BGH · II ZR 195/58
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15” und ,,e||B||23i,o Sie macht mit der Klage Ersatzansprüche in Höhe von 11*521,80 sirs nebst Zinsen gegen beide Beklagte (den Beklagten zu 1 dinglich und in Rahmen des § 114 BSchG persönlich haftend) als GesamtSchuldner geltend wegen eines Schadens, der nach ihrer Behauptung ihr und Besatz un g s a n geh origen des.ersteren Kahns, die ihre Ansprüche ihr abgetreten haben, als Folge eines Schiffsun-falles am 20» November.1956 auf dem Rhein bei Luisburg entstanden isto Der dem Nebenintervenienten gehö?cige, 1290 to große Kahn ”RiflB 2” fuhr mit einer Ladung von 1288 to als einziger Anhang des dem Beklagten zu 1 gehörigen und von dem Beklagten zu 2 verantwortlich geführten Schleppbootes MLJB” (750 Ps) zu Berg* Oberhalb der Hochfelder Brücke bei Stromkilometer.7754/5 Die Klägerin ist der Auffassung, der Unfall sei durch das Verschulden des Beklagten zu 2 zustandegekornmen» Er sei in unzulässiger Weise mit hoher Geschwindigkeit, etwa. 10 km/h, als Vierter auf drei ziemlich in gleicher Höhe fahrende Schleppzüge aufgefähren«, Selbst wenn auch auf ,fHiHB 2” ein Fehler durch zu nahes Anhalten des Kahns "Fürst gemacht sein sollte, bleibe der Beklagte verantwortlich, da er als Schleppsugführer verpflichtet gewesen sei, auf seinen Anhang zu achten, ihn evtlo durch Glockenschläge zu Wahrschauen und bei Gefahr die Geschwind Kollision des igkeit rechtzeitig herab lalzuges mit "RiflH) 2" anker fallen lassen, und das Boot "Re^PlII" habe mit voller Kraft nach Backbord abgezogen„ Trotzdem sei es nicht zu vermeiden gewesen, daß die Kähne mit’ "De 10" 1 und sind der Auffassung, die Überholung sei bei durchaus hinreichendem Raum zulässig gewesen, auch sei mit etwa 8 km/h nicht zu schnell überholt und genügender Abstand dabei gewahrt wordene Wenn nRifHP2M trotzdem zu nahe an M Für st herangegangen sei, so sei seine Führung dafür selbst und allein verantwortlich, da der Kahn auf langem Strang gehangen habe0 Nach dem Auslaufen des Kahns’ habe der Beklagte zu 2 zunächst versucht, mit dem Boot nach Steuerbord abzuziehen® Als er jedoch erkannt habe, daß der gierende Kahn nicht zu halten gewesen sei, habe man sachgemäß gestoppt und den Strang gefierto Im übrigen sei der Unfall auch darauf zurückzuführen, daß MRifH2" - was unstreitig ist - unterbemannt gewesen sei und die Besatzung daher den Kahn nicht genügend in der Gewalt gehabt habe® noch daß er an die Klägerin seinen angeblichen Anspruch gegen die Beklagten auf Freistellung von Ansprüchen der Klägerin abgetreten habe; wie in einem solchen Fälle die Beweislast zu verteilen wäre? den Übergang vom rechtsrheinischen zu dem linksrheinischen Ufer noch nicht vollendet gehabt« Daraus will die Revision Schlüsse auf ein schuldhaftes "verhalten des beklagten Schleppzugführers und das fehlende Verschulden des Schiffsführers von "Ril^H 2” ziehen«, Dabei setzt sie sich jedoch über die rechtsirrtuins-freie Feststellung des Berufungsgerichts' hinweg? hat der Führer des "Red"-Talzuges von dem Übergang des "«"-Sohleppzuges nichts mehr gesehen«. "RiflHB 2" habe unmittelbar und wenige Sekunden vor dem schnell herankommenden Talzug auf die linksrheinische Seite wechseln müssen* entbehrt somit der Begründung« Bei der Vorbeifahrt von "RiflHl 2M an "Bürst hat es sich also um ein reines Überholmanöver und nicht um ein aus Übergang und Überholung zusammengesetztes einheitliches Manöver gehandelt« so daß die Tatsache* daß sich auch auf der rechten .Stromseite in annähernd gleicher Höhe zwei Bergzüge überholten* für das linksrheinische Überholmanöver des Zuges ohne jede Bedeutung gewesen sei.