BGH · II ZR 191/65
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Nachschlagewerk: ja BG-HZ: nein BinnSchG § 92; HGB § 736 Abs„ 1 Ist ein Schiffszusaromenstoß durch gemeinsames Verschulden der Besatzungen der Schiffe des Klägers und des Beklagten herbeigeführt worden und steht nach den zwischen den Parteien getroffenen PestStellungen fest, daß der Zusammenstoß auch durch das Verschulden eines dritten Schiffes, dessen Eigner am Rechtsstreit nicht beteiligt istj herbeigeführt worden ist, so ist bei der Festsetzung der auf den Beklagten treffenden Schadens quote die Mitverantwortlichkeit des dritten Schiffes zu berücksichtigen o Bas Urteil erwächst..aber nicht gegenüber dem Eigner des dritten Schiffes in Rechtskraft * Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Rheinschiffahrtsobergerichts in Köln vom 31o August 19659 soweit es die Klage nicht abgewiesen hat, aufgehoben« Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung, auch Uber die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwiesen« (lo34Ö t)« Sie macht Schadenersatzansprüche in Höhe von 17«587,91 DM nebst Zinsen wegen Schäden geltend, die ihr im Verlaufe einer Massenhavarie am Morgen des 22« Dezember 1961 bei St« Sebastian (Rheinkm 599) durch Beschädigung von 24“ (nur diese Schäden - zuzüglich des Drahtschadens - spielen für die Revisionsinstanz eine Rolle) erwachsen seien« Wegen dieser Schäden hat die Klägerin die Beklagte zu 1 als Eignerin des Schleppkahns 3U (1«323?5 t, 80 m lang, 9,49 m breit), den ursprünglichen Beklagten zu 2 als den verantwortlichen Schiffsführer dieses Kahns in Anspruch genommen« Der Be- auf verschiedene Art ständig» Darunter befand sich auch das MS n^i(HHiM (830 ^ mit dem P®e*en Kahn 29" (l»30Q t), die beide der Streithelferin zu 4 gehören» Dabei schlug der Steuerbord-Kahn Herumschwaien mit dem Steuerbord-Achterschiff gegen den Vordersteven von 3,r, und beide Kähne blieben in Schräglage, mit den Köpfen zu Tal, an ”Sch|BB 3M hängen; auch brachen die Schleppdrähteo Das MTS "MyBB" (67 m lang), das der Streithelferin zu 2 gehört, geriet zunächst zwischen die Kribben und legte sich etwas später, mit dem Kopf zu Berg, zwischen “SchfHB 3" und ? 34” steuerbords, "fflBHHB 40” backbords* Auch dieser Schleppzug versuchte sich ständig zu machen* Die zweite Länge machte los und landete linksrheinisch köpfen vor oberhalb von "SchBHH 3lf, während das Boot mit der ersten Länge über Steuerbord aufdrehte* Dabei rissen die Drähte; der Backbordkahn geriet mit dem Back- XXIn v/ar dem Kahn "liflHV1 soweit auf gelaufen, daß es versuchte, an dessen Backbordseite, zwischen ihm und der vor Anker liegenden zweiten länge von £trs 2U Die Klägerin behauptet, der Kahn “SchfllHl 3” habe vorschriftswidrig im linksrheinischen Fahrwasser gelegen und hierdurch den Zusammenstoß mit dem Anhang des Zuges verschuldet» Der Pulk um “Schd^ 3” habe das Revier für die lalfahrt gesperrt« iibBHB34" sei durch die von dem Beklagten zu 2 verschuldeten Kollisionen mit dem IfH-Anhang SK ”BafHn und dem Anhang SK 1» Das Berufungsgericht geht davon aus, daß es auf die Lage des Kahns in der Nacht vor und nach der Anfahrung durch MS "SeflHIHY nicht. da der Kahn gegen 6 Uhr morgens durch eigenes Rudermanöver wieder weiter nach rechtsrheinisch in die Nähe des Bootes "XflHlHB III” beigegangen sei» Auf die Lage von Romme es nicht an, da dieses Fahrzeug nach der Kollision außerhalb des Fahrwassers zwischen den Kribben angehalten habe«. beigegangeno Als Ergebnis der Beweisaufnähme stellt das