BGH · II ZR 176/65
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
zustehenden Tätigkeit©Vergütung ist etwa ab 1956 als ihr Gehalt verbucht worden,, Dazu haben die Parteien am 9„ Oktober 1957 gegenüber dem Finanzamt erklärt, bei dem Abschluß des Gesellschaftovertrages sei ihnen bekannt gewesen und von ihnen vorausgesetzt worden, daß die Ehefrau des Beklagten, Frau E», im Geschäft vollgültig mitarbeite; bei der Festsetzung der jeweiligen Arbeitsvergütung des Beklagten sei daher auch jeweils davon ausgegangen worden, daß sie die Arbeitsvergütung für beide Eheleute darstelleo Der Beklagte hat seiner Frau mit der Behauptung, sie habe seit dem 1 = Januar 1962 wesentlich mehr gearbeitet als vorher, in den Jahren 1962 und 1963 ein Gehalt aus Gesellschaftsmitteln gezahlte Das beanstandet der Kläger ebenfalls, und zwar für 1962 zu einem Teilbetrag von 12 0000 DM und für 1965 hinsichtlich des Gesamtbetrages von 25 = 850 DMo Während das Bandgericht die Klage teilweise äbgewiesen hatte i hat das Berufungsgericht gemäß dem Antrag des Klägers fcstgestellt, daß für 1962 und 1963 dem Beklagten keine Sondervergütung und seiner Frau aus Gesellschaftsmittein kein Gehalt zustehe und deshalb dem Gewinn für 1962 32 <>000 DH Damit hatten sich die Parteien gesellschaftsvertraglich geeinigt, daß der Beklagte die Tätigkeit seiner Ehefrau für die Gesellschaft aus seiner lätigkeitsvergütung zu entgelten habe* Das bezog sich nach Lage der Dinge auf jede Tätigkeit der Ehefraup mochte diese sich im Laufe der Zeit nach den Bedürfnissen des Ge seil schaf bsunternehmens auch in ihrem Umfang und ihrer Art ändern* Dem Beklagten war daher mit dieser gesell*-schaftsvertraglichen Regelung die Befugnis genommen, unter Berufung auf sein Recht zur Geschäftsführung und Vertretung die Arbeitsvergütung für seine Ehefrau zu erheheno Es mag noch darauf hingewiesen werden, daß eine solche gesellschaftsvertragliche Regelung ihren guten Sinn hat* Sie • schützt den anderen Vertragspartner - ähnlich wie bei der Vergütung hierfür als stillschweigend vereinbart angesehen werden müsse, Bei der Beurteilung dieses Angriffs ist von entscheidender Bedeutung, daß der Beklagte seit der Errichtung der Gesellschaft im Jahre 1950 neben seiner Gewinnbeteiligung eine Tätigkeitsvergütung erhalten hatte und daß diese zweimal erhöht worden war, zuletzt noch im Jahre 1961o a) Es ist entgegen der Ansicht der Revision nicht möglich, die mehr als zehn Jahre gehandhabte und dabei zweimal den veränderten Verhältnissen angepaßte Zusage einer solchen Vergütung dahin auszulegen, daß durch sie nur die "übliche" Tätigkeit abgegolten werden solle und daß deshalb für besonders großen Zeitaufwand eine Sondervergütung als stillschweigend vereinbart gelteo Dieser Auslegung steht schon entgegen, daß sich kaum feststellen läßt, welches Arbeitsmaß in einem aufstrebenden Gesellschaftsunternehmen mit nur einem geschäftsführenden Gesellschafter für diesen "Üblich" ist, Dazu sind die Verhältnisse in Personalhandelsgesellschaften zu vielgestaltig und zu wechselhaft. Zu welchem Zeitaufwand ein geschäftsführender Gesellschafter verpflichtet ist, richtet sich nämlich in Rahmen dessen, was ihm billigerweise zugemutet werden kann, nach den jeweiligen betrieblichen Erfordernissen (vgl, dazu BGHZ 37, 384), die je nach der Konjunktur und anderen Umständen sogar innerhalb desselben Betriebs stark schwanken können, Es kommt hinzu, daß der geschäftsführende Gesellschafter den "lohn" für seine Arbeit in erster Linie in seiner Gewinnbeteiligung findet (BGHZ 44» 41)? b) Ebensov/enig läßt sich dieser VorgUtungszusage entnehmen, daß sie hier nur die kaufmännische Geschäftsführertätig-keit erfasse, der Beklagte also für die Beistung anderer Dienste ein zusätzliches Entgelt fordern könne0 Daher stellt sich die von der Revision aufgeworfene frage, ob Dienstleistungen eines Gesellschafters als Aufwendungen im Sinne von § 110 Abs» 1 HGB behandelt werden können, hier nicht0