«, lich Platz gewesen* und ihre Aussage teilweise jcäher dahin präzisierten* daß im Zwischenraum■ zwischen dem "Re®"-Talzug und den "I^H"-Bergzug sogar 2 bis 3 Schiffe hätten passieren können« Lediglich der Schiffsführer Be^B von sei war der Auffassung, das Fahrwasser sei ziemlich eingeengt gewesene Das Berufungsgericht hat sich mit dieser Auffassung anseinandergesetatj ist ih?? aber nicht gefolgt; wobei es darauf hingewiesen hat, daß auch nach der Meinung dieses Zeugen Plats für einen Talzag gewesen sei, "falls alles im ursprünglichen Kurs geblieben wäre"« Damit hat das Berufung.?, gericht auch die Auffassung dieses Zeugen, der Schiffsführer von "HiHi2" sei gezwungen gewesen, den Kahn "Fürst : hart anzuhalten, abgelehnt, wenn dies auch nicht ausdrücklich geschehen ist« Die Rüge der Revision, das Berufungsgericht habe die Aussage dieses Zeugen nur unvollständig gewürdigt, ist daher unbegründet« m behauptet), meint, der "Re^"-Talzug sei im Hinblick auf die beiden rechtsrheinisch stillliegenden "De G^HB^'-Schiffe und die sich gegenseitig rechtsrheinisch überholenden Bergzüge "WiJH" und "Maria von der rechtsrheinischen Längskribbe 160 bis 170 m und von den linksrheinischen Bojen nur 90 bis 100 m entfernt gewesen« Selbst wenn diese Rechnung richtig wäre, bliebe zwischen dem "DJHB!,--Bergzug,’ der nach der Beweisaufnahme die linksrheinischen Bojen, hart angehalten hat, und dem "Re®"-Talzug noch ein Zwischenraum von etwa 70 m« Die Annahme, daß auch dieser Zwischenraum unzweifelhaft hinreichend für das Überholen und Vorbeifahren war, liegt nahe, da nach der Feststellung des Berufungsgerichts.an der Innenseite der dortigen kräftigen Linkskurve des Stromes für die Talfahrt kaum eine Gefahr bestand, der ML^Ä"-Zug Revision Unsicherheitsfaktoren sugrundeliegen5 die sie als fragwürdig erscheinen lassen,, Das gilt vor allem von dem Abstand der stilliegenden "De G*®”-Sehiffe zu der Längskribbe* der von den Zeugen sehr unterschiedlich angegeben worden ist0 Das 'Berufungsgericht brauchte sich mit einer solchen auf unsicheren »Schätzungen beruhenden Rechnung nicht zu befassen* es konnte su seiner Feststellung auf Grund der Aussagen, der Zeugen über den Zwischenraum zwischen dem ML®BM-~Bergzug und dem "Re®"~Talzug kommen; erfahrungsgemäß ist eine Schätzung in Metern viel schwieriger als die Beurteilung* ob zwischen zwei Fahrzeugen noch ein drittes passieren kann Daher entbehren auch die Angriffe’ der Revision gegen die Feststellung des Berufungsgerichts* der "Re® "-falz ug habe sich in Strommitte oder gar etwas mehr rechtsrheinisch gehalten* der tatsächlichen Grundlage9. Revision* der MWi(®"--Bergzug müsse von den Uferliegern einen Abstand von mindestens 20 m gehabt haben* läßt die Aussage des Kapitäns Be® außer acht* wonach'dieser Schleppzug so hart wie möglich rechtsrheinisch an den dort liegenden Schiffen vorbeifuhro wofür nach der rechtsfehlerfreien Fest Stellung des Berufungsgerichts nach dem