Berufungsgericht fest, der Kahn habe sich mit seiner Steuerbordseite 30 bis 40 m neben “XflHHHI XII" und damit in sehr exponierter Lage beträchtlich außerhalb der Stillieger befunden» Als gegen 1/2 7 Uhr der “IflHHHl III”-Schleppzug 150 bis 200 m abgesackt sei, habe 3V ganz allein mitten im Fahrwasser im üblichen falkura gelegene Zwar könne "Sch^D 3” für die Verstopfung des Reviers unterhalb des Kahns nicht verantwortlich gemacht werden* Jedoch hätte man auf uSch(HH 3” bei dieser Situation damit rechnen müssen, daß die am Morgen zu erwartenden lalfahrer bei der schlechten Sicht gezwungen noch vor dieser in der Stromkrümmung liegenden Masse von Anker.liegern im Bereich des Kahns "SchBHB 3,r aufzudrehenp da die lalfahrer vor der Ecke von St«, Sebastian das Revier erst spät hätten übersehen können» Für das Aufdrehen habe ein Zwischenraum zynischen "SchBHi 311 und den linken Kribbenköpfen von 609 allenfalls 70 bis 73 m zur Verfügung gestanden« Bas sei unzureichend gewesen« Der Kahn nSch|BB 3n hätte rechtzeitig für Abhilfe sorgenp notfalls sein Schleppboot zu dem Eingreifen veranlassen müssen« Der nun in 400 - 600 m Abstand folgende |-Schleppzug habe zunächst seine zweite länge losmachen und sich kopfvor auf den Achterankern länden lassen« Die beiden 3BHHB~*Kähne seien bei Ion 599p 1-2 im Fahrwasser 25 - 50 m außerhalb der Kribben ständig geworden« Als das Boot mit den beladenen Kähnen der ersten länge scharf über Steuerbord aufgedreht habe* sei der Pulk um "ßchBHB 5” im Wege gestanden« Der Backbordkahn "OBHIB" sei mit dem Achterschiff gegen "MuBB" geschlagen« Die Strangschäden von "RfHHHB seien eine Folge des erzwungenen scharfen Aufdrehens gewesen« vor ständig zu werden, dem Pulk nach Backbord ausweichen müssen» Dabei sei der Backbordkahn ,,Ba§J,f mit dem Vorschiff gegen das Achterschiff des Kahnes "RflHHHIH 34 w gestoßen* nBa(p* und ’'Ku^Hu seien abgeprallt und HKuJ^p,f sei gegen den schräg vor "Sch^HB^11 liegenden Kahn geraten* Die Verbindungsdrähte zwischen den Der zweiten Länge des Wjd~Schleppzuges sei der nachfolgende Schleppzug ”Fr(HHB XXIH aufgelaufen«, Dessen Backbordkahn erster Längey "BgH KaBHBI 51", sei beim Treiben mit dem Vorschiff gegen den inzwischen wieder ständig gewordenen Kahn "BBHHHB 34,r gestoßen, weil der ^^■■^Schleppzug durch den Pulk zu weit nach linksrheinisch hin abgedrüekt worden sei» Der Kahn n] m 34" sei dann von der ersten Länge des Frj Stages mitgenommen und weiter unterhalb zwischen die Kribben gedruckt worden» Die Rüge ist nicht begründete Der Kahn mußte nach § 67 RhSchPVO seinen Liegeplatz auch nach der Anfahrung durch so nahe am IJfer wählen, wie es sein Tiefgang und die örtlichen Verhältnisse gestatteten! An dem näheren Beigehen v/urde "Sch^HH 311 auch nicht durch den Nebel gehindert; nach dem sich auf die Beweisaufnahme stützenden Vortrag der Revision betrug die Sichtweite zeitweilig nur $0 - 60 m und selten mehr» Wenn die Sichtv/eite ”zv/i~ schendurch einmal frei” war, so könnte der Kahn diese freie Sicht zu dem Beigehen ausnutzen. Me Rüge ist nicht begründet» Das Berufungsgericht hat in dem Urteil vom 17o August 1965 in der Sache Zürich ("SeBBBBB") gegen SohflBi 5 U 206/64 « XX ZR 21/66 festgestellt, daß durch den Zusammenstoß mit MS >r3eflHP* UE' ^er Kranbalken herausgerissen worden und die öhring-kette gebrochen seien, ohne daß die eigentliche Ankex*-Vorrichtung beschädigt worden sei, und daß am Morgen bei der beabsichtigten Fahrtaufnahme der Kahn den Anker nicht habe herausdrehen können» Me Beklagten haben