Hach § 20 Abs- 4 der Satzung muß allerdings in den Pallen, in denen Ruhegeld wegen dauernder Di^enetünf^higkeit verlangt wird, diese Voraussetzung durchf ein amtsärztliches Zeugnis nachgewiesen werden - Ein solcher Nachweis ist hier erbracht ', und zudem ist es zwischen den Parteien auch unstreitig, daß der Kläger* jedenfalls seit dem 1« Juli 1954 tatsächlich dauernd dienstunfähig istDie Beklagte wendet aber unter Berufung auf Art* 9, 15 der Satzung ein, daß die dauernde Dienstunfähigkeit schon vor Ablauf der Wartezeit eingetreten seiDas muß sie beweisen» Dabei ist weder sie selbst auf bestimmte Beweismittel beschränkt, noch legt gar die Satzung einem amtsärztlichen Zeugnis über diese Präge eine zwingende Beweiskraft bei* Vielmehr hat Entgegen der Auffassung der Revision konnte das Berufungsgericht hierbei* rechtlich bedenkenfrei auch ohne Einholung eines Obergutachtens von dem amtsärztlichen Zeugnis über den Zeitpunkt des Eintritts der dauernd en Dienstunfähigkeit abweichen, weil das Gutachten insoweit ersichtlich auf einer rechtlich fehlerhaften Grundlage beruht* Das Gesundheitsamt hat nämlich diese Begutachtung - offenbar veranlaßt durch die Anfrage der Beklagten - rückbllk-kend unter Würdigung des Xrankheitszustandes' vorgenommen; wie er sich ihm bei der Untersuchung am 4* Juni 1954 dargestellt hato Maßgebend ist jedoch allein, ob der.Kläger schon vor dem 31«. März 1954 als dauernd dienstunfähig anzusehen war« Each den für das Gebiet der Invaliden-und Angestelltenversicherung entwickelten Grundsätzen, die hier sinngemäß anwendbar sind; ist als Beginn der dauernden Dienstunfähigkeit derjenige Zeitpunkt anzusehen, von dem ab der Arzt bei verständiger, pflichtgemäßer Beurteilung die Wiederherstellung der Dienstfähigkeit in absehbarer- Zeit für ausgeschlossen erachtet (RVA in Amtliche Nachrichten des RVA .1925? Demnach kommt es hier lediglich darauf an, ob sich das Krankheitsbild des iciägers vor dem 31* März 1954 einem sachkundigen Arzt so darstellte, daß er bei der hierbei ex^forderlichen vorausschauenden Beurteilung bereits damals eine Wiederherstellung der Dienstfähigkeit als ausgeschlossen an-sehen mußteo Dies hat das Berufungsgericht im Hinblick darauf, daß sich zu jener Zeit die.behandelnden Ärzte von einer Kur noch eine Heilung versprachen, daß der Kläger dann auch nach Beendigung der Kur von dem Kurarzt für dienstfähig erklärt wurde, und daß er im Anschluß hieran tatsächlich auch wieder zwei Wochen lang voll gearbei-* Diese Feststellung kann nicht durch den Hinweis der Revision auf die Tatsache entkräftet werden, daß der Kläger nach seinen eigenen Angaben schon seit drei Jahren unter Duftmangel gelitten hatte und dann ab 17. Mai 1954 unstreitig dauernd dienstunfähig war; denn seine früheren Beschwerden besagen nicht, daß schon damals keine Aussicht auf Wiederherstellung seiner Dienstfähigkeit mehr bestand, und die dauernde Dienstunfähigkeit ab 17« Mai 1954 kann auf Umständen beruhen, die erst nach dem 31« März 1954 eingetreten sind; jedenfalls aber braucht sie den behandelnden Ärzten vor diesem Zeitpunkt auch bei pflichtgemäßer Beurteilung noch nicht erkennbar gewesen zu sein (RVA aaO). Es bedarf keiner abschließenden Beurteilung, ob die Tatsache, daß der Kläger in der Zeit vom 3« bis 15* Mai 1954 wieder vollen Dienst geleistet hat, schon für sich allein zu der Annahme zwingt, dijgudauemde Dienstunfähigkeit sei erst nachher eingel^reten: d&m auch wenn man der Auffassung der Revision/folgen wollte, daß auch ein dauernd Dienstunfähiger vorübergehend arbeiten könne, so sind doch jedenfalls keine rechtlichen Bedenken dagegen zu erheben, daß das Berufungsgericht in der zweiwöchigen Dienstleistung des Klägers eine Bestätigung der Auffassung des Kurarztes voii der damals noch vorliegenden Dienstfähigkeit des Klägers gesehen hat» Daß der Kurarzt dem Kläger damals zu einer anderen Art yon Beschäftigung als der im Heizerberuf geraten hat, weil sich große Teat-peraturSchwankungen ungünstig auf dessen Gesundheitszustand auswirkten, ändert entgegen der Auffassung der Revision nichts daran, daß der Arzt ihn damals gleichwohl ohne Einschränkung, als. Da schon die hiernach rechtlich bedenkenfreie Feststellung des Berufungsgerichts, daß der Kläger erst nach Ablauf - de^r Wartezeit dauernd dienstunfähig geworden ist, die angefochtene Entscheidung trägt, bedarf es keines Eingehens auf die von der Revision bekämpfte weitere Be- .