BGH · II ZR 158/58
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Monatsfrist des § 158 c Abs, 2 VVG für die Nachhaftung des Haftpflichtversicherers ist eine starre Vrist, die auch dann nicht früher endet, wenn das den Gegenstand der Versicherung bildende Kraftfahrzeug schon vor ihrem Ablauf gemäß § 29 d Abs. 2 StVZO aus dem Verkehr gezogen worden ist. Die Beklagte meint hingegen, daß diese Monatsfrist nur eine äußerste Frist sei, die dann, wenn das Fahrzeug, wie hier, schon vor ihrem Ablauf aus dem Verkehr gezogen wird, schon zu diesem Zeitpunkt ende. Februar 1957 ihr Ende gefunden, so daß sie für die Haftpflichtfolgen aus dem Unfall vom 25. Das Berufungsgericht ist mit Recht der Auffassung, daß dj.e in ^ 158 c Abs. 2 VVG normierte Frist für die Hach- haftung des Haftpflichtversicherers eine starre Frist ist, die auch dann nicht früher endet, wenn das den Gegenstand der Haftpflichtversicherung bildende Kraftfahrzeug schon vor ihrem Ablauf gemäß § 29 d Abs.- 2 StVZO aus dem Verkehr gezogen worden ist. Hieran kann schon nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes kein Zweifel bestehen; denn § 158 c Abs. 2 VVG' bestimmt unzweideutig eine feste Sfachhaftungs-zeit von einem Monat und läßt deshalb keine Umdeutung in eine äußerste Frist in dem Sinn zu, daß die Nachhaftung des Versicherers schon zu dem Zeitpunkt ende, in dem das Kraftfahrzeug aus dem Verkehr gezogen wird, spätestens aber mit dem Ablauf eines Monats (so auch Prölss, VVG 12. Der mit § 158 c Abs. 2 verfolgte Zweck besteht nicht etwa, wie die Beklagte meint, darin, der Zulassungsstelle Zeit zu geben, das Fahrzeug, für das kein Versicherungsschutz mehr besteht, aus dem Verkehr zu ziehen und diese.Behörde bei einem zögernden Vorgehen „binnen einem Monat vor .Schadensersatzansprüchen zu schützen § 158 c VVG dient vielmehr ausschließlich der Sicherung der Schadensersatzansprüche der durch den. 1771, 1774) ergibt sich allerdings, daß der Zeitraum der Nachhaftung des Versicherers deshalb auf einen Monat begrenzt worden ist, weil nach Ablauf dieser Zeit in aller Regel entweder ein ord- Hieraus kann aber nicht gefolgert werden, daß es der Zweck des Gesetzes sei, den Schutz der geschädigten Britten durch eine Nachhaftung des Versicherers nur bis zu dem Zeitpunkt zu erstrecken, in dem das den Gegenstand der Versicherung bildende Kraftfahrzeug gemäß § 29 d Abs. 2 StVZO aus dem Verkehr gezogen wird. Wie das Berufungsgericht mit Hecht ausführt, scheitert eine solche einengende Auslegung des Gesetzes schon daran, daß § 158 c VVG nicht nur für die Kfz-Haftpflichtversicherung gilt, sondern nach § 158 b VVG in gleicher Weise auch für alle anderen Haftpflichtversicherungen, zu deren Abschluß eine gesetzliche Verpflichtung besteht (z. Da.eine unterschiedliche Behandlung dieser Fälle im Rahmen des § 158 e VVG nicht sinnvoll gewesen wäre, lag es schon aus diesem Grunde für den Gesetzgeber nahe, die Nachhaftung des Haftpflichtversicherers auch bei versicherungs-- und zulassungspflichtigen Kraftfahrzeugen nicht in dem Zeitpunkt enden zu lassen, in dem das Fahrzeug wieder aus dem Verkehr gezogen wird, sondern • einheitlich bei allen Fällen der Pflicht-Haftpflichtversicherung eine zeitlich klar abgrenzbare Frist für die Nachhaftung des Versicherers zu setzen und damit im Interesse der geschädigten Dritten für alle diese Fälle klare Verhältnisse zu schaffen. Hinzu kommt, daß das Gesetz die zivilrechtliche Haftung des Haftpflichtversicherers selbst bei den versicherungs- und zulassungspflichtigen Fahrzeugen auch sonst nicht an die öffentlieherechtliche Zulassung des Fahrzeugs zu dem Verkehr knüpft (BGHZ 2, 560; Haidinger, -5- VersR I960, 593; Fleischmann/Deiters aaO); ebenso wie der Beginn der Haftung des Kfz-Haftpflichtversicherers nicht von der Zulassung des Kraftfahrzeugs abhängig ist, endet auch diese Haftung nicht’ ohne weiteres schon mit dem Zeitpunkt, in dem das Fahrzeug wieder aus dem Verkehr gezogen wird. Es ist also nicht richtig, wenn die Revision meint, daß es keinen Sinn habe, die Nachhaftung des Haftpflichtversicherers auch noch nach der , Entstempelung des amtlichen Kennzeichens unter Einziehung des Kraftfahrzeugscheins weiter bis zu dem Ablauf der Monatsfrist aufrecht-suerhalten. Da die Haftung des Haftpflichtversicherers nicht an die Zulassung des Fahrzeugs geknüpft ist, kann auch nicht der Auffassung der Revision gefolgt werden, daß die Befristung der Nachhaftung auf einen Monat willkürlich sei, weil dann der Versicherer bei Haftpflichtfällen innerhalb dieser Frist auch hafte, wenn das Fahrzeug schon vorher aus dem Verkehr gezogen sei, während er nach Ablauf dieser Frist nicht mehr hafte, auch wenn das Fahrzeug weiter im Verkehr bleibe.