aber nicht dargetan geschweige denn bewiesen, daß die Schäden am Ankergeschirr es dem Beklagten zu 2 unmöglich gemacht hätten, näher an heranzugehen, als dies tatsächlich geschehen ist» Überdies hat das Berufungsgericht in dem bezeichneten Urteil 3 U 206/64 (S» 30) ausgeführt, das Boot "Anna ElJBHB' habe am Morgen kurz vor den Kollisionen, in die "Sch£HB 3" verwickelt worden sei, langsam angezogen, um die Fahrt aufzunehmen» 3" wegen Schäden am Kranbalken und an der Öhringkette nicht in der läge gewesen wäre, seinen voraus nach Steuerbord stehenden Buganker herauszuziehen, hätte der Kahn die Möglichkeit gehabt, durch entsprechende Ruderstellung etwas näher zu dem rechten Ufer beizugehen, wenn er dem Zug des Bootes gefolgt wäre« Baß diese Möglichkeit sich erst nachträglich herausgestellt habe, wie die Revision behauptet, ist nicht ersichtliche Bie Beklagten haben selbst in jenem Rechtsstreit im Schriftsatz vom 26* März 1965 So 24 a*E* ihrem Schleppzugführer vorgeworfen, er habe versäumt, den Kahn nach der Anfahrung durch aus dem Fahrwasser herauszubringen, wenn er dort tatsächlich gelegen habe» Also hat nach dem eigenen Vortrag der Beklagten trotz der Schäden am Ankergeschirr diese Möglichkeit bestanden0 Ohne Rechtsfehler hat das Berufungsgericht angenommen, der Schiffsführer von "ScbflHI 3” habe sich nicht darauf verlassen können, daß wegen des in seinem Raum herrschenden unsichtigen Wetters keine Talfahrt kommen werde* Er kannte die Sichtverhältnisse oberhalb nicht, konnte sich also nicht darauf verlassen, daß sie ebenso schlecht seien wie an seinem Standort* Sein Vorbringen, wegen der Schiffsansammlung und des unsichtigen Wetters wäre eine Fortsetzung der Talfahrt auch dann nicht möglich gewesen, wenn er vorschriftsmäßig näher an "iflBB Hl” gelegen wäre, kann ihn nicht entlasten« Gerade mit Rücksicht hierauf mußte er der etwaigen Talfahrt möglichst viel freien Raum zu dem Aufdrehen oder Anhalten lassen* Baß er das nicht getan hat, war sein Fehler* "FiflHBxXI11 und "Anna ElHIHft” ein Verschulden an den vorgenannten Schäden der Klägerin trifft» Bin Verschulden der klägerischen Fahrzeuge ist vom Berufungsgericht verneint» Im übrigen ist die Frage im hier angefochtenen Urteil nicht behandelt, braucht auch vom Standpunkt des Berufungsgerichts nicht behandelt zu werden (vgl. Bas Berufungsgericht ist der Ansicht, der Führer __________des "Hy^B^-Schleppzuges habe sachgerecht gehandelt, als er vom land her eine Wahrschau erhalten, das Auf drehen des voraus fahrenden MS bemerkt und Hinsicht in den Unfallbereich bekommen habe. Die Begründung, mit der das Berufungsgericht ein Verschulden des Schleppzugführers verneint, hält der rechtlichen Nachprüfung nicht stand» Denn es hat nicht geprüft, ob ■HB bei dem Umfahren der Ecke von St» Sebastian den nautisch richtigen Kurs eingehälten hat» hat bekundet, in der Nähe der Fähre (km 598,9, Augenscheinsprotokoll GA 97} bei der Kirche St» Sebastian sei vom Ufer aus mit einer Taschenlampe geblinkt und zugerufen worden, sie sollten aufdrehen, es sei kein loch mehr frei» Br habe dann seine schon vorher nicht volle Fahrt verlangsamt» Br sei dann auch gerade um das Eck herumgekommen und habe gesehen, daß das Eevier unterhalb verstopft und MS rundge- geschlagen sei» Eine Durchfahrt sei weder auf der rechten noch auf der linken Seite dieses Kahns möglich gewesene Diese Aussage und die sich damit deckende Feststellung des Berufungsgerichts p man habe auf erst nach Umfahren der Ecke gesehen, daß das Revier unterhalb von ,fSchflIB 3“ im Nebel gelegen habe und vollständig verstopft gewesen sei, legt die Annahme nahe* daß "My®®1 schon vor dem Erreichen der Ecke einen nautisch fehlerhaften Kurs gefahren ist„ Ob das zutrifft, muß das Berufungsgericht prüfen; dabei wird folgendes zu beachten sein» Das Berufungsgericht hat in seinem gleichzeitig verkündeten Urteil in der Sache C'Hoflm^1) gegen Sch^m 3 U 59/65 ausgeführt (So 28), der Schiffsführer des MS "HoflHF' durch Sicht Verschlechterung und die schon von weiter oben her erkennbare ungewöhnliche Massierung der Bergfahrt an der Stromkrümmung bei Sto Sebastian und Bendorf hinreichend gewarnt worden0 Es ist nach den bisherigen Feststellungen nicht ersichtlich, warum dies nicht auch für den hinter fahrenden Führer von "MyHB" gelten soll« Wie weit diese Schiffsansammlung sich zu dem linken Ufer hinzog, konnte man auf ,rMyiBI,r wegen der Ecke bei Sto Sebastian wohl nur deshalb nicht erkennen,weil uMyJB|H zu nahe am linken Ufer fuhr» Ist es an sich schon mit der nautischen Sorgfaltspflicht kaum vereinbar, wenn sich ein Talfahrer so nahe an das linksrheinische Ufer hält, daß er wegen der Kirchhof smauer an der Ecke erst nach Umfahren der Ecke Einblick in das linksrheinische Fahrwasser gewinnt, so gilt dies erst recht, wenn er schon von weiter oben her rechts- zuweisen, loszuwerfen und kopfvor ständig zu machen, wie das der zweite, ebenfalls aus zwei nebeneinander ge-meerten großen Kähnen bestehende Anhang des nachfolgenden Bfm^B-Schleppzuges raft Erfolg getan hato Dann hätte auch selbst entweder drehen oder kopfvor ständig werden können» Hierfür war nach der Feststellung des Berufungsgerichts in der Sache (»HoBHP1) gegen SchflHB (dortiges Berufungsurteil So 28) genügend Platz» Jedenfalls dürfte das kopfvor Ständigmachen des Schleppzuges nach der Sachlage ein geringeres Risiko in sich geschlossen haben als das Aufdreheno Dem Schleppzugführer kann nicht zugute gehalten werden, daß es sich bei seinem Entschluß, mit dem ganzen Schleppzug aufzudrehen, um eine Maßnahme des letzten Augenblicks gehandelt habe, Bas gleiche, was das Berufungsgericht, in diesem Punkte hinsichtlich des Schiffsführers von "Ho^^l^11 ausgeführt hat (dortiges Berufungsurteil So 28 f), dürfte auch für den Schleppzugführer von gelten» Palls nach der vom Berufungsgericht vorzunehmenden Prüfung davon auszugehen ist, daß nautisch richtig in der Mitte des Fahrwassers, eher mehr rechtsrheinisch hätte fahren müssen, um das Revier hinter der Ecke rechtzeitig einsehen zu können, so wäre es wohl nicht zu dem mißglückten Aufdrehraanöver von ge- Bie Revision meint, auch die Anhangschiffe seien schuld» Bas trifft nicht ziio Ein eigenes Verschulden der Anhangschiffer ist nicht darin zu sehen, daß sie dem Kurs ihres Bootes folgten. äa sie nicht vor eine sie unmittelbar bedrohende Gefahrenlöge gestellt v/aren» Die Verantwortung für den Kurs des Schleppzuges trägt grundsätzlich der Schleppzugführer o Bei dem vom schleppenden MS eingeschla- zug in 400 bis 600 m Abstand gefolgt» Erst am FMhrsteiger sei 1" von dem Fährmann sflHgewatrschaut worden; kurz oberhalb der Kirche habe man die ersten Notsignale gehört und den "MyJP^-Schleppzug aufdrehen sehen, Der Schleppzugführer habe dann völlig sachgerecht und schnell gehandelt» Er habe zunächst die Leerkähne Das Boot habe mit den beladenen Kähnen der ersten Länge wegen des im Weg liegenden Pulks um "SchUH^” scharf über Steuerbord aufgedreht, wobei zwei Schleppstränge gerissen seien» Der Backbordkahn dann gerade noch mit dem