BGH · II ZR 138/63
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die zuständige Wasser- und Schiffahrtsdirektion bekanntgegeben worden» Bei der Annäherung an die Unfullstolle sei der Schleppzug "Dina" vom Posten der Wasserschutzpolizei gewahrschaut worden* zügig durchzufahren und den Kurs rechtzeitig nach Sackbord zu nehmen» Anstatt der Wahrschau und den gut sichtbaren Zeichen auf dem Kabelleger zu folgen9 hätten das Boot "Dina" und die Anhänge5 die etwa 50 bis 60 m hinter dem Boot gehangen hätten» in langsamer Pahrt einen solchen Kurs eingchalten, daß es zur Kollision zwischen nLa Bruy<§re,f und dem Kabelleger gekommen sei«, Der ganze Schleppzug habe nämlich zu weit Kurs nach Steuerbord genommen, außerdem hätten die Führer der Anhänge die Achterschiffe ihrer Kähne nicht so weit aufgefahren9 wie es notwendig gewesen wäre, um ungehindert an dem sich nur geringfügig - 15 m in der Stunde - seitlich bewegenden Kabelleger vorbei zukommen. solcher von 29 638 DM entstanden; die Kosten für die durch den Unfall notwendig gewordene Neuverlegung der Rohre beliefen sich auf 160 000 DM, Das ergebe einen Schadensbetrag von 194 138 DM* Sie hat ferner vorge-tragen, daß die Höhe des Schadens noch nicht endgültig feststohe und ihr ein weiterer Schaden dadurch entstehen könne, daß sie für Schäden aufzukommen habe,, die durch eines der noch unter Wasser zurückgelassonen Kunststoffrohre hervorgerufen werden könnten. Im übrigen wäre auch ein Ab« ziehen dos Bootes nach Backbord in einer Entfernung von etwa 200 m vor dem Kabelleger so rechtzeitig gewesen, daß die Anhänge den Kabelleger bei richtiger Steuerung ungehindert hätten passieren können. Der Unfall sei auf ein Verschulden der Führung der Anhangkähne und des Kabellegers "Elbe" zurückzu-führeno Der Schiffer des Kahns"Rousseau" habe nach den besonderen Umständen das Kuder nicht seinem Matrosen überlassen dürfen» Der Schiffsführer des Kahns "Da Bruylre" habe nicht ordnungsgemäß nachgesteuert und erst entsprechend mitgedreht, als das Boot abgezogen habe» Er habe das erforderliche rechtzeitige Aufstreiken dos Achterschiffes der Anhänge auch dadurch behindert, daß er das Kuder auf "Da Bruyero" nur gut zur Hälfte nach Steuerbord ausgedreht habe0 Der Unfall wäre vermieden worden, wenn die Achterschiffe der Anhänge nur um einen Meter weiter aufgefahren worden wären» Die Anhangkähne hätten an einem 45 m langen Strang hinter dem Boot gehangen und ordnungsgemäß nachgesteuert0 Der Kapitän des Boots "Dina" habe seine langsame Fahrt nieht beschleunigt und habe bis auf eine Entfernung von 150 bis 200 m vor dem Kabel« leger einen auf diesen gerichteten Kurs beibohalten0 Solange das Boot geradeaus gefahren sei* hätten die Anhänge nicht nach Backbord halten können* ohne mit ihren Hinterschiffen zu verfallen«. Der Talfahrt habe für die Durchfahrt zwischen dem Kabelleger und dem linken Rheinufer kein hinreichender Raum zur Verfügung gestanden«, Während der Vorbeifuhrt am Kabelleger seien die Anhangkähne infolge einer Berührung mit dem durehgehievten Draht des am linken Ufer liegenden Ankers von "Elbe" in eine Vierkant-Stellung geraten; dadurch hätten die Ruder der Kähne ihre Wirkung verloren und sei "Elbe" zwangsläufig in den Kurs der Talfahrt gezogen worden«, Hr* 1 RhSehRVO der Weg für die Durchfahrt zwischen dem Kabelleger und dem linken Ufer gewiesen worden„ Dort habe hinreichender Raum für den Schleppzug mit seinen bis zu 2,25 m abgeladenen, nebeneinander ge-meerten Anhängen