BGH · II ZR 138/53 vom 11.03.1953
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
|ffl hat der II« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mUnd-liehe Verhandlung vom 10* April 1954unter Mitwirkung der Bundesrichter Dr. Drost, Dr. Selowsky, Dr* Haidinger, Dr. Kuhrfy; und Artl für Recht erkannt: * . Die Revision der Klägerin und Widerbeklagten gegen das Urteil des 1. In dem Vertrag verpflichteten sich KjflP und zu jeder Tages- und Nachtzeit die gesamte elektrische Arbeit , die durch die Wasserkraft in ihrem Wasserkraftwerk Altenhammer erzeugt werden könne, den Ob^HHHHHfe zu den Bedingungen dieses Vertrages zu liefern- Ausgenommen von dieser Lieferung sollten diejenigen Strommengen sein, "die für eigene Zwecke des Kraftwerkes oder des damit verbundenen im gleichen Besitz befindlichen Betriebes gebraucht werden." zeit hatte die Klägerin durch ihren Inhaber Walter einen Teil des 1934 von K0HP und TflHHBfe ersteigerten Grundbesitzes erworben, auf dem ein noch unfertiger Neubau vorhanden war. iff gerichtet und den Strom für diese Fabrik zunächst gegen Be-f Zahlung von der Beklagten bezogen« Nachdem sie jedoch das Wasserwerk gepachtet hatte und damit, wie sie geltend macht in die Rechte und Pflichten des Stromlieferungsvertrages e getreten war, stellte sich die Klägerin auf den Standpunkt,-nunmehr als Pächterin des Wasserkraftwerkes den für ihre P brik benötigten Strom ohne Bezahlung entnehmen zu können, gte ^ machte geltend, daß sich das Wasserkraftwerk und ihre chemflBff sehe Fabrik in gleichem Besitze befänden und deshalb ihr Ritht auf freie Stromentnahme durch Ziffer 1 Abs. 2 des Stromlief rungsvertrages begründet sei. Sie hat diesen1 Betrag mit unstreitigen Gegenforderungen der Klägerin für Stromlieferungen des Wasserkraftwerkes in das StÄrn.- Die Beklagte ist diesem Anspruch entgegengetreten unf hat mit ihrer Widerklage in erster Instanz die Bezahlung füf weitere Stromentnahmen der Klägerin in den Monaten Dezembef^ 1950, Januar und Februar 1951 mit zusammen 726,28 DM nebst f Zinsen verlangt. Die Klägerin hat die Widerklageforderung in Höhe von 262,98 DM nebst Zinsen anerkannt und im übrigen mit ihrer Klageforderung gegen die Widerklageforderung aufgerechnet, Das Berufungsgericht hat jedoch den Anspruch auf freien Strombezug verneint und demzufolge die Klage in vollem Umfange abgewiesen und der Widerklage entsprochen, Die Klägerin ist der fassung , diese Voraussetzung sei für ihren Betrieb dadurch" eingetreten;, daß sie das Kraftwerk durch Pachtvertrag vom 30o Juli 1948 gepachtet habe und daß sie deshalb den in dt bisherigen Weise von ihr aus dem Ortsnetz der Beklagten eni nommenen Strom nicht zu bezahlen brauche. Das Berufungsgericht nimmt an* die Klägerin sei duröj den Pachtvertrag in den Strömlieferungsvertrag als Lieferanfevv^ des in dem Kraftwerk erzeugten Stromes eingetreten. gericht weiter aus, vielmehr als das Werk eines Dritten eingerichtet worden, er könne nicht durch die Pachtung des Elekl trizitätswerkes zu einem im gleichen Besitz befindlichen mit| dem Elektrizitätswerk verbundenen Betrieb werden, wenn man dem Sinn des Vertrages nicht Gewalt antun wolle. sind« Denn das Revisionsgericht hat lediglich zu prüfen, ob die Auslegung des Berufungsgerichts aus Rechtsgründen zu beanstanden ist« Das ist aber zu verneinen» Die Auslegung des Berufungsurteils ist möglich und in den Erwägungen, die das Berufungsurteil tragen, mit dem Wortlaut des Stromlieferungsvertrages vereinbar» Sie verstößt auch nicht gegen allgemeine Erfahrungssätze oder Denkgesetze0 Das Berufungsgericht hält ohne Rechtsverstoß für bedeutsam, daß der Inhaber der Klägerin seinen Betrieb erst nach Erwerb des Grundstücks von den Inhabern des Kraftwerkes eingerichtet und von Anfang an den Strom für seinen Betrieb nicht von dem Kraftwerk, sondern von dem Ortsnetz bezogen hat» Die Klägerin konnte durch die Pachtung des Kraftwerkes und ihren damit verbundenen Eintritt in den Stromlieferungsvertrag nur die Rechte erwerben, die für ihren Verpächter noch bestanden» Die Rechtsvorgänger der Klägerin haben jedoch durch die Veräußerung de^L-Gr und Stücks mit dem noch nicht fertiggestellten Neubau an den Inhaber der Klägerin die wirtschaftliche Verbindung des Grundstücks zu dem Wasserkraftwerk gelöst, die durch das gemeinsame Eigentum und möglicherweise auch durch die Zweckbestimmung des Grund-stücks begründet war« Es ist daher rechtlich haltbar, wenn das Berufungsgericht annimmt, die Klägerin sei Dritte im Sinne der Ziffer 1 Abs» 3 des Stromlieferungsvertrages gewesen, als sie ihren Betrieb errichtete und für diesen den Ströl von der Beklagten bezog, und daß sich hieran nichts dadurch geändert habe, daß die Klägerin das Wasserwerk später gepacK-^ tet hat» Ist aber die Auslegung des Berufungsgerichts aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden, so ergibt sich, daß die Klägerin den während der Pachtzeit von ihr entnommenen Strom bezahlen muß und die Beklagte durch Aufrechnung mit ihrer For^ derung auf Bezahlung dieser Stromentnahmen die Klageforderung zu dem Erlöschen gebracht hat« Deshalb konnte die Klägerin mit der Klageforderung nicht gegen die Widerklageforderung auf-rechnen« Die Abweisung der Klage ist somit gerechtfertigt, auch die Widerklageforderung ist begründet«