BGH · II ZR 211/60 vom 10.05.1962
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Februar 1956 vereinbarten die Parteien in einem vor dem Öber-landesgericht Frankfurt/Main abgeschlossenen Vergleich (2 U 10/55 - OLG Frankfurt/Main), daß die Beklagte aus dem durch das S614HHHBBI Abkommen gegründeten Gemeinschaftsverlag gegen eine 10 Jahre lang zu zahlende Abfindung von jährlich 42.000 DM ausscheide. Der Kläger ist der Auffassung, ihm oder einem etwaigen späteren Verleger des Deutschen Bundesrechts stünden auf Grund des Vergleichs alle Rechte, die die Beklagte im Zusammenhang mit der Herausgabe des "PfflHHD-erlangt habe, als nunmehrigem alleinigen Inhaber des früheren Gemeinschaftsverlags so lange zu, wie dieses und sonstigen Rechte am " werk: "Bas neue Deutsche Reichs-recht" dem jeweiligen Inhaber des bei dem Kläger erscheinenden Fortsetzungswerkes: "Das Deutsche Bundesrecht solange zustehen, als das Deutsche Bundesrecht, sei es unter seinem derzeitigen Titel oder gegebenenfalls unter einem abgeänderten Titel, erscheint; Bas neue Deutsche Reichsrecht", abgesehen von den Verlagsrechten an den vor dem Jahre 1945 erschienenen Lieferungen, dem jeweiligen Inhaber des bei dem Kläger erscheinenden Fortsetzungsv/erkes: "Das Deutsche Bundesracht" solange zustehen, als "Das Deutsche Bundesrecht", sei es unter seinem derzeitigen Titel oder gegebenenfalls unter einem abgeänderten Titel, erscheint; 2. daß der Beklagte nicht berechtigt ist, ein eine Konkurrenz zu dem von dem Kläger herausgegebenen Fortsetzungswerk "Das Deutsche Bundesrecht" darstellendes Fortsetzungswerk, das die gesamte Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland unter Hinzufügung von Kommentierungen enthält, herauszugeben, sei es unter Bezugnahme auf das frühere Fortsetzungswerk "Das neue Deutsche Reichsrecht, oder sei es auch ohne eine solche Bezugnahme, und der Beklagte auch nicht berechtigt ist, ein solches Werk als Zusammenfassung für die sämtlichen noch geltenden Bestimmungen der bis 1945 herausgegebenen Gesetze des ehemaligen Deutschen Reiches herauszubringen. Sie meint, der Gemeinschaftsverlag sei in dem Sinne liquidiert worden, daß dem Kläger sämtliche Rechte am Deutschen Bundesrecht zugefallen seien. Bas Landgericht hat nach dem Hilfsantrag unter Ziff.1 erkannt und dem Antrag zu Ziff.2 unter Abweisung im übrigen dahin stattgegeben, daß die Beklagte nicht berechtigt sei, ein eine Konkurrenz zu dem Beutsehen Bundesrecht darstellendes, die gesamte Gesetzgebung der Bundesrepublik Beutschland mit Kommentierungen umfassendes Fortsetzungswerk unter Bezugnahme auf das frühere Fortsetzungswerk Bas neue Beutsche Reichsrecht" Zwischen den Parteien ist unstreitig, daß die Beklagte sämtliche Rechte, die durch die Verlegung des Sammelwerks "Bas neue Beutsche Reichsrecht (PflHHiP-NflB)11 entstanden waren, dem Gemeinschaftsverlag zur Verfügung gestellt hat. Die Beklagte hat vielmehr das durch den Titel des Sammelwerks gekennzeichnete und zusammengefaßte Unternehmen, und zwar als Teil ihres gesamten Verlagsunternehmens, also die mit der Verlegung entstandenen rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen wie Absatzchancen, Ruf, Beziehungen zu den Mitarbeitern, tatsächliche Ausgestaltung des Werks und dergl. Das Berufungsgericht geht übereinstimmend mit der Auffassung der Beklagten davon aus, daß die durch das Sammelwerk begründeten tatsächlichen und rechtlichen Beziehungen dem Gemeinschafts Verlag nur dem Gebrauch nach übertragen worden seien und daher an sich auf die Beklagte bei ihrem Ausscheiden hätten zurück-übertragen werden müssen. Februar 1956 dahin aus, die Parteien hätten diese gesetzliche Regelung dahin abgeän- -dert, daß der "Gemeinschaftsverlag'1 mit allen seinen Rechten und Pflichten, auch den ihm nur zur Benutzung überlassenen Rechten aus dem Sammelwerk PflHHB-NflHM auf den Kläger habe übergehen sollen. Die Beklagte müsse ihre Rechte demnach dem Kläger so lange weiter zur Verfügung stellen, wie der von ihm übernommene "Gemeinschafts verlag" an dem Sammelwerk "Das Deyl jche Bundesrecht" bestehe. Eine solche Vereinbarung haben die Parteien nach der Auffassung des Berufungsgerichts getroffen, indem sie in dem Vergleich festlegten, der "Gemeinschaftsverlag", also das Verlagsunternehmen "Das Deutsche Bundesrecht", solle auf den Kläger übergehen. Das Berufungsgericht geht hierbei davon aus, daß die Parteien unter dem auf den Kläger übergehenden Unternehmen den "Gemeinschaftsverlag des SchfflHBl-Abkommens" verstanden hätten, lur bei Abschluß des Vergleichs noch als existenw migesehen worden sei. Wenn es daraus entnimmt, daß dieses Verlagsunternehmen, so wie es in dem Abkommen ausgestattet worden sei, also mit allen Rechten und Pflichten und somit auch mit den Rechten auf den Kläger übergegangen sei, die der Beklagten mit Bezug auf das Verlagsunternehmen zustanden und die sie dem "Gemeinschaftsverlag" zur Verfügung gestellt hatte, und wenn es daraus weiter die Verpflichtung der Beklagten herleitet, diese Rechte dem Kläger für das auf ihn übergegangene Unternehmen weiterhin zur Verfügung zu stellen, so kann dem aus Rechtsgründen nicht entgegengetreten werden. daher nicht aus, daß sie sie nach Auflösung der Gesellschaft dem Kläger als dem nunmehrigen Inhaber des Unternehmens weiter zur Verfügung stellte. Daß die Beklagte nach dem insoweit rechtskräftig gewordenen Urteil des Landgerichts berechtigt geblieben ist, die bis zu dem Jahre 1945 erlassenen und noch geltenden Gesetze des Deutschen Reiches unter Hinweis auf den zusammenzufassen, steht - auch hier kann der Revision nicht gefolgt werdendem nicht entgegen, weil eine solche, zeitlich begrenzte Zusammenfassung kein Konkurrenzunternehmen gegenüber dem die gesamte Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland umfassenden Fortsetzungswerk des Klägers darst?\.len würde.