BGH · II ZR 141/92 vom 14.06.1993
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Sie wendet sich mit der Revision dagegen, daß das Oberlandesgericht das zu ihren Gunsten ergangene landgerichtliche Urteil nach § 539 ZPO aufgehoben und die Sache an die erste Instanz zurückverwiesen hat. Im Termin zur mündlichen Verhandlung hat die Beklagte zu 1 um rückwirkende Bewilligung von Prozeßkostenhilfe für die Revisionsinstanz gebeten und unter Vorlage einer eidesstattlichen Versicherung ihres Liquidators dargelegt, daß sie außerstande ist, die Kosten selbst oder durch die am Gegenstand des Rechtsstreits wirtschaftlich Beteiligten aufzubringen. Sie ist eine parteifähige Vereinigung im Sinne von § 116 Nr. 2 ZPO und hat nach dieser Bestimmung zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen der Prozeßkostenhilfebewilligung - das ist hier wegen notwendiger Prozeßkostenhilfe (§ 119 Satz 2 ZPO) nur die Unmöglichkeit, die Kosten selbst oder durch die wirtschaftlich Beteiligten aufzubringen - darzulegen, daß die Unterlassung der Rechtsverteidigung allgemeinen Interessen zuwiderlaufen würde. Diese für parteifähige Vereinigungen aufgestellte besondere Voraussetzung hat die Beklagte zu 1 nicht dargelegt. Entgegen ihrer Ansicht kann sie auch nicht deswegen hiervon befreit werden, weil ein Fall notwendiger Prozeßkostenhilfe (§ 119 Satz 2 ZPO) vorliegt. Juli 1973 (1 BvR 153/69, NJW 1974, 229, 230 f.) zur Vereinbarkeit des sachlich mit § 116 Nr. 2 ZPO übereinstimmenden damaligen § 114 Abs.4 ZPO betreffend das frühere Armenrecht mit Art. 3 GG angeführt hat, daß nämlich dieses Grundrecht keine Handhabe dafür gibt, den Anspruch des Menschen auf eine fürsorgliche Hilfe des Staa- Die erstgenannte Vorschrift schränkt nicht die Regelungen des § 116 Nr. 2 ZPO, sondern nur diejenigen des § 114 ZPO ein, indem sie das Rechtsmittelgericht der auch im Fall des § 116 Nr. 2 ZPO grundsätzlich gebotenen Prüfung der Erfolgsaussicht der Rechtsverfolgung enthebt, wenn der Antragsteller in der vorherigen Instanz obsiegt hat.