BGH · II ZR 152/65 vom 02.02.1967
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Die Kläger sind der Ansicht, der Beklagte sei nicht befugt gewesen, sich am 15« Bezembei' 1963 von dem vorher gemeinschaftlich gebilligten Bauvorhaben loszusagen, und haben u» a» beantragt, den Beklagten zu verurteilen, 1* zu Lasten des oben genannten Grundstücks die Irriehtung eines neuen Kesselhauses durch die Gesellschaft nach Maßgabe der beim Bürgermeisteramt OpHHHP eingereichten Baupläne zu dulden und 2» gegenüber den Firmen EfHüP und Wpl seine Briefe vom 15» Dezember 1963 zu widerrufen* Der Beklagte hat im Berufungsverfahren eingewandt, diese Genehmigung sei nicht für die ursprünglich eingereichten, sondern für ihm unbekannte und von ihm nicht gebilligte Pläne erteilt worden«, Für den Widerrufsantrag fehle außerdem das Rechtsschutz-bedürfniso Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Beklagten, soweit sie sich gegen die hier interessierende Verurteilung richtete, zurückgewlesen« In der Revisionsinstanz haben die Parteien den-Rechtsstreit hinsichtlich des Widerrufsantrags in der Hauptsache für erledigt erklärt und insoweit nur noch wegen der Kosten des Rechtsstreits streitig verhandelt o daß vor Für die Revisionsinstanz ist davon auszugehen, das Kesselhaus zur Zeit der mündlichen Verhandlung dem Berufungsgericht "fast fertiggestellt" war«, IIIo Des weiteren hat das Berufungsgericht ausgeführt , der Beklagte handele pflicht- und treuwidrig, wenn er sich darauf berufe, daß die Kläger die Pläne nachträglich geändert hätten» Die Änderungen seien nur geringfügig und dienten der Vereinfachung und Verbilligung» Sie kämen außerdem dem Wunsch des Beklagten entgegen, dem besonders an dem Wegfall der Massivdecke gelegen gewesen sei» Da die von einem Architekten ausgearbeiteten Pläne behördlich genehmigt worden seien, sei anzunehmen, daß die Sicherheitsbestimmungen und die Gebote praktischen und zweckmäßigen Bauens beachtet worden seien» 1s bestehe kein Anhalt dafür, daß die Summe des Kostenanschlags erheblich überschritten werde» Sollte das - und zwar wegen Unter den obwaltenden Umständen durften die Kläger die zusammen mit dem Beklagten beschlossenen Pläne .jedoch geringfügig ändern, soweit sie das im Interesse der Gesellschaft für notwendig hielten« Der Beklagte hat sich nach den PestStellungen des Berufungsgerichts trotz der von ihm selbst anerkannten Dringlichkeit der Erneuerungsarbeiten von den gemeinsam beschlossenen Plänen ohne Grund losgesagt und jede weitere Mitwirkung ausdrücklich abgelehnt« Er macht deshalb von seinem Mitwirkungsrecht einen mit seiner gesellschaftlichen Treupflicht unvereinbaren und darum unzulässigen Gebrauch, wenn er nunmehr die Kläger an dem Buchstaben der Pläne festhalten will« Hielten die Kläger geringfügige Änderungen für erforderlich, so war ihnen nicht zuzu demuten, gegen ihre nunmehr gewonnene bessere Überzeugung nach den alten Plänen zu bauen oder ober Änderungsverhandlungen mit dem Beklagten zu beginnen, von denen sie sich mit Rücksicht auf das Schreiben des Beklagten an Architekt PlHIHB vom 11o Jsnuar 1964 von vornherein nichts versprechen konnten« Die Revision rügt insoweit, das Berufungsgericht habe der Unter Sachverständigenbeweis gestellten Behauptung des Beklagten nachgehen müssen, die von ihm zugestandene Bauweise sei wesentlich billiger gewesen, als die nachher von den Klägern beschlossene» Der Revision sa ngriff ist unbegründet» Die Kläger hatten GA II 69 - 71 im einzelnen dargelegt, welche Änderungen sie vorgenommen und daß diese insbesondere der Verbilligung gedient hätten» Der Beklagte konnte diesem Vorbringen nicht, wie er es getan hat, mit der bloßen Behauptung begegnen, die von ihm zugestandene Bauweise wäre billiger gewesen, sondern hätte das näher darlegen müssen» Waren die Kläger ohne die Mitwirkung des Beklagten berechtigt, die mit ihm beschlossenen Pläne geringfügig zu ändern und hatten sie diese Befugnis nicht überschritten, so konnten sie auch selbständig darüber befinden, ob neue Kostenvoranschläge eingeholt werden sollteno nachdem der Beklagte ^ede weitere Mitwirkung ausdrücklich abgelehnt hatte, kann er sich nach Fertigstellung des Kesselhauses auch nicht darauf berufen, hinsichtlich der Rauchzüge und des Bntlüftungskamins sei die Änderung unzweckmäßig gewesen«. Die Pläne waren von einem Architekten ausgearbeitet und behördlich genehmigt worden«, Die Kläger durften deshalb darauf vertrauen, daß die Sicherheitsbestimmungen und die Gebote praktischen und zweckmäßigen Bauens beachtet worden seien«, Hur das ist für das Verhältnis der Parteien zueinander entscheidend«, Bas Berufungsgericht brauchte deshalb über die vom Beklagten behaupteten Mängel keinen Sachverständigen zu vernehmen«, Insoweit hat das Berufungsgericht ausgeführt, der Beklagte müsse seine Schreiben an die Firmen und KflliV deshalb widerrufen, weil Baufirmen nicht darauf angewiesen seien, Aufträge für eine Gesellschaft auszuführen, deren rechtliche Verhältnisse ungeklärt seien* Der Revision ist zuzugeben, daß diese Gefahr mehr und mehr an Bedeutung verlor, je weiter die Arbeiten fortschritten* Aber selbst wenn die Befürchtung der Kläger im Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht objektiv nicht mehr bestanden haben sollte, weil das Kesselhaus damals fast fertiggestellt war, müßten die Kosten des Rechtsstreits nach billigem Ermessen auch insoweit dem Beklagten auf ex'legt werden* Bieser hatte durch seine Schreiben vom 15» Dezember 1963 die Durchführung des Bauvorhabens gefährdet * Die Ungewißheit darüber, ob diese nur ganz allmählich