zur Verfügung gestanden0 Das Boot ”Dina” sei in dem ausreichenden Seitenabstand von rund 30 in an der Steuerbordsoite von ’’Elbe” vorbeigefahron* Der Unfall sei nur darauf zurückzuführon, daß die Achterschiffe der Anhangkähne gegenüber dem Kurs des Bootes nach Steuerbord verfallen seien* Pie Fahr tgeschv/indigk eit des Schleppers sei ausreichend gewesen«, Bei der von den Interessenten von "Rousseau" und "La Bruyere" angegebenen geringsten Schleppstranglänge von 45 m hätten die Anhänge über eine hinreichende Steuerfähigkeit verfügt«, um eine Schiffsbreite weiter nach Backbord zu halten« Dazu wäre aber notwendig gewesen«, daß nicht nur - wie geschehen ~ auf "Rousseau"^ sondern auch auf "La Bruyere" rechtzeitig das Ruder vollends nach Steuerbord gedreht worden wäre« Die Bühne dos Kabellegers sei vom Achterschiff des Kahns "La Bruyere" bei der Vorboifahrt nur gestreift worden« so sei die Beibehaltung dieser Fahrwoise fehlerhaft gewesen,, nachdem die Sichtzeichen des Kabellegers erkennbar geworden seien» Je mehr sich der Schleppzug dem Kabelleger genähert habe., desto größer sei das aus dieser fehlerhaften Fahrweiso entstandene Risiko gewordeno Das fehlerhafte Nachsteuern sei beiden Kahnführern,, vor allem dem Rudergänger Koop vom Kahn "Rousseau" anzulasten, da dieser wesentlich größere und schwerere Kahn in erster Linie für den Kurs der Anhänge während der Annäherung an "Elbe" von Bedeutung gewesen sei* Aber auch den Beklagten zu 4 als den Schiffsführer von “Rousseau” treffe ein Verschulden;, da er sich nicht an das RuderP sondern unter Deck begeben habe* obwohl er die fehlerhafte Fahrweise seines Kahnes habe erkennen müssen* Der Schleppzugführor habe schon in dieser Rhase der Annäherung an “Elbe“ es schuldhaft unterlassen, die fehlerhafte Fahrweise der Anhänge zu berichtigen* In der letzten 'Rhase des Unfallgeschehens, als das Boot in 200 m Entfernung von “Elbe“ nach Backbord ausgev/dehen sei, habe der Beklagte zu 3 als Schiffsführer von “La Bruyere" entscheidend versagte weil er das Ruder nicht rechtzeitig und vollends nach Steuerbord gelegt habe, um das Verfallen der Anhangkähne zu verhindern* Auch in dieser ^hase hätte eine sofortige nachhaltige Wahrschau seitens des Bootes noch die erforderliche geringfügige Korrektur dos Kurses der Anhänge bewirken können, da sich das Verfallen der Anhangkähne schon unmittelbar nach dem Ausweichen des Bootes nach Backbord angezeigt habe* Zutreffend nimmt das Berufungsgericht an, daß bei dem vom Boot eingehaltenen«, auf "Elbe" gerichteten Kurs die Führer der Anhangkähne verpflichtet und in der Bage waren* ihre Fahrt hinter dem Boot um eine Schiffsbroite nach Backbord zu verlegen«, um ein Risiko bei der Vor*-beifahrt an dem Kabelleger auszusehließen» Unter Berufung auf die Entscheidung dos Senats in BGHZ 28* 84? die Anhangkähne seien nur gehalten gewesen«, ihren bisherigen Kurs hinter dem Boot beizubehalten; sie hätten darauf vertrauen dürfen* daß das Boot den richtigen Kurs wählte* auch dann noch* als sie erkannt hätten* daß das Boot nicht so frühzeitig nach Backbord ausbog, wie sie vielleicht erwarteten, zu demal vom Schleppzugführer keine Weisungen erteilt worden seien; ein eigenmächtiges Handeln der Kahnführer wäre nur in Frage gekommen* wenn sie sich in bedrängter Lage befunden hätten und eine Verständigungsmöglichkeit mit dem Schleppzugführer gefehlt hätte* Inhalte Sie bedeutet zunächst, daß die Kahnführer so zu steuern haben, daß ein Verfallen der Kähne