BGH · II ZR 177/80 vom 27.04.1981
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HGB § 129; ZPO § 767 Der aus § 128 HGB rechtskräftig verurteilte Gesellschafter kann gegenüber der Zwangsvollstreckung nicht geltend machen, daß die Forderung des Gläubigers gegen die Gesellschaft nachträglich verjährt sei. April 1981 durch den Vizepräsidenten des Bundesgerichtshofes Stimpel und die Richter Dr. Schulze, Dr. Bauer, Bundschuh und Brandes für Recht erkannt: Der Kläger meint, er brauche auf den Vollstreckungsbefehl heute nichts mehr zu zahlen, weil die zugrundeliegende Forderung gegenüber der Gesellschaft inzwischen verjährt sei. Der Ansicht des Berufungsgerichts, der Kläger könne sich nicht darauf berufen, daß der dem Vollstreckungsbefehl zugrundeliegende Anspruch gegenüber der Theo KG gemäß Das hat aber nur zur Folge, daß sich ein Gesellschafter, der gemäß § 128 HGB wegen einer Gesellschaftsschuld verurteilt worden ist, auf eine etwa in seiner Person begründete Verjährung (§ 159 HGB) nicht berufen könnte (RG JW 1938, 1173). Hier geht es jedoch nicht um eine dem Gesellschafter aus eigenem Recht zustehende, sondern um eine solche Verjährungseinrede, die der selbst niemals verklagten (nach den Behauptungen des Klägers aber heute noch mit restlichen Vermögenswerten fortbestehenden) Kommanditgesellschaft gemäß Da es sich bei dieser Verjährungseinrede um eine ’’Einwendung” der Gesellschaft handelt, kann sich ein Gesellschafter gemäß § 129 Abs. 1 HGB regelmäßig auf eine solche berufen, wenn er wegen derselben Forderung in Anspruch genommen wird. Sofern der Gesellschafter selbst noch nicht verurteilt worden ist, kann er deshalb einwenden, der Anspruch sei gegenüber der Gesellschaft verjährt. schafterhaftung und Gesellschaftsschuld setzt sich auch ohne weiteres durch, wenn der Gesellschafter zwar bereits zur Leistung einer Gesellschaftsschuld verurteilt worden ist, die Gesellschaft aber nachträglich diese Leistung erbringt, der Anspruch des Gläubigers durch Aufrechnung, Erlaß oder Unmöglichkeit der Leistung erlischt oder sich die Gesellschaft mit ähnlichen später entstandenen rechts-vemichtenden oder rechtshemmenden Einwendungen verteidigen könnte; in diesen Fällen könnte es weder - wie sich aus §§ 767 Abs. 2, 796 Abs. 2 ZPO ergibt - der Zweck der Rechtskraft des gegen den Gesellschafter erwirkten Titels noch sonst irgend ein Grund rechtfertigen, dem Gläubiger weiterhin das Recht zu geben, mit Hilfe des früher erstrittenen Titels gegen den Gesellschafter durchzusetzen, was ihm zwar bei dessen Verurteilung noch zustand, jetzt aber der Gesellschaft gegenüber nicht mehr zukommt (Schlegelberger/Geßler, 4. Einmal kann hier nicht gut gesagt werden, der gegen den Gesellschafter vollstreckende Gläubiger verschaffe sich etwas, was ihm nicht zukomme Zum andern hat die Verjährung dem Schuldner nach Ablauf einer bestimmten Zeit die Gewißheit zu geben, nicht mehr in Anspruch genommen zu werden, und ihn vor den Schwierigkeiten zu bewahren, denen er in zunehmendem Maße bei seiner Verteidigung ausgesetzt ist, je mehr Zeit bis zur Klageerhebung vergeht (vgl. Gläubiger einen angeblichen - Schuldner nicht rechtzeitig in Anspruch, so kann ihm ein durch die Erhebung der Verjährungseinrede bedingter Rechtsverlust zugemutet werden. Dagegen besteht kein Grund, dieses Opfer von ihm auch im Verhältnis zu einem Gesellschafter zu verlangen, gegen den er rechtzeitig vorgegangen ist und dessen persönliche Haftung gleichwertig neben der Häftling des Gesellschaftsvermögens steht. Insbesondere hat ein solcher Gesellschafter kein schutzwertes Interesse daran, daß der Gläubiger neben ihm auch die - möglicherweise vermögensschwache -Gesellschaft in Anspruch nimmt, nur um sich die Durch-setzbarkeit des gegen ihn erstrittenen Vollstreckungstitels zu erhalten. Greift nach alledem der Einwand des Klägers, der Kommanditgesellschaft stehe die Verjährungseinrede zu, nicht durch, haben die Vorinstanzen seine Feststellungsklage zu Recht abgewiesen, ohne daß es darauf ankäme, deren formelle Zulässigkeit zu prüfen (BGH, Urt. v.