BGH · II ZR 202/74 vom 10.11.1975
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HGB § 171 Ein Kommanditist erfüllt durch Aufrechnung mit einer ihm abgetretenen wertlosen Drittgläübigerfordernng gegen die Gesellschaft seine Hafteinlageschuld auch insoweit nicht, als die Gegenleistung des Drittgläubigers in das Gesellschafts vermögen gelangt ist. Die Sache befindet sich zu dem zweiten Mal im Revisionsrechtszug* Im Verfahren II ZR 133/70 hat der Senat unter anderen den Beklagten als Gesamtschuldner zur Zahlung von 8*914,35 DM nebst Zinsen und Wechselunkosten verurteilt, und zwar mit der Einschränkung, daß aus dem Urteil nur in die Anteile des Beklagten an der unter der Firma G4H & Co. GmbH KG gegründeten Gesellschaft vollstreckt werden könne. Lediglich zur Prüfung, ob der Beklagte seine Einlage erbracht hat und daher - wie das Berufungsgericht in seinem ersten Urteil ohne weiteres angenommen hatte -beschränkt oder - wie die Klägerin meint - unbeschränkt auch mit seinem Privatvermögen haftet, hat der Senat seinerzeit die Sache zurückverwiesen. Die vom Beklagten zur Aufrechnung gestellten Forderungen seien insoweit, als sie aus Geschäften des Beklagten mit der neu gegründeten Gesellschaft stammen, voll auf die Einlage anzurechnen. Neben der Aufrechnung mit den von ihm behaupteten Forderungen aus eigenem Recht hat der Beklagte mit angeblichen Forderungen gegen die "Kommanditgesell-schaft** auf gerechnet, die ihm die frühere Beklagte zu 6 deren Rechtsnachfolger im Verlauf des Jahres 1974 abgetreten hat* Hierbei handle es sich um Forderungen aus der Einlösung von Wechseln über 100*300,30 DM und Ansprüche gegen die "Kommanditgesellschaft” aus den zugrundeliegenden Lieferverträgen, die - obwohl dieselben Lieferungen gemeint sein dürften - einmal mit 103*915,94 und einmal mit 102.518,55 DM angegeben werden. Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Beklagten gegen das Urteil des Landgerichts, das ihn ohne Einschränkung zur Zahlung der Wechselsumme mit Zinsen und Kosten verurteilt hatte, auch insoweit zurückgewiesen, als über sie durch das erste Revisionsurteil vom 25* Juni 1973 noch nicht erkannt worden ist. Soweit das Berufungsurteil verneint, daß der Beklagte seine Hafteinlageschuld durch Aufrechnung mit Ansprüchen aus eigenem Recht vollständig getilgt habe, wird es von der Revision nicht angegriffen. 1. Die Aufrechnung gegenüber der Gesellschaft ist allerdings auch unter dem Gesichtspunkt der Gegenseitigkeit der Forderungen als zulässig anzusehen, obwohl der Beklagte vereinbarungsgemäß seine Einlage durch Verrechnung mit eigenen Forderungen geleistet hatte, sie der Gesellschaft also nicht mehr schuldete (BU 6), Denn der Senat hält an seiner Auffassung fest, daß der Kommanditist in entsprechender Anwendung des § 387 BGB auch gegen den Haftungsanspruch nach § 171 HGB mit einer gegen die Gesellschaft begründeten Forderung aufrechnen kann (BGHZ 38, 72, 75 fj SenUrt. v. Die Haftung des Beklagten gegenüber den Gesellschaf tsgläubigem ist aber nicht vermindert worden, weil die zur Aufrechnung gestellten, ihm von der Beklagten zu 6 abgetretenen Forderungen gegen die Gesellschaft wertlos waren, c^re das Berufungsgericht festgestellt hat (BU 25). Der Senat hat zwar in seiner bisherigen Rechtsprechung anerkannt (BGHZ 51, 391, 394; 58, 72, 76), daß ein Kommanditist, der außerhalb der gesellschaftsrechtlichen Beziehungen eine Leistung an die Gesellschaft erbringt, mit seiner Forderung aus dieser Drittbeziehung gegen die Hafteinlageschuld aufrechnen kann, ohne daß es dabei auf den wirtschaftlichen Wert ankommt, den die Forderung im Zeitpunkt der Aufrechnung noch hat. tisten im Rahmen der Drittbeziehung erbrachten Leistung ein echter Vermögenswert zugeflossen ist* Sie kann aber nicht auf einen Fall wie den vorliegenden ausgedehnt werden, wo der Kommanditist von einem Drittgläubiger (mag dieser zugleich Gesellschafter sein oder nicht) eine wertlose Forderung gegen die Gesellschaft erwirbt und mit ihr aufrechnet.