BGH · II ZR 106/56
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der 11= Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 28,. Ter Kläger war seit dem Jahre 1949 als Handelsvertreter der Beklagten zu 1) und 2), zweier Sehwesterfirmen, tätig/ Der Beklagte zu 3) ist der persönlich haftende Gesellschafter der Beklagten zu 2)« Der Kläger \iurde am 14* Juli 1954 fristlos entlassen mit der Begründung;, er habe unzulässigerweise eine Konkurrenzvertretung übernommen und trotz Abmahnung nicht auf gegeben., Der Kläger, der diese Kündigung für unberechtigt hält, hat mit der Klage Schadenersatz für Provisionsau'sfall bis zu dem Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist zu dem 31- Dezember 1954 in Hohe von 25*000 DM und außerdem eine Ausgleichszahlung von weiteren 25*000 DM verlangt* 1 Sie haben außer mit der imKUhdigUngsschreiben bereits ent-hält-enen Begründung der unzulässigen Yertretung einer Konkurrenz -firma im Laufe des Rechtsstreits die Kündigung auf weitere Vor-kommnisse gestützt, und zwar mit Schriftsätz,vom 7* September .1954 auf die Weigerung des Klägers, den Inhalt des Handelsver-ervertrages schriftlich niederzulegen, mit Schriftsatz vom: l\‘3"ö= 'fJuli 1954 auf beleidigende Äußerungen über den Beklagten zu r 3) am*I60 Juli 1954,- denen sich später, wie mit der Berufungs-4|„b,,eantvprtung vom 14» Rebruar 1955 vorgetragen wurde, Beleidigungen in zwei Schreiben an die Birma .MüBBB vpni September 1954 und ferner Beleidigungen in dem Gerichtstermin; vom 31- Mai 1955 l'angeschlossen hätten«’ -Ferner habe sie der Kläger , wie die Be-. G er ichtsterrain vom 28c September 1954 zu befördern» Endlich haben die Beklagten ihre Kündigung mit Schriftsatz vom 24° September 1954 und vom- 14» Februar 1955 noch darauf gestützt» daß der.Kläger Außenstehenden interne Betriebsverhältnisse be-kennt gegeben habe, insbesondere an di^ mit ihnen, den Beklagte in einem Rechtsstreit befindliche Firma HüflW. tacher Hinsicht einen wichtigen Grund zur sofortigen Auflösung ctes Handelsvertretervertrages gegeben» Bas Berufungsgericht hat dabei abgewogen, daß es sich um eine jahrelange und sehr intensive Zusammenarbeit gebandelt habe und daß nicht jede Saanaurir und Meinungsverschiedenheit, die in einem solcnen tragsveAaltnis zwischen Dnternehraern und Handelsvertretern als. Knabenhemden, Kinderbekleidung :urlt:^ den Feststellungen des Berufungsgerichts und mittlerer Preisklasse handelte» Auf den Umfang der für die Firma. Fenker vermittelten Geschäfte komme es nicht an, es sei .vielmehr entscheidend, ob der Unternehmer von seinem subjektiven (der Ausdruck objektiv im Urteil ist ein Schreibfehler) Standpunkt aus, der allerdings eine beachtliche, hier gegebene objektive Grundlage haben müsse, seine Belange bei verständiger kaufmännischer Beurteilung für gefährdet halten durfte» Schon wegen dieser 'Interessenverletzung sei die fristlose Kündigung gerechtfertigt/. gung, sondern auf die Störung des Vertrauensverhältnisse#^ die das Berufungsgericht mit Recht bei der Aufnahme und JpQrtfV Ber Kläger hatte mit Schriftsatz vom 3, Bezember: vorgetragen,: es habe sich bei der Erzeugung der Beklagten':.ü%f' ein l!Stapel-Genre,i gehandelt, während die.Pi-rma';V4Bifch^^5^ •benes ’'Mittel-Genre” hergestellt habe, Aus diesem Grunde haPpn| an einer objektiven Grundlage dafür gefehlt, daß diehinteressef der Beklagten durch diese Vertretung gefährdet worden seien,' Bas Berufungsgericht hat demgegenüber festgestellt, daß sicVf m ehr er e ..Artikel d.er Blusenkollektion VflflH mit den. haben die -Beklagten mit Schriftsatz vom 7, Februar 1.956 dieses .-.Vorbringen bestritten» Zu einer Vernehmung des Klägers zu dieser -Behauptung war das Berufungsgericht nach § 448 ZPO nicht verpflichtet -■nachdem es aüf Grund der bisherigen Beweisaufnahme vom Gegenteil aie--ser Behauptung überzeugt war» Ebensowenig bedurfte es einer Heran-Ziehung eines Sachverständigen,, da sich das Gericht auf Grund der Aussagen der Zeugen FÄBHB selbst die genügende Sachkunde zur Beurteilung der frage beimessen konnte, ob sich die von den Beklagten und der Iürma: V|BBB'vertriebenen Karen teilweise _überschnitten. Per Kläger hatte des weiteren unter Berufung auf die Zeu- dgen FMi (GA I 127), MüMR (GA I 127) und PW (GA I 128) behauptet, die Beklagten hätten schon seit Monaten gegen ihn ein ’^Komplott vor.bereite't und durchgeführt, um ihm die Vertretung zu '- entziehen» Aus der Richtigkeit dieser Behauptung sollte sich "'nach, der Ansicht der Revision ergeben, daß ..es sich bei dem bei $er.iCündigungs'erklärung angegebenen Grund der Vertretung für ^Iffhl^onkürrehzfirina nur um .einen Vorwand gehandelt habe» Die levisionsrüge, die sich auf die Übergehung, dieser Beweisanträge 'tjützt, ist nicht begründete» Die Beweisanträge hatten lediglich "life'Inhalt, daß die Beklagten schon s eit längerer Zeit die Int-ssung des Klägers planten. Baß sie diesen - wie oben dargelegt -iSichilwIchtigen Grund nicht als so schwerwiegend: empfunden hätten; ihnen eine auch nur befristete:Fortsetzung des Vertragsverhalt-l&ses nicht mehr zu demutbar erschienen sei, ist «von dem Kläger. Die Bevision meint fernerdas Berufungsgericht hatte sä bei der Begabung eines wichtigen Grundes nicht darauf stützen.'^ daß nach § 7 eines dem Kