BGH · II ZR 130/52
Originalentscheidung als PDF
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tragsaufgaben Verpflichtungen ein,» für die gleichzeitig ein Ersatzanspruch gegen die als solvent zu betrachtende auftragende Stelle entsteht, handelt es sich also wirtschaftlich gesehen für die Gemeinde um durchlaufende Gelder, so ist im allgemeinen das Geschäft nicht von erheblicher- geldlicher Bedeutung für die Ge-meinde.. Januar 1953 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr„ Ganter und der Bundesrich-ter Br. Drost, Dr. Haidinger, Artl und Dr„ Meyer für Recht erkanntt Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Oberlandesgerichts in Schleswig, 5. Die Klägerin hat in IwHHP seit den Jahre 1941 auf Grund der ihr vom Leiter des Bauamtes der Beklagten gegebenen Aufträge Luftschutzbauten errichtet. Sie bestreitet, der Vertragsgegner der Klägerin zu sein; die Bestellungen seien vielmehr, soweit es sich um die hier in Betracht kommenden Rechnungsbeträge handele, von ihrer Bauverwaltung im Auftrag des Reiches erteilt worden, was der viel mit Luft schuf zbäut'en befaßten Klägerin auch bekannt gewesen sei. Gegen dieses Urteil wendet sich'die Beklagte mit der Revision und bittet erneut um Klagabweisung. I„ Das Landgericht ist der Behs.uptung der Beklagten nicht gefolgt; daß zwischen ihr und der Klägerin keine Vertragliche Beziehungen entstanden' seien,--daß die Klägerin vielmehr nur mit dem Reich abgeschlossen habe, für , das der bei der Beklagten augestellte. Das Landgericht hat vielmehr einen zwischen der Beklagten selbst und der Klägerin abgeschlossenen Werkvertrag für gegeben erachtet, aus welchem die Beklagte gemäß § 631 3GB die Klageforderung schulde. Das Berufungsurteil'-hat sich mit der von der Beklagten in der Berufungsinstanz angegriffenen Erwägung des Landgerichts, daß nicht das Reich, sondern die Beklagte Vertragspartnerin gewesen sei, nicht ausdrücklich auseinandergesetzt, Auch aus dem Zusammenhang des Berufungsurteils, insbesondere daraus, daß es hinsichtlich der Vortragshaftung lediglich erörtert, ob eine vertragliche Ver- BG-HZ 2 ■ ■■■■■-■ 142 mit eingehender Begründung dargelegt hat j, ist Voraussetzung für das Zustandekommen eines Vertrages zwischen einer: Baufirma und dem Deutschen Reich., ■ sondern,darüber hinaus auch die Tatsache, daß der Vertrags abschluß im Einzelfall ausdrücklich oder nach den Umständen erkennbar im Namen des Deutschen Reiches vorgenommen worden ist.. ; Duft schul zbäu" „■ Die Prüfung' der Rechnungen erfolgte durch die Beklagte und diese selbst hat-, wenn auch mit ihr zur Verfügung gestellten Mitteln des Reiches, die Rechnungen bis auf den jetzt streitigen Rest bezahlt. Es'kann daher dahingestellt bleiben, ob die Beklagte wie das Landgericht angenommen hat, überhaupt nicht als Vertreterin des Reiches handeln wollte, , denn auf keinen Pall hat sie dies ausdrücklich erklärt und es ist. auch sonst nicht für die Klägerin erkennbar zu dem Ausdruck gekommen,'insbesondere schon nicht dadurch, daß es sich um Luftschutzbauten handelte, die auf Anordnung des Reiches au.s^eführt wurden.. DVO enthält keine eindeutige Bestimmung darüber, was im einzelnen als Geschäft der laufenden Verwaltung und als geldlich für die Gemeinde ohne besondere Bedeutung anzusehen sei,. 730) ihren Ausdruck gefunden, Es ist also in jedem Streitfall dazu Stellung zu nehmen , ob ein Geschäft der laufenden Verwaltung vorliegt und ob es- geldlich für die Gemeinde keine besondere Bedeutung 3 not hcfn Das Berufungsgericht hat dies verneint, auch wenn man davon ausgehe., daß sämtliche Kosten aus den Bauaufträgen vom Reiche getragen werden sollten. Bereits in der - nicht veröffentlichten - Entscheidung des erkennenden Senats - II ZR 25/52 - vom 24« September 1952 istder Bau von Luftschutzanlagen und der damit verbundene Abschluß von Verträgen seitens einer Gerne-ade während des Krieges als ein Geschäft der laufenden Verwaltung angesehen worden.. Gleiches gilt auch für den jetzt zu entscheidenden Falle Es kann nicht von der normalen Lage ausgegangen werden, wie sie sich in Friedenszeiten hot, in denen die Errichtung von Bauwerken im Wert von über 350.000 EM wohl nicht ohne weiteres, auch für eine große Stadt wie • ISMMHI«, als laufendes Geschäft angesehen werden konnte,, Der Krieg hatte vielmehr die Lage von Grund auf verändert und die Errichtung von Anlagen dringend notwendig gemacht, die geeignet waren, die Bevölkerung vor den Auswirkungen des immer stärker werdenden Luftkrieges zu schützen. Sie wurden, gestützt auf § 1 LuftSchG vom 26.6.1S35, von militärischen Dienststellen befohlen, die auf unverzügliche nicht durch bürokratische Hemmungen erschwerte Ausführung drängten- Gerade in den besonders gefährdeten Küstenstädten drängte der zuständige Luftgau XI in auf schnelle und reibungslose Errichtung der von ihm angeordneten Bauwerke, wobei für die Beklagte noch hinzukam, daß, wie gerichtsbekannt ist. III, Eine Verpflichtung der Beklagten ist also ursprünglich aus Vertrag, und nicht* wie das Berufungsgericht annimmt, aus ungerechtfertigter Bereicherung entstanden. Diese Rechtsansicht an .der festgeh'1ten wird, hat auf den vorliegenden Fall Anwendung zu'finden, da sämtliche Voraussetzungen dafür bestehen, insbesondere die-Beklagte eine Befriedigung beim Reich für die Errichtung der hier fraglichen Anlagen in Höhe der noch offen stehenden Forderung der Klägerin nicht gefunden hat, ’ ■ . Es ist unstreitig, daß die Beklagte, die vom Reich Vorschüsse für die luftschutzbauten zu erhalten pflegte, bei Kriegsende■noch einen Restbetrag nicht abgerechneten Geldes in Händen hielt, den sie dann 1947 auf Weisung der Landesregierung an die Landeshauptkasse über- Es könnte wegen dieses Betrages, der sieh umgewertet auf rund 128,,60 DM belief, zweifelhaft erscheinen, ob die Beklagte sich auf ein leistungsverweigerungsrecht berufen kann, nachdem sie durch eine eigene Maßnahme - wenn auch auf höhere Anweisung — Geld aufgegeben hat, das an sich zur Befriedigung der Gläubiger aus alten, nicht völlig abgewickelten Verträgen hätte dienen können. Das leistungs verweigerungsrecht könnte der Beklagten für den hier fraglichen Betrag aber nur dann abgesprochen werden, wenn die Berufung darauf gegen jlöreü und 'Glauben verstiesse, was unter den angeführten Umständen nicht in Betracht kommt» 1V1 IBu Recht hat sich also die Beklagte gegenüber der vertraglichen und .nicht auf ungerechtfertigter Bereicherung beruhenden Förderung der Klägerin auf ihr leistungs-v erwe i ge rung sr e cht b e ruf en