BGH · II ZR 137/56 vom 13.02.1958
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wenn der Präsident des ' " Gerichts diesen Hilfsrichter einem Senat (Kammer) zuweist und hiervon den Mitgliedern des Präsidiums außerhalb einer Präsidialsitzung lediglich Kenntnis gibt* Br» Hörig, lies ecke und i)rf Reinicke für Recht erkannte Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 2o Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Braun-schweig vom 22. ..erhobenen Geschältsführervergütung* Sie begehrt die Feststellung, daß die Gesellschafterbeschlüsse, wonach den Beklagten su 2) bis 4} für die Jahre 1951 und 1952 eine Geschäftsführer-Vergütung über den Betrag von jeweils 13*200 PU susüglich 3c000 PU Tantieme zugebilligt worden ist, nichtig seien* Pie Revision macht geltend, das Berufungsgericht sei nicht vorschriftsmäßig besetzt gewesen» Es habe den Rechtsstreit in der Besetzung mit einem SenatsPräsidenten und zwei Landgerichtsraten entschiedene Pie Besetzung mit zwei Landgerichtsräten sei unzulässig; zudem beruhe die Hinzuziehung dieser Hilfsrichter darauf, daß ein Teil der richterlichen Planstellen bei dem Oberlandesgericht nicht besetzt gewesen sei und daß auch zu wenig Planstellen für das dauernde Bedürfnis gerade des erkennenden Senats des Berufiuigegerichts vorgesehen seien* 70 DVD gedeckt, da diese Abordnung der Vertretung eines verhinderten ordert-3.ieben Mitgliedes des öberlandesgerichts diente Landgerichtsrat 0^m|hat die Dienstgeschafte als Vertreter des erkrankten Oberlandesgerichtsrats H^BB im 2 , Divi 1 senat auf Anv/eisung des Ober 1 andesgcrichtsprä-sidenten übernommene Dies war zulässig, da ein zeitweiliger Vertreter eines verhinderten Richters’ durch den Präsidenten des Gerichts bestimmt wird (§ 67 G-VG), In der Folgezeit mußte jedoch das Präsidium des Oberlandesgerichts eine Anordnung über den Einsatz des ungeordneten Hilfsrich ters treffen (§ 63 OVO)0 An einer solchen Anordnung durch einen -ausdrltckl^ehen^ eschluß fehlt es nach den dienstlichen Äußerungen des Oberlandesgerichtspräsidenten von 19- Juni 1957 und 14«. Hach der Auffassung «-es Ob or.land esgericht spräsi-d eilten soll jedoch der Einsatz des Landgericht erat s OBfc im 2> .Zivilsenat von den Mitgliedern des Präsidiums stillschweigend gebilligt worden sein, weil ihnen die Ab-o rönung des Lan&gerichtsrats OBBB in-, den 2 v, Z ivilsenat an Stelle des erkrankten Öberlaiidesgerichtsrats 'De- kanntgegeben worden seio Entgegen der Auffassung des Ober-laiidesgcrichtspivisidenten kann in diesen Vorgängen eine wirksame Anordnung des Präsidiums über den Einsatz des Landgerichtsrats CBHB^n den 2* Zivilsenat nicht erblick werden,. Für die Beratung und Abstimmung im Präsidium sind zunächst die Vorschriften der §§ 194 ff OrVGr entsprechend anzuwendenr Jedoch ist es auch zulässige, daß die Abstimmung schriftlich im v/ege des Umlaufsverfahrens vorgenom-men wird (RG- J\7 1931? 3560) * Bei der mündlichen Beratung und Abstimmung ist es unter Umständen auch möglich, daß ein Beschluß über den Einsatz eines Richters stillschweigend gefaßt wird (BGH Uri,v.18cJuni 1957 - 5 StR 78/57)« Für die Annahme eines solchen stillschweigenden Präsidialbeschlusses müssen aber irgendwie geartete Anhaltspunkte gegeben sein* An solchen fehlt es hier* Die im Beweisbesch lu.3 des erkennenden Senats aufgenommenen Fragen, wann und in -welcher Weise sich nachher das Präsidium des Ober-lendesgorichts in seinen Sitzungen mit der Tätigkeit des Landgerichisrats 2» Zivilsenat befaßt hat und ob die Protokolle über die Präsidialsitzungen Anhaltspunkte darüber ergeben, daß das Präsidium mit dem Einsatz des Landgerichtsrats OBHB Zivilsenat einverstan- den war, konnten von dem Oberlandesgerichtspräsidenten nicht im positiven Sinne beantwortet werden* Danach läßt sich nicht feststeilen, daß das Präsidium des Oberlan&es-geriehts in. In der Äußerung des Cb erlandesgeri cht spräo id ent en vom 14= Januar 1958 wird die Auffassung vertreten, daß' sich die Mitglieder des Präsidiums jedenfalls außerhalb einer besonderen PräsidialSitzung mit dem Einsatz des . doch ein wirksamer Beschluß des Präsidiums, nicht erblickt werdenc Der fehlende Widerspruch laßt keinen sicheren Schluß auf ein Einverständnis der einzelnen Prä s id in linit-Glieder mit dieser Abordnung zu, Darüher hinaus bestehen aber auch g r und sät z 1 i c h e Bedenken gegen .die RoRglichkeit und Zulässigkeit•von stillschweigenden.Präsidialbeschlüssen außerhalb der Präsidialsit sungen» Denn das würde mit der großen Bedeutung derartiger Beschlüsse nicht mehr in Einklang zu bringen sein?