Achterschiff gegen den schrägliegenden Kahn "Mu®®" angeschlagen» Auch hier hat das Berufungsgericht nicht geprüft, ob der Schleppzugführer des EflHHHH"~3uges * wenn ihm erst am Fährsteiger infolge der Wahrschau die Gefahren- lage offenbar wurde, die Ecke nicht nautisch falsch angehalten und dadurch zu spät die durch den Pulk um ”SchfB| 3U drohende Gefahr erkannt hat« Bejahendenfalls hätte er nicht nur seinen zweiten Anhang viel früher loswerfen und damit dessen unzulässige Lage im Fahrwasser kurz oberhalb von "ßchBHB 3" veiroeiden, sondern auch mit dem ersten Anhang rechtzeitig in normaler Weise drehen können. Der Schleppzugführer Stavast von "Wm" war schon etwa 2 Ion vor der Unfallstelle darauf hingewiesen worden, daß dort das Revier verstopft sei und er nicht v/eiterfahren könne. daß sie vor der Unfallstelle aufdrehen oder ständigmachen würden» Insbesondere galt dies auch von dem vor ihm fahrenden Bei dieser für ihn erkennbaren Sachlage mußte "W^B” nach der Wahrschau sofort anhal-ten» Er durfte es nicht darauf ankommen lassen? Y/erfen» War auch ein Aufdrehen mit dem dann nur noch aus dem Boot und der ersten Dänge bestehenden? Las Berufungsgericht hat verkannt, daß das Gebot des Anhaltens auch ein Ständigwerden kopfvor in sich schließt, wenn ein Aufdrehen nicht möglich ist (vgl, § 80 Nr, 2 RhSchFVO), Schleppzugfuhrer Stavast kann sich nicht darauf "berufen, daß durch sein Anhalten kopfvor etwa der nachfolgenden . Talfahrt das Aufdrehen unmöglich gemacht wurde, da sich auch diese notfalls kopfvor ständig machen mußte, Liese Art des Anhaltens barg für die Talfahrt weit geringere Gefahren in sich als wenn sie, wie geschehen, sich einfach langsam bis kurz vor die Unfall-steile weitertreiben ließ. Selbst dann hat Si4H nicht einmal seinen zweiten Anhang angewiesen, löszuwerfen; der Schiffs führer von als er die Gefahr erkannte, aus eigenem Entschluß nach Steuerbord gegangen und hat Anker gesetzt, wobei die Schleppirerbin-dung zu seinem Kahn gebrochen ist. So kam es, daß die Anker auf den Übrigen Fahrzeugen des Schleppzuges erst gesetzt wurden, als die Kollisionen nicht mehr verhindert werden konnten, Ler Schiffseigner des Bootes 11 ist daher für die Schäden, die der Klägerin durch den Anstoß von irBa®M und später durch den Anstoß von KaHB51" gegen 34" entstanden sind, mit- Das Berufungsgericht hat festgestellt; Das dem Schleppzug "ViH" in geringem Abstand folgende Schleppboot XXI” sei seinen vier Kähnen dem Kahn schließlich so weit aufgelaufen, daß es sich bereits auf der Backbordseite desselben befunden habe. Dabei sei der Backbordkahn der ersten Länge, KaBHB^'S mit dem Vorschiff ebenfalls gegen den inzwischen wieder ständig gewordenen Kahn "RBHHBB 54” gestoßen. nach der Wahrschau sofort anzuhalten, ergibt sich aus den gleichen Erwägungen, die oben für den W^^L-Schleppzugführer angeführt sind» Anstatt anzuhalten, ist der Schleppzug immer näher an den Wpp§-Zug herangefahren, bis er schließlich dessen zweiter länge aufgelaufen ist« Das Berufungsgericht gibt in dem bezeichneten Urteil (So 39) eine Äußerung des Kahnführers FupB wieder - ohne hierzu Stellung zu nehmen - , v/onach die Schleppdrähte der zweiten Länge nicht hätten losgemacht werden können, v/eil auf ihnen die Heerdrähte der ersten Länge gesessen hätten» Selbst wenn das richtig Y/äre, könnte sich der Schleppzugführer hierdurch nicht entlasten. Berufungsgericht in dem gleichzeitig verkündeten Urteil in der Sache Schfl^B gegen Reederei ZflBlI (MS "Sefll mp") 3 U 206/64 verneint«, Vom Boot