vollzogenen Über_ gang genügend Zeit und Gelegenheit war; auch der von der Revision errechnete Zeitraum von 1’1/2 Minuten hätte aus gereicht? ob das "lJd"--Boot vorher bei der Überholung von "Fürst einige Meter , mehr oder weniger Abstand von diesem Kahn gehalten hat« Die alleinige TJnfallursache sieht das Berufungsgericht ohne Rechtsfehler darin? Fehle seines To hie Revision rügt weiter, im angefochtenen Urteil sei die Aussage des Schiffers Becker vom Kahn "Fürst bMBm nioht berücksichtigt worden, der bekundet habe, daß allein die hohe Geschwindigkeit des Bootes das richtige Nachsteuern des Kahnes 2" unmöglich ge- Ha|K) selbst die eigene Geschwindigkeit auf 8 - 9 km/h geschätzt haben, dann ist nicht bewiesen, sogar wenig wahrscheinlich, daß der Beklagte zu 2 mehr oder wesentlich mehr als 8 km/h gefahren ist0 Eine Überholungsgeschwindigkeit von 8 bis 9 km/h aber ist keineswegs zu hocho" Biese Ausführungen sind rechtlich nicht zu beanstanden«, Im übrigen hat das.Rheinsehiffahrtsgericht mit Recht darauf hingewiesen,, daß gegen die Geschwindigkeit des Schleppzuges auch dann nichts einzuwenden. Wahrung eines ausreichenden Abstandes hätte der Vorgang sich nicht in der geschehenen Weise nachteilig bei der Vorbeifahrt auswirken können0.Für die Behauptung der Revision, "der verzweifelte Versuch (der Besatzung von das zu weite Abkommen nach rechts zu ver-- angefochtenen Urteil außer acht, daß "RiflB 2" äen Übergang nach dem linksrheinischen Ufer schon 40 - 50 m hinter "Fürst DflHHB'1 beendet gehabt hatte und erst anschließend durch zu hartes. VI® Die Revision meint weiter, der beklagte Schiffsführer, von "Dp®" habe selbst geltend gemacht, daß "RiSP mP 2" schon immer Schwierigkeiten beim Nachsteuern gehabt’ habe, und hätte deshalb nicht überholen dürfen0 VIIc Das Berufungsgerioht ist zu der Überzeugung gekommen , daß die Maßnahmen des Beklagten zu 2 auch nach dem Aus scheren von 2" nicht zu beanstand en seien«, Es könne keineswegs als unsachgemäß angesehen werden ■— so führt das Berufungsgericht in Übereinstimmung mit dem Rheinschiffahrtsgericht aus wenn der Beklagte zu 2 nach, dem vergeblichen Versuch, seinen Anhangkahn nach steuerbord abzuziehen, abstoppte und den Strang fieren ließ, um dem Kahn Gelegenheit zu geben, auf der anderen Stromseite zu bleiben und den Talsug über den durchhängen. den Schleppstrang fahren, zu lassen«, Die Revision rügt Verletzung des § 128 ZPO«, Sie meint, der Umstand, daß der Beklagte sich bei seiner polizeilichen Vernehmung in diesem Sinn' geäußert,, die gleiche Äußerung e/ber im vorliegenden Rechtsstreit nicht zu wiederholen gewagt habe, lasse die Äußerung als unrichtig erscheinen«, Die Rüge ist unbegründet 0 Die Revision übersieht, daß nach dem Urteil des Rheinschiffahrtsgerichts (S„ 5)? auf das des Berufungsgericht Bezug genommen hat, der Beklagte zu 2 seine Äußerung auch im vorliegenden Rechtsstreit vorgetragen hat«, VIIIo Schließlich beanstandet die Revision, das Berufungsgericht habe die Behauptung der Klägerin über das Verhalten des Beklagten . Fahrtflagge gestrichen hatte) nicht berücksichtigt«, Das Berufungsgericht brauchte jedoch hierauf nicht einzugehen, da diese Vorfälle mit dem Unfall.in keinem Zusammenhang stehen und der Beklagte zu 2 bei der ■ Uiifallfahrt nautisch einwandfrei gehandelt hat„