verhindert wird» Sie bedeutet darüber hinaus, daß die Anhangkähne im Rahmen ihrer Steuerfähigkeit in der Weise hinter dem Boot fahren;, daß gegenseitige Beschädigung der Fahrzeuge, Behinderung der Schiffahrt sowie Beschädigung der Ufer und von Anlagen jeder Art vermieden werden (§4 RhSchPVÖ)o Mit Recht hat das Berufungsgericht angenommen, daß das Herausliegen des Kahnes "La Bruyere" mit seiner Schiffsbreite nach Steuerbord aus der Kiellinie des Bootes ein Risiko bedeutete, das immer größer wurde, je mehr sich das Boot mit seinem^auf "Elbe" gerichteten Kurs diesem Schiff genähert hat» Dieses Risiko zu vermeiden, oblag den Kahnführern, insbesondere auch dem Schiffsführor von "Rousseau" als dem Rührer des größeren Kahns, als ihre eigene, selbständige Pflicht» Das Risiko wäre nur dann ausgeschlossen und die Beibehaltung der bisherigen Rahrweise der Kähne hinter dem Boot nautisch zu rechtfertigen gewesen, wenn das Boot nach Inoicht-kommen des Kabellegers seinen Kurs auf die Durchfahrt zwischen Kabelleger und linkem Ufer genommen hätte» Je länger aber das Boot seinen auf "Elbe" gerichteten Kurs beibehiolt, desto mehr mußten sich die Kahnführer ihrer Pflicht bewußt werden, in der 7/eise nachzusteuernr daß ihre Begegnung mit dem Kabelleger in genügendem Abstand erfolgen konnte» Dieses Nachsteuern hätte so rechtzeitig geschehen müssen, daß die Kähne bei der Vorbeifahrt an "Elbe" wieder in gestrockter Lage hinter dem Boot gewesen wären» Das wäre den Kuhnführeja auch möglich gewesen» Ohne Rechtsfchler hat das Berufungsgericht angenommen, bei einer Schleppstranglängc von 45 m hätten die Anhangkahnc über eine hinreichende daß nach der Feststellung dos Berufungsgerichts durch richtiges und umsichtiges Rachsteuern bei dem Ausweichen des Bootes nach Backbord der Unfall vermieden worden wäre* Der fehlerhafte Kurs der Anhangkähnc vor diesem Zeitpunkt schloß? 2o Nach dem Backbord-Ausweichen des Booteso Während nach diesem Zeitpunkt der Kahn "Rousseau"., wie im angefochtenen Urteil festgestellt wird., richtig nachgesteuert hat,, hat es der Kahnführer von "La Bruy&ro% wie ebenfalls festgestellt wird,, unterlassen,, rechtzeitig und nachhaltig Steuerbordgogonrudor zu gebeno Dem setz# die Revision der Beklagten zu 2 und 3 nichts anderes entgegen> als daß sie die Ursächlichkeit dieses nautischen Fehlers bezweifelt<> Damit wendet sie sich in unzulässiger Weise gegen die ohne Rechtsfehler getroffene Feststellung des Berufungsgerichts 9 der Unfall hätte auch nach diesem Zeitpunkt vermieden werden können., wenn der Kahnführer von "La Bruyere" richtig nachgesteuert hätte« Daboi hat das Berufungsgericht berücksichtigt5 daß "La Bruyere" neben "Rousseau" gemeert war« Daß ein gleichzeitiges Verschulden des Schleppzugführers die Ursächlichkeit des Verschuldens des Kahnführers nicht ausschließt9 bedarf keiner Erörterung» da es sich um für jedermann eindeutige Selbstverständlichkeiten gehandelt habe; man könne vom Schleppzugführer nicht die ununterbrochene Beobachtung seiner Anhänge verlangen Bern ist entgegenzuhalten«, daß die Mitverantwortung des Schleppzugführero für den Kurs seiner Anhänger die Beobachtung der Anhänge erfordert und die Pflicht zur Wahrschau erst rocht und gerade dann besteht«, wenn die Anhänge den richtigen Kurs (der sich nach Meinung der Revision des Beklagten zu 1 hier von selbst verstanden hat) nicht einschlagem Ber Führer von ”BinaH mußte daher«, solange er seine«, wie das Berufungsgericht (BÜ S0 