BGH · II ZR 134/58
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Beklagte und Revisionsbeklagte, - Prozeßbevollmächtigterg Rechtsanwalt Br, hat der II0 Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 9o April 1959 unter Mitwirkung der Bundesrichter Br* Haidinger? Schreiben wurde das Akkreditiv bis zu dem 31« Januar 1953 verlängerte Die Beklagte teilte dies 3:cppPl am ”0 Januar 1953 mit und wies ihn gleichzeitig darauf hin* daß eine Abtretung des Akkreditivs nicht möglich seio Am 4o Februar 1953 übersandte BrPPO der Beklagten die Unterlagen über die Auslieferung der Karosserie und bat um weitere Veranlassung. mit dessen Überweisung an die Klägerin die Beklagte nach ihrer Kenntnis beauftragt sei, gerechnet v/erden könne» Die Beklagte erwiderte am 23° Februar 1953 nach einem weiteren Telefonanruf der Klägerin wegen des Oeldes, daß sie von Brpp^ keinen Auftrag erhalten habe, den Betrag an die Klägerin zu überweisen» Sie habe, nachdem das Akkreditiv verfallen gewesen sei, die Dokumente zu dem Inkasso hereingenommen und vom Schweizer Bankverein Zahlung erhalten; die Klägerin möge sich an Brppp v/enderu Die Klägerin erhob gegen diesen Klage auf Zahlung von 10 000 DM» BrtPPP bestritt4, daß der Klägerin die Forderung aus dem Akkreditiv abgetreten worden sei» Das Verfahren wurde durch den am 11» Oktober 1954 er-öffneten Konkurs BrpPPP unterbrochen und nicht wieder auf- Die Klägerin hat im vorliegenden Rechtsstreit von der Beklagten Zahlung eines Teilbetrages von 6 100 DM ihres auf 11 000 DM bezifferten Anspruchs verlangt« Sie hat behauptet , daß ihr von BpH nicht nur die Forderung aus dem Akkreditivs sondern auch, die Kaufpreisford er uiig abgetreten worden sei« BrfMP sei niemals Gläubiger dieser Forderung gewesen« Er habe von BfMP den Auftrag erhalten, zu veranlassen, daß der Kaufpreis an die ..Klägerin ausgezahlt werde« Die Beklagte habe aus den Mitteilungen der Klägerin entnehmen können, daß auch die Kaufpreisforderung an sie abgetreten worden sei« Sie habe den eingezogenen Betrag an die Klägerin abfUhren müssen und hafte aus dem Gesichtspunkt der ungerechtfertigten Bereicherung« Die Beklagte verstoße auch gegen die guten Sitten, wenn sie sich auf die Gutschrift zugunsten des Kontos Brpp|p berufe« Es sei ihr nur darauf angekommen, den Debetsaldo BrpBHP zu senken, statt zu klären, ■ ob BiPBB in der Angelegenheit überhaupt Rechte zustanden« Durch ihre Untätigkeit habe sie es Br^^pbewußt ermöglicht, zu dem Nachteil der Klägerin den Kaufpreis ohne Berechtigung für sich einzuziehen« Die Beklagte hat Klagabweisung beantragt« Sie hat geltend gemacht, daß der Anspruch aus dem Akkreditiv nach den in ihm in Bezug genommenen Richtlinien über- Dokumentenakkreditive nicht habe abgetreten werden können und daß die Kauf-Preisforderung an die Klägerin nicht abgetreten worden sei« Gläubiger der Kaufpreisforderung sei BxpHPl gewesen« Eine Abtretung dieser Forderung an die Klägerin sei ihr nicht mitgeteilt worden« Sie habe den Kaufpreis für BrflHHP ein- gezogen und sei diesem zur Herausgabe verpflichtet gewesen* Hie Klägerin habe die Verfügung durch die Klage gegen ihn genehmigt und könne sich nur an ihn halten«» Eine Schädigung der Klägerin habe ihr