BGH · II ZR 155/66 vom 19.02.1968
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Im Jahre 1933 hatten Helmuth LiHl^p und seine Geschwister die sich aus dem Angebot für sie ergebenden Optionsrechte an ihren Bruder Wilhelm abgetreten» Das hatte dazu geführt, daß später die GmbH in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und Wilhelm Lippp^ entsprechend der gesamten früheren Beteiligung seines Vaters Kommanditist dieser Gesellschaft wurde» Am 24o Oktober 1939 schlossen Wilhelm und Helmuth LipPI^P zwei Verträge» In dem ersten dieser Verträge erklärten sie unter anderem, Wilhelm LjpPHp habe seinem Bruder Helmuth als Gegenleistung für die Übertragung von dessen Optionsrecht eine ünterbeteiligung an seinen Einnahmen aus der Kommanditgesellschaft in Höhe von 35 $ zugesagt» In Nr» 1 des zweiten Vertrages heißt es: Helmuth Dippp^ verpflichte sich, von dem ersten Vertrag Abstand zu nehmen und auf seine Rechte daraus zu verzichten, sobald die auf ihn entfallende Beteiligung die Summe von 180*000,- RM erreicht habe; er habe dann keinen Anspruch mehr auf eine Beteiligung an den Gewinnen und dem Vermögen der EpH^ Eisenwerke und überhaupt keine Forderung mehr gegen Wilhelm Iiippp» Durch die Gewinnzahlungen, die Helmuth Xd(PP^^ in den nächsten Jahren erhielt, ist die Summe von 180»000 RH/ DM spätestens im Jahre 1952 erreicht worden* Gleichwohl hat Wilhelm bis zu seinem Tode seinen Bruder an bart, daß das Unterbeteiligungsverhältnis bis zu dem Ende der Hauptbeteiligung weiterbestehen solle, weil der Wert der Hauptbeteiligung und damit auch derjenige des Anteils, den Helmuth seinem Bruder in der Form des Options- roehts zugewandt habe, nach der Währung sums t ellung auf ein Vielfaches angewachsen sei, und weil Helmuth seinem Bruder vor dessen Übersiedlung aus Sachsen) in die Bundesrepublik geholfen habe, sein Vermögen zu erhalten* Io Das Berufungsgericht hat festgestellt, die Brüder DiflHIB) hätten die Hr«, 1 des zweiten Vertrages vom 24o Oktober 1939 später aufgehoben. Das ergäbe sich daraus daß Wilhelm BiflHHl durch die Eisenwerke Über ISQoOOO,“ RM/DM hinaus noch ein Vielfaches dieses Betrages an seinen Bruder habe auszahlen lassen« Daß die Brüder das alte Rechtsverhältnis als abgelaufen angesehen haben sollten, ohne ein neues zu begründen«, und daß die Zahlungen demnach ohne Rechtsgrund oder von Ball zu Ball schenkweise geleistet worden seien, könne nicht angenommen werden; denn die Brüder Wirtschaftsleben stehende«, rechnende Männer, hätten darauf bedacht sein müssen, geldliche Beziehungen solchen Umfangs in eine bestimmte und verläßliche Rechtsform zu kleiden (BU So 27), Diese Darlegungen sind frei von Rechtsirrtumo Das Berufungsgericht hat sich entgegen der Ansicht der Revision zu seiner Feststellung, die Brüder DiVHIH^ hätten die Kr« 1 des zweiten Vertrages in einer sie bindenden Weise aufgehoben, auf Seite $1 seines Urteils nicht in Widerspruch gesetzt«, Als "Entgegenkommen0, zu dem Wilhelm LiHÜH^ ,fursprünglich11 rechtlich nicht verpflichtet gewesen sei, bezeichnet es dort nicht etwa die weitergehende Gewinnbeteiligung als solche, sondern nur den auf die Aufhebung der Nr« 1 gerichteten Entschluß«, Das Berufungsgericht bringt also auch auf So 31 seines Urteils nicht zu dem Ausdruck, Wilhelm Lifl||^^ habe seinen Bruder zuletzt nur noch aus Gefälligkeit an seinem Gewinn beteiligt«, RflBIpim Jahre 195$, als der Zeuge die Verträge noch nicht gekannt habe, erklärt, er - Wilhelm - könne aufgrund eines mit seinem Bruder abgeschlossenen Vertrages die Zahlungen an seinen Bruder "jederzeit” einsteilen« Der Revision ist zuzugeben, daß sich das Berufungsgericht mit dieser Behauptung in den Entscheidungsgründen seines Urteils nicht ausdrücklich befaßt hatQ Es hat sie jedoch einachließlich des Beweisantritts im Tatbestand wiedergegeben«, Darum besteht kein Grund zu der Annahme, es habe sie übersehen« Aus Rechtsgründen ist es nicht zu beanstanden, daß das Berufungsgericht bei seiner Feststellung, die Hr« 1 des zweiten Vertrages sei später aufgehoben worden, der erwähnten Behauptung keine Bedeutung beigemessen hat«, Wilhelm hat nämlich auch noch über seine angeb- von Wilhelm EiflMfcallein aufgebrachten Kapitals gewesen sei» Es hat nicht verkannt, daß gemäß § 727 Abs« 1 BGB eine Gesellschaft durch den ü?od eines Gesellschafters aufgelöst wird, sofern sich nicht aus dem Gesellschafts vertrag etwas anderes ergibt• Es hat indes aus ’’dem Zusammenhang des Vertragswerks” entnommen, daß die Brüder eine von § 727 Abs» 1 BGB abweichende Vereinbarung getroffen hätteno Dazu hat es ausgeführt, die Gewinnbeteiligung Helmuth hiflHBis sei das Entgelt dafür gewesen, daß dieser auf sein Optionsrecht verzichtet und dadurch seinem Bruder und dessen etwaigen Erben den Erwerb und Besitz des Kommanditanteils mit ermöglicht habe* Y/äre Wilhelm noch vor der Zahlung von 180*000,- RM verstorben, so würde bei Weitergeltung der Nr* 1 des zweiten Vertrages das Unterbeteiligungsverhältnis auch nach seinem $ode bis zur Erreichung dieser Summe fortbestanden haben* Nachdem sich Wilhelm hi^HHl entschlossen gehabt habe, das Entgelt für den Verzicht seines Bruders zu erhöhen, ohne mit seinem Bruder eine neue Begrenzung zu vereinbaren, sei gleichfalls nicht anzunehmen, daß das Unterb ?teiligungsVerhältnis mit Wilhelm Ei®-2?od ohne weiteres habe enden sollen* Auch sei für den Abschluß des Unterbeteiligungsverhältnisses nicht ein besonderes Vertrauen Helmuth zu seinem Bruder entscheidend igewesen; denn Wilhelm Xdfl^H^habe keine Einlage seines Bruders zu verwalten gehabt und habe auch kaum Geschäfte für die Gesellschaft zu führen brauchen; seine Befugnisse in der Firma Eisenwerke seien beschränkt gewesen* hatten die Brüder - auch darin ist der Revision zuzustimmen - eine von § 727 Abs» 1 BGB abweichende Regelung getroffen» Bas Berufungsgericht hat aber auch diesen Umstand beachtet» Baß es aus ihm nicht Sie muß gemäß § 91 ZPO auch die Kosten der Berufungsinstanz tragen, da sie in dieser gleichfalls unterlegen ist* Die Entscheidung über diese Kosten dem Landgericht, zu übertragen, war entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts nicht möglich, weil das Berufungsgericht insoweit abschließend entschieden hat.