30) sagt«, "zweifellos unzweckmäßige Fahrweise"? Das Berufungagericht hat bei seiner Erörterung über die Pflichten eines Schleppzugführers unter Bezugnahme auf die zuletzt genannte Entscheidung des erkennenden Senats darauf hingewiesen, daß der Schleppzugführer notfalls durch geeignete Gegenmaßnahmen den Kurs der Anhänge berücksichtigen muß» Es hat aber hieraus nicht den für den vorliegenden Fall gebotenen Schluß gezogen® Bas Berufungsgericht geht davon aus 5 daß der Kurs der Anhänge - "Rousseau” in Kiellinie des Bootes - zunächst richtig war« Er wurde aber unrichtig* als das Boot nach Insichtkommen des Kabellegers den Kurs auf dieses Schiff eingehalten hat0 Bor Kurs des Schleppzuges im Ganzen wäre nur richtig gewesen* wenn entweder bei Beibehaltung der bisherigen ’Fahrweise der Anhänge das Boot Kurs auf die Burchfahrt zwischen "Elbe" und linken Ufer genommen oder bei Einhaltung des auf "Elbe" gerichteten Kurses die Anhänge ihre Lage zu dem Boot um eine Schiffsbreite nach Backbord verändert hätten® Ber Schleppzugführer hat also nicht nur durch seine eigene Handlungsweise dazu beigetragen, daß ein bisher nicht zu beanstandender Kurs seiner Anhänge fehlerhaft wurde; vielmehr war sein eigener Kurs im Hinblick darauf, daß er die Anhänge nicht zu einer Änderung ihrer Lage zu dem Boot veranlaßte, nautisch nicht zu verantworten® So* wie der Schleppzug tatsächlich gefahren ist* war seine Fahrweise infolge gemeinsamen Verschuldens von Boot und Anhangkähnon bereits fehlerhaft, bevor das Boot im Abstand von 200 m vor "Elbe" nach Backbord ausgewichen ist® Weder können sich die Anhangkähne mit ihrer Behauptung entlasten, sie hätten darauf vertraut, das Boot werde den richtigen Kurs einschlagen, noch kann das Boot 3ich mit seiner Behauptung entlasten«, es hätte darauf vertraut* die Anhangkähne würden ihron Kurs hinter dem Boot um eine Schiffsbroitc nach Backbord verlegen«, Nach richtiger Betrachtungsweise ist daher der Schleppzugführer entgegen der Ansicht:: des Berufungsgerichts zu spät nach Backbord ausge-wichen«, da er erkannte oder bei der gebotenen Aufmerksamkeit erkennen mußte«, daß die Anhänge ihron Kurs nicht um eine Schiffsbreite nach Backbord verlegtem Da schon nach diesem Sachverhalt das ursäch^. -liehe Verschulden des Beklagten zu 1 an dem Unfall gegeben ist* kann die Rüge der Revision«, eine Wahrschau des Beklagten zu 1 an seine Anhänge hätte«, nachdem das Boot Backbordkurs eingeschlagen hatte5 den Unfall nicht mehr verhindern können«, auf sich beruhen o Revision, durch den von "Elbe" nach linksrheinisch führenden Ankerdraht sei das Fahrwasser verengt worden,, Nach der Feststellung dos Berufungsgerichts, der Draht sei erst durchgehievt worden, als die Kollision erkennbar unmittelbar bevorgestanden habe, ergibt sieh im übrigen, daß der vorher in Bucht hängende Draht für die Vorbeifahrt, die ohnedies in einem Sicherheitsabstand von etwa 25 m hätte erfolgen müssen, kein Hindernis bildete* Die von den Beklagten zu 2 bis 4 im Berufungsverfahren aufgestellte Behauptung, der Kabelleger sei durch den Draht in den Kurs des Schlepp-zuges gezogen worden, entbehrt nach der Feststellung im angefochtenen Urteil jeder Grundlage* Rechtsfehler-frei ist das Berufungsgericht zu der Überzeugung gekommen, der Draht habe den Ablauf des Unfallgeschehens nicht mehr ursächlich beeinflussen können* Die Revision des Beklagten zu richtet sich mit ihren Angriffen in unzulässiger Weise gegen die Beweiswürdigung im angefochtenen Urteil*