aus habe man in der Nacht die läge des 300 bis 400 m unterhalb befindlichen Kahnes "SchBBB 3" nicht feststellen können, da die Sicht sehr schlecht gewesen sei; auch habe zwischen dem Kahn und dem Boot nicht nur der Kahn Nr«, 1 "Ru®", sondern an dessen Steuerbordseite noch ein Schweizer Motorschiff gelegen, das durch seine Aufbauten die Sicht versperrt habe» Erst am Morgen, als die Bahrt des Schleppzuges aufgenommen v/erden sollte, sei erkennbar gewesen, daß “SchBBB 3“ im Fahrwasser gelegen habe» Von "SclpB' 3” aus habe man Uber "RuJB1 gemeldet, man könne den Anker nicht herausdrehen, da alles kaputt sei» Bas Boot habe aber doch langsam angezogen, wSchm 3” sei nicht mitgegangen» In diesem Augenblick sei schon die Talfahrt in dichter Folge gekommen und die läge sei bedrohlich geworden, da das Boot erst einmal den Kahn HRu®° in Sicherheit habe bringen müssen; inzwischen sei "Sei 3“ in weitere Kollisionen verwickelt worden, die eine wirksame Hilfe des* Bootes unmöglich gemacht haben» fr ansammlung ist für die Schiffahrt eine erhebliche Gefahrenlage entstanden« Die Gefahrenlage hat sich für die Talfahrt dadurch verschärft, daß oberhalb St» Sebastian die Sichtverhältnisse die Talfahrt noch zuließen, während die vielen Schiffe (vom Bootsführer auf etwa 150 m geschätzt), die sich wegen der schlechten V/etter-Verhältnisse unterhalb angesanunelt hatten, wegen des unsichtigen Wetters die Fahrt nicht aufnehmen konnten (§80 RhSchPVO)» Dazu kam, daß die Schiffe in einer Stromkrümmung lagen und die Hinsicht in die Innenseite dieser Krümmung für die Talfahrer bei zu nahem Anhalten des linken Ufers erschwert war» In dieser Gefahrenlage haben jedenfalls die Schiffsführer von "ScbfliHB 3% und uFr^BBP^in’ möglicherweise auch die von und "ftflHHHi 9 unter Verletzung ihrer nautischen Sorgfaltspflicht versagt» 3U, er habe das Fahrwasser nicht genügend freigemacht, dürfte deshalb in milderem Dicht erscheinen, weil er - unrichtig - geglaubt hat, die läge seines Kahnes erlaube Talfahrern, mit denen er an sich nicht gerechnet habe, die Durchfahrt» Doch trifft ihn auch der Vorwurf, daß er nicht die Verstopfung des Reviers unterhalb seines Kahnes und damit die Möglichkeit, ein Talzug werde vielleicht in seiner Höhe aufdrehen, rechtzeitig in Erwägung gezogen hat» Falls anzunehraen ist, daß den Schiffsführer von 7 dem wegen seines großen und teilweise beladenen Schleppzuges eine erhöhte Sorgfaltspflieht ohlag, besonders im Hinblick auf die erkennbare Schiffsansammlung in der Strorokrümmung einen falschen Kurs gefahren ist, so dürften die Umstände des Falles nicht Das Verschulden des Schleppzugführers des Bootes hMBBHu wesentlich schwerer als das der Schiffsführer von 113chm 3’* , I1' und "MyJB1*0 war rechtzeitig gewahrschaut worden» Br wußte, daß das Revier bei St» Sebastian verstopft war» trotzdem ist er noch weitergefahren, statt sofort anzuhalten» Sein unverständliches Verhalten ist nur dadurch zu erklären, daß er sich der nroh der Sachlage unbegründeten Hoffnung hingab, er könne noch aufdrehen, und daß einem Schleppzugführer der Entschluß, seine Fahrzeuge kopfvor zu länden, schwerer fällt als der Entschluß, aufzudrehen» Sein Verschulden dürfte etwa doppelt so hoch zu bewerten sein wie das von “ScbflB 3"o denen v/eiteren Schäden der Klägerin sind außerdem durch den Schleppzugführer von "PrflH XXI*1 schuldhaft her-beigeführto Da nach den in diesem Rechtsstreit zwischen den Parteien getroffenen Feststellungen die Mitverantwortlichkeit des Bootes "FrflHHB XXI"- feststeht ?