ferngelegen« Außerdem sei ein Anspruch aus unerlaubter Handlung seit Februar 1956 verjährte Has Landgericht und das Oberlandesgericht haben die Klage abgewiesen« Mit der Revision verfolgt die Klägerin ihren Klagantrag weiter? zur Herausgabe des Geleisteten an die Klägerin verpflichtet sei« Hie Beklagte sei nur als Vertreterin Br^H^ aufge-treten« Sie sei nicht bereichert? weil sie verpflichtet gewesen sei, die von der Käuferin überwiesenen Beträge an BrpHP als ihren Auftraggeber abzuführen« Biese Verpflichtung habe sie durch Verrechnung mit ihren vollwertigen Forderungen gegen erfüllt« 285; 81, 261, 264)o Der etwaige Anspruch aus § 816 Abs» 2 BGB könnte sich nur gegen Br^Bfe richten und die Klägerin hat ihn auch zunächst in Anspruch genommen» Wird andererseits davon ausgegangen, daß die Beklagte die Zahlungen der Schweizer Bank noch auf Grund des Akkreditivs erhalten hat, worauf die Passung des Buchungsbelegs und der Mitteilung an Br^Hfcl hindeuten könnte, so kämen nach den Peststellungen des Berufungsgerichts Bereicherungsansprüche gegen die Beklagte schon deshalb nicht in Betracht, weil die Beklagte keinesfalls mehr bereichert ist, nachdem sie die eingezogenen Beträge Br^BBl gutgebracht und eine Verrechnung mit vollwertigen Forderungen der Beklagten gegen stattgefunden hat» II» Die Revision rügt, das Berufungsgericht habe zu Unrecht eine Haftung der Beklagten aus § 826 BGB verneint, weil wesentliche Teile des Vortrages der Klägerin übergangen worden seien (§ 286 ZPO)* Die Beklagte habe nach den vorgelegten Urkunden die Zahlungen vom Schweizer Bankverein auf Grund des Akkreditivs erhalten und habe gewußt, daß das Akkreditiv an die Klägerin abgetreten gewesen.sei» sich auf die mangelnde Abtretbarkeit des Akkreditivs und das angebliche Fehlen der Abtretung der Kaufpreisforderung berufe® Die Rüge ist nicht begründet® weil er das Akkreditiv oder die Kaufpreisforderung zu Unrecht eingezogen und den Betrag nicht abgeführt hat® Diese Klage stellt sich gegebenenfalls als die Genehmigung einer unberechtigten Verfügung BrBHHB dar? unter sittenwidriger Schädigung der Klägerin ermöglicht habe und sich die ihr zugeflossenen Vorteile aus dieser Verfügung unter Verstoß gegen die guten Sitten zu erhalten suche? werden von einer Genehmigung der Verfügung nicht betroffen® Die Beklagte hat die Klägerin auf Ansprüche gegen BrflHHk verwiesen und die Klägerin hat daraufhin durch die Klage gegen Br^H) versucht? daß die Beklagte vom Schweizer Bankverein den zur Deckung ihrer Akreditivver-pflichtung Bestimmten Betrag trotz ABlaufs der Geltungsdauer des Akkreditivs noch erhalten haBe<> Die Beklagte wolle aber das Akkreditiv nicht an die Klägerin auszahlen* sondern den Betrag mit ihren Forderungen gegen Br^Ü^ verrechnen* obwohl ihr die Abtretung des Akkreditivs an die Klägerin mitgeteilt worden sei und sie daraufhin nichts von der Unzulässigkeit der Abtretung habe verlauten lassen* vielmehr sich so verb alten habe* als sei die Abtretung an sich zulässig und nur wegen Ablaufs der Akkreditivfrist nicht mehr beachtlich,. die Beklagte habe Zahlung des zur Deckung ihrer Akkreditivverpflichtung bestimmten Guthabens durch die Auftraggeberin des von ihr eröffneten Akkreditivs?, nicht aber Zahlung des Kaufpreises vom Käufer nach Ablauf der Geltungsdauer über dessen Bank erhalten? weil die Abtretung nach Art* 49 der Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkre-ditive unwirksam war„ Ein Recht aus dem Akkreditiv konnte die Klägerin nicht erworben haben,, Die Beklagte mußte Ansprüche befürchten? daß sie die Klägerin nach Mitteilung der Abtretung nicht auf deren Unzulässigkeit hingewiesen habe» wenn sie sich mit Rücksicht auf ein früheres Verhalten als ein Verstoß gegen Treu und Glauben darstellt« Das Berufungsgericht hat diese Voraussetzungen zutreffend verneint« Beim Empfang der Mitteilung über die Abtretung war für die Beklagte nicht vorauszusehen? Br^H^ habe jedenfalls die Kaufpreisforderung wirksam an die Klägerin abgetreten und sie durch die Beklagte vom Käufer eingezogen, der von der Abtretung nichts gewußt habe, so konnte sich dieses Verhalten als Betrug zu dem Nachteil der Klägerin darstellen, die damit ihre Forderung verlor (§ 407 BGB)« Derjenige, der bei einer solchen unberechtigten Einziehung mitwirkt, kann sich der Beihilfe oder der sittenwidrigen Schädigung des Gläubigers schuldig machen«, Die Feststellungen des Berufungsgerichts ergeben aber, daß die Beklagte nicht vorsätzlich gehandelt hat, so daß eine Haftung nach §§ 823 Abs« II, 826 BGB für einen der Klägerin als etwaiger Gläubigerin der Kaufpreisforderung entstandenen Schaden ausscheidet« Es bedarf daher keiner Erörterung, ob aus der Unabtretbarkeit der Forderung aus dem Akkreditiv zu folgern ist, daß auch die Kaufpreisforderung nicht abgetreten werden kann (vgl« ZoB«, Capelle, Akkreditivgeschäft S« 80) und ob hier, wenn sie abtretbar ist, eine Umdeutung der Abtretung des Akkreditivs in eine solche des Kaufpreises angenommen werden könnte« Der Beklagten kann jedenfalls nicht vorgeworfen werden, sie habe die mangelnde Berechtigung den Kaufpreis für sich einzuziehen, erkannt und trotzdem den Einziehungsauftrag ausgeführt« Ferner hat das Berufungsgericht festgestellt, daß bei der Einziehung der Forderung kein Anhalt für eine Zahlungsunfähigkeit Brf^pBl bestanden und die Beklagte vollwertige Forderungen bei der Verrechnung des Betrages mit seinem Debetsäldo äufgegeben hat« Die Beklagte habe keinen Anlaß gehabt, an die. Damit ist auch das Bewußtsein und die Billigung einer etwa möglichen Schädigung der Klägerin seitens der Beklagten ohne Rechtsirrtum verneint worden,, III* Die Revision rügt noch, das Berufungsgericht habe eine Prüfung der Ansprüche der Klägerin unter dem Gesichtspunkt der Geschäftsführung ohne Auftrag zu Unrecht unterlassene Die Beklagte habe geglaubt, ein Geschäft BrflU in dessen Auftrag zu besorgen, in Wahrheit aber eine Forderung der Klägerin ohne deren Auftrag eingezogen» Der Irrtum über die Person des Geschäftsherrn sei belanglos (§ 686 BGB)o Die Rüge ist nicht begründet» Eine Geschäftsführung ohne Auftrag für die Klägerin scheidet schon deshalb aus, weil die Beklagte, wenn sie die Kaufpreisforderung einzog, die sie für eine solche BrflHÜ hielt, ausschließlich in Erfüllung des ihr von BrflB erteilten Auftrages und bewußt für diesen gehandelt hat» Ansprüche aus § 687 Abs» 2 BGB, den die Revision noch anführt, sind aus.