BGH · II ZR 124/55 vom 02.07.1956
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Im Palle der Umwandlung einer Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung sind die Mitgliedschaftsrechte in der Zeit zwi-% Auf die Hevision der Klägerin wird'das am 17, Februar 1955 verkündete Urteil des 3. Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts zu Hamburg aufgehoben, Bie. Berufung der Beklagten gegen das am 25, August 1954 verkündete Urteil des Landgerichts in Hamburg, Kammer 11, für Handelssachen, wird zurtickgewiesen, Bie Kosten der Berufungs- und Revisionsinstanz werden der Beklagten auferlegt Von Rechts wegen Die Beklagte^ eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, ist durch Umwandlung der StflBHD Bl Bmmm Aktiengesellschaft entstanden. Er ist der Ansicht, daß ihm nach § 44 Abs 4 DMBG und auf Grund des Umwandlungsbeschlusses ein Geschäftsanteil von 100 DM zustehe. Bie Umwandlung einer Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung vollzieht sich mit der Eintragung ins Handelsregister (§ 265 Satz 1 AktG), Damit wird das Grundkapital zu dem Stammkapital (§ 265 Satz 2 AktG), Bie Aktie ist keine Ziffer des Grundkapitals mehr und ha~c aufgehört., das Mitgliedschaft »recht an einer Aktiengesellschaft zu verkörpern. Sie ist aber auch kein Geschäftsenteil im Sinne des § 14 GmbHG« Huch dieser Vorschrift bestimmt sich der Geschäftsanteil jedes Gesellschafters nach de' Betrage der von ihm übernommenen Stammeinlage, Bie fctaraiieinlage muß mindestens 500 Deutsche Mark betragen und durch hundert teilbar sein (§ 5 Abs 1, Abs 3 Satz 2 GmbHG), Aktien können auf einen Betrag unter 500 DH lauten (§8 Abs 1 AktG). Hach § 263 Abs 4 AktG kann der Nennbetrag der Geschäftsanteile abweichend von dem Nennbetrag der Aktien festgesetzt werden, Bas muß geschehen, wenn sonst der gesetzliche Nennbetrag für den Geschäftsanteil nicht erreicht würde (Schlegelberger-Quassowski-AktG § 263 Anm 18), denn Geschäftsanteile unter 500 XM dürfen auch bei der Umwandlung einer Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nicht entstehen. langt also ohne weiteres keinen Geschäftsanteil» Eine solche Beteiligung ist nicht Aktie, weil keine Aktiengesellschaft mehr besteht, und auch nicht Geschäftsanteil, weil dessen rechtsteclinische Voraussetzungen fehlen Aber auch ein solcher Beteiligter ist Mitglied der Gesellschaft geblieben, da durch die Umwandlung lediglich die Hechts-form der Gesellschaft geändert worden ist Wenn § 265 Satz 2 AktG sagt, mit der Eintragung der Umwandlung werden die Aktien zu Geschäftsanteilen, so wird damit der materielle Inhalt der (veränderten) Mitgliedschaft umschrieben und der Ausdruck MGeschäftsanteilrt nicht im gesetzestechnischen Sinne verwendet, Bas zeigt sich auch an dem Hall, daß mit der Umwandlung eine Zusammenlegung von Aktien verbunden wirds Ist das Zusammenlegungsverhältnis bo groß, daß selbst aus dem höchsten vorhandenen Ak- Wird für den Nennbetrag der Aktie nicht der gleiche Betrag in Geschäftsanteilen gewährt, so können Beträge (Spitzen) übrigbleiben, die außerhalb der zulässigen Grenzen eines Geschäftsanteils liegen, daher im rechtstechnischen Sinne nicht zu ihm gehören und im Sinne des § 17 GmbHG auch nicht Heile von Geschäftsanteilen sind» Daraus ergibt sich, daß mit der Umwandlung der Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft, mit beschränkter Haftung nicht 3chon die Umwandlung der Aktien in Geschäftsanteile vollzogen sein kann. Ein Umtausch im materiellen oder im gegenständlichen Sinne ist das nicht, da die Aktie ihres Inhalts als einer Mitgliedschaft an einer Aktiengesellschaft bereits entkleidet ist und da tiber den Geschäftsanteil keine Anteilscheine ausgegeben zu werden brauchen. Im Falle der Zusammenlegung können auch Aktien, welche die zu dem Ersatz durch Geschäftsanteile nötige Zahl nicht erreichen und der Gesellschaft nicht zur Verwertung für Rechnung der Beteiligten zur Verfügung gestellt sind, für kraftlos erklärt werden (§ 179 Abs 1 Satz 2 AktG). Aktien tretenden Geschäftsanteile hat die Gesellschaft unverzüglich für Rechnung der Beteiligten durch öffentliche Versteigerung zu verkaufen (§ 179 Abs 3 AktG). schon die Regeln für die Übertragung von Geschäftsanteilen (§§ 15, 17 GmbHG) auf die Übertragung dieses Mitgliedschaftsrechts anzuwenden, solange noch Aktienurkunden im Umlauf sein können, und das ist biB zur Kraftloserklärung der Fallt Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Mitgliedschaftsrechte an der umgewandelten Gesellschaft noch nach Aktienrecht übertragbar (Böttcher-Meilicke Umwandlung, Verschmelzung und Auflösung 4.