BGH · II ZR 180/58 vom 01.04.1958
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der II« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 28« September 1959 unter Mitwirkung der Bundesrichter Br« Haidinger, Br« Kuhn, Br« Haager, Br« Reinicke und Hill für Recht erkannts Bie Revision der Klägerin gegen das Urteil des 4« Zivilsenats des Oberlandesgerichts München mit dem Sitz in Augsburg vom 1. klagten hafteten nicht aus den Schecks, weil diese dem Bezogenen nicht innerhalb der 8-tägigen Vorlegungsfrist vorgelegt worden seien* Die Revision greift diese Ausführungen an* Sie ist der Auffassung, die Vorlegungsfrist sei gewahrt, weil die Schecks am 27* Dezember 1955 bei der Raiffeisen- . Die Revision meint weiter, jedenfalls stehe die Einliefe-rung der Schecks in eine Abrechnungsstelle nach Art* 31 ScheckG der Vorlegung zur Zahlung gleich, und die Schecks seien der LandesZentralbank von Bayern, Zweigstelle einer Abrechnungsstelle im Sinne des Art* 31 ScheckG, am 27® Dezember 1953, also rechtzeitig, eingeliefert worden* Für die Wahrung der Prist komme es nicht darauf an, ob die bezogene Raiffeisenkasse bei der Landeszentralbank, Zweigstelle am Abrech- nungsverkehr teilnehme * Dies habe nur interne Bedeutung für den Abrechnungsverkehr, hindere aber nicht die Prist-wahrungo Es kann jedoch dahingestellt bleiben, ob den Ansichten der Revision zu folgen ist* Denn die Beklagten haften jedenfalls deshalb nicht scheckmäßig, weil der Rückgriff gegen die Aussteller neben der Vorlegung zur Zahlung oder der ihr gleichstehenden Einlieferung in eine Abrechnungsstelle voraussetzt, daß der Protest oder die ihm nach Art* 40 Nr* 2, 3 ScheckG gleichbedeutende Feststellung vor Ablauf der Vorlegungsfrist vorgenommen worden sein muß (Art* 41 ScheckG)* Diese Voraussetzungen liegen jedoch nicht vor* Ein Protest ist nicht erhoben worden« Die Erklärung der bezogenen Bank über die Vorlegung ist erst am 29* Dezember 1955, also nach Ablauf der Vorlegungsfrist, abgegeben worden, und an einer Erklärung einer Abrechnungsstelle, ihr seien die Schecks (zur Abrechnung im Abrechnungsverkehr) rechtzeitig eingeliefert und nicht bezahlt worden, fehlt es* IIo Das Berufungsgericht hat ausgeführt, der Klägerin stehe auch kein Scheckbereicherungsanspruch aus Art» 58 Schecks zu. Der Aussteller eines Schecks sei nur dann bereichert, wenn er einen Gegenwert erhalten habe, den er (nach Wegfall der scheckmäßigen Haftung infolge nicht rechtzeitiger Vorlage oder Einlieferung des Schecks) behalten dürfe. Zwar kann der Gegenwert, der zur Bereicherung des Scheckausstellers führen kann, auch in der Befreiung von einer Verbindlichkeit liegen« Bie Klägerin hat aber nicht dargetan, daß die Beklagten beim Ablauf der Vorlegungsfrist gegenüber Ost noch zur Bezahlung der Schecks verpflichtet gewesen seien. Biese Voraussetzung läge aber nur vor, wenn die Beklagten, was ihre Verpflichtungen gegenüber Ost beträfe, den Scheck an Zahlungsstatt, und nicht, wie dies im allgemeinen bei der Hingabe von Schecks der Fall ist, nur.zeh- Die ft Revision kenn auch nicht damit gehört werden, die Beklagten hätten den Scheck Ost möglicherweise schenkungshalber gegeben; denn eine derartige Behauptung hat die Klägerin in den Tatsacheninstanzen nicht aufgestellt* Es kann daher dahingestellt bleiben, ob in einem solchen Pall eine scheckmäßige Bereicherung der Beklagten gegeben wäre* Im übrigen hat die Beklagte auch nicht dargetan, daß sich die Beklagten mit dem Schaden der Klägerin bereichern würden, wie dies, was die Revision übersieht, in Art* 58 ScheckG ausdrücklich gefordert wird. Die Klägerin habe keinen Beweis für ihre Behauptung angetreten, die Beklagten hätten die Schecks nur hingegeben, um die Klägerin zur Herausgabe des Lastkraftwagens an Ost zu veranlassen; die Schecks seien nicht gedeckt gewesen, und die Beklagten hätten von vornherein vorgehabt, die Schecks sperren zu lassen* Die Revision meint, auf Grund des Vortrags der Klägerin, die Schecks seien nicht gedeckt gewesen, und auf Grund der Sperrung der Schecks bestehe ein Anschein gegen die Beklagten* Das Berufungsgericht hätte deshalb die Beklagten gemäß § 448 ZPO hören müssen.