BGH · II ZR 211/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
November 1954 (vglo dazu das Revisionsurteil des Senats vom 17° Dezember 1956, BGHZ 22, 375) ist festgestellt worden, daß die K^^^-Pensionskasse, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, verpflichtet sei, an den Kläger eine beitragsfreie Rente vom 65o Lebensjahr an oder bei vorherigex•, Invalidität zu zahlen sowie eine entsprechende Hinterbliebenenrente nach der Satzung zu entrichten0 Die Beklagte zahlt unter Einschluß der Verpflichtungen der K^^-Pensionskasse ab Eintritt der üblichen Pensionsbedingungen eine monatliche pensionsgleiche Summe von 350,-— DM (ioYJc dreihundert fünfzig Deutsche Mark), Soweit dieser Betrag den von der Pensionskas3e satzungs-gemäß zu zahlenden Pensionsbetrag übersteigt, wird er von der Beklagten übernommen 0 Damit sind alle Ansprüche des Klägers gegenüber der Beklagten und der KfM^-enoionskasse, die insoweit dem Vergleich beltritt und von Rechtsanwalt Dr. vertreten wird, gleich Damit habe zu dem Ausdruck gebracht werden sollen, daß er, der Kläger, ebenso wie andere Pensionsempfänger an gesetzlichen Rentenerhöhungen teilnehme, daß also sein Rentenanspruch gegen die Beklagte jeweils um den gleichen Betrag aufzustocken sei» Der Kläger hat beantragt, die Beklagte zu verurteilen, an ihn seit dem 1* Oktober^ 1962 zusätzlich 170 DM monatlich zu zahlen, hilfsweise, den Vergleich vom 8» November I960 entsprechend abzuänderno Die Beklagte hat erwidert, durch den Vergleich sei ihre Rentenverpflichtung ein für allemal auf 350 DM festgelegt worden, so daß sie immer nur den Unterschiedsbetrag zu den Leistungen ihrer Pensionskasse beisteuern müsseo Das Wort "pensionsgleich" habe seinen Sinn allein schon darin, daß sie im Wege des Vergleichs nicht gut eine Schadenersatzpflicht habe anerkennen können» eine Deutsche Mark zu zahlen hat» Wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, regelt diese Vorschrift ausschließlich die Rechtsbeziehungen zwischen den Rentenversicherungen und ihren Versicherteno Sie gilt dahex’ nicht für die Rentenansprüche des Klägers gegen die Beklagte « 2<, Rach den rechtlich fehlerfreien Feststellungen des Berufungsgerichts hat der Kläger nicht beweisen können, daß bei Abschluß des Vergleichs vom 8» November I960 ausdrücklich vereinbart worden sei, gesetzliche Rentenerhöhungen sollten ihm in der Weise zugute kommen, daß die vereinbarte Rente von monatlich 350 DM jeweils um den Erhöhungsbetrag anzuheben sei» 5o Das Berufungsgericht hat weiter geprüft, ob der Vergleich aus sich heraus so auszulegen ist, wie der Kläger ihn auffaßt, so daß die Beklagte unabhängig von der jeweiligen Höhe der Versicherungsrente einen stets gleichbleibenden Betrag aus eigenen Mitteln zuschießen müßte, oder ob die Beklagte, wie sie meint, immer nur den Untersehieds-betrag zwischen der jeweils fälligen Rentenleistung der Pensionskasse und den im Vergleich genannten 350 DK zu zahlen hat» Fs hat sich aus folgenden Gründen für die zweite Auslegung entschieden; Mit diesem Zusammenhang sei es unvereinbar, wenn der Kläger das Wort "pensionsgleich" und seine daraus entnommene Gleichstellung mit den übrigen Kassenpensionären nicht auf den Gesamtbetrag von 350 DM, sondern lediglich auf den darin enthaltenen Versichcrungsanteil bezogen wissen wolleo Da bei Vergleichsabschluß erfahrene Juristen mitgewirkt hätten und die Vergleichsurkunde die Vermutung der Richtigkeit und Vollständigkeit für sich habe, sei hier der Passung des Vergleichs besondere Bedeutung beizu demessen«, Hätte bei gesetzlichen Rentenerhöhungen auch der auf die Pensionskasse entfallende Anteil der Gesamtrente erhöht werden und zugleich der von der Beklagten zu zahlende Zusatzbetrag unverändert bleiben sollen, so sei anzunehmen, daß die Parteien dies in dem Vergleich in gehöriger Weise zu dem Ausdruck gebracht hätten, zu demal sie unstreitig schon damals die Möglichkeit einer gesetzlichen Rentenerhöhung bedacht hätten«, Der Vergleichsinhalt sei aber gerade darauf abgestellt, daß die Beklagte nur die jeweilige Differenz zwischen den Bezügen aus der Pensionsversicherung und dem festgelegten Betrag von 350 DM zu zahlen habe; Nr«, 2 des Vergleichs sei insoweit klar und unmißverständlich. Hiernach sei die Auslegung gerechtfertigt, daß auch bei einer für die Zukunft erwarteten gesetzlichen Rentenerhöhung die Gesamthöhe der vereinbarten Rente von 350 DM nicht habe Überschritten werden sollen, wobei der Pall, daß die Leistungen der Pensionskasse einmal 350 DM übersteigen könnten, außer Betracht bleiben könne«, Diese Auslegung stimme auch insofern mit dem Vertragszweck überein, als der Vergleich die Rechtsbeziehungen der Parteien abschließend und auf eine uiikomplizierte Weise habe bereinigen sollen«, Juni 1951 (BGBl I 379) und vom 24o Dezember 1956 (BGBl I 1074) hatten Versicherungsrenten in der hier in Präge stehenden Größenordnung bis auf etwa 50 i» des ursprünglichen Reichsmarkbetrages aufgewertet, Demgegenüber wurden die Renten durch das Gesetz vom 19 o März 1963 mit einem Schlag in voller Höhe im Verhältnis 1 ; 1 auf Deutsche Mark umgesteilt, Das würde sich in diesem Pall, wollte man der Auffassung des Berufungsgerichts folgen, dahin auswirken, daß die Beklagte anstelle des Betrages, den sich die Vertragschließenden vorgestellt hatten und der nach der Berechnung des Klägers mehr als doppelt so. Dezember 1956 (BGHZ 22, 375, 379) dargelegt hat, wirtschaftlich Versorgungsleistungen der Beklagten selbst sind, fließen dieser praktisch auch die Ausgleichszahlungen des Bundes zu» Ob es unter diesen Umstünden noch mit dem Sinn und Zweck des Vergleichs voll in Einklang zu bringen ist, daß die aus Bundesmitteln finanzierte Rentenerhöhung ausschließlich der Beklagten und nicht wenigstens teilweise auch dem Kläger zugute kommen soll, könnte zweifeihaft sein* Denn wie man auch die Rentenleistungen bezeichnen mag, zu denen sich die Beklagte im Vergleich verpflichtet hat, jedenfalls sicherten sie dem Kläger über die ihm ohnehin zustehende Versicherungsrente hinaus einen laufenden Zusatzbetrag, den die Parteien nach den Verhältnissen bei Vergleichsabschluß als immerhin erheblich betrachten durften» Dieser Erfolg wäre weitgehend aufgehoben, wenn sich die zusätzliche Leistung der Beklagten infolge der letzten Rentenaufbesserung auf 56,40 DM vermindert hätte.