BGH · II ZR 159/65 vom 07.07.1965
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Der II o Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 1« Juni 1967 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br. Fischer und der Bundesrichter Br. Kuhn, Br. Korr, Br. Schulze und Fleck für Recht erkannt: Ber Kläger verlangt als Halter eines Personenkraftwagens im Wege der Feststellungsklage vom Beklagten Haftpflicht- und Insassenunfall-Versicherungsschutz gegen die Folgen eines Verkehrsunfalls, der sich am 27«» August 1963 ereignet hat. Das ist nach den rechtlich fehlerfreien Ausführungen des Berufungsgerichts nicht der Fall, weil der Kläger es durch die verspätete Einzahlung der gerichtlichen Prozeßgebühr mitverschuldet hat, Hit Recht hat das Berufungsgericht hier eine nicht ganz unerhebliche Nachlässigkeit des Klägers oder seines Prozeßbevollmächtigten darin gesehen, daß sie in der Klageschrift zunächst die Einzahlung der selbst berechneten Prozeßgebühr angekUndigt, dann aber mehr als drei Monate lang nichts unternommen haben, um die in ihrem Machtbereich liegenden Voraussetzungen für eine baldige Zustellung der Klage zu schaffen* Dabei ist das Berufungsgericht zutreffend davon ausgegangen, daß die Partei den Kostenvorschuß nicht selbst zu berechnen braucht und im allgemeinen abwarten kann, bis der Vorschuß nach § 111 Abs. 1 Satz 1 GKG von ihr "erfordert" wird (BGH VersR 1966, 675; 1964, 75; st.Rspr*), In diesem Pall hat der Kläger aber durch seine Ankündigung, er werde die mit 118 DM berechnete Gebühr in Kostenmarken von sich aus "nachreichen", den Eindruck hervorgerufen, eine besondere Zahlungsaufforderung sei überflüssig und könne deshalb unterbleiben. Daher durfte sich der Prozeßbevollmächtigte des Klägers aufgrund seiner eigenen vorausgegangenen Äußerung nicht mehr auf eine Anforderung der Gebühr von Amts wegen verlassen. Vor allem konnte er unter den hier gegebenen, durch ihn selbst ausgelösten besonderen üm-ständennicht damit rechnen, der Kläger persönlich werde noch eine Zahlungsaufforderung erhalten (vgl* §§ 31 Abs, 1, 32 Abs, 3 der bundeseinheitlichen Kostenverfügung vom ?, September 1957) o Er hätte daher entv/eder die Ankündigung in der Klageschrift unverzüglich selbst wahrmachen oder, wenn er den Vorschuß, den ihm der Kläger auf seine Anwaltsgebühr gezahlt hatte (Schriftsatz des Klägers vom 17, Mai 196$), hierfür nicht verwenden wollte, den Kläger selbst, möglichst mit einem Hinweis auf die Dringlichkeit, dazu auffordern müssen, den Vorschuß alsbald zu entrichten. In jedem Kall hätte der Prozeßbevollmächtigte die Sache im Hinblick auf die Gefahr einer Frist-versäumnis mindestens so lange, wie er die selbst angekündigte Gebühreneinzahlung nicht mit Sicherheit als erledigt ansehen konnte, weiter im Auge behalten und deshalb stutzig werden müssen, als ihm nach angemessener Zeit weder eine Serminsladung, aus der er zuverlässig auf die erfolgte Klage Zustellung hätte schließen können, noch eine sonstige Nachricht, wie etwa eine gerichtliche Ko-stenanforderung, zugegangen war* Bine über 3 Honate lange Untätigkeit war mit der Sorgfalt, wie sie hier naoh der vom Kläger selbst geschaffenen Sachlage geboten war, nicht zu vereinbaren. Dem kann die Revision nicht entgegenhalten, der Kläger habe mit des* Selbstberechnung der Kosten sogar mehr getan, als das Gesetz von ihm verlange» Sie übersieht hierbei, daß der Kläger entgegen seiner Zusage die Prozeßgebühr nicht alsbald unaufgefordert eingezahlt und deshalb durch seine Ankündigung in der Klageschrift den Portgang des Verfahrens in Wirklichkeit nicht gefördert , sondern im Gegenteil entscheidend zu seiner Verzögerung beigetragen hat« Selbst wenn dem Koetenbeamten ebenfalls eine fehlerhafte Behandlung der Sache vorzuwerfen wäre, räumt dies nicht aus, daß der Kläger und sein Prozeßbevollmächtigter durch ihre Bemerkung in der Klageschrift den Kostenbeamten zu dieser Sachbehandlung erst veranlaßt haben und darum für den weiteren Ablauf mitverantwortlich gevrorden sind, daß sie sich aus Nachlässigkeit nicht dieser Sachlage entsprechend verhalten und hierdurch die Verzögerung der Zustellung mitverschuldet haben» Damit entfällt die Möglichkeit, die Zustellung&*r Klage nach § 261 b Abs.3 ZPO auf den Tag des Hingangs bei Gericht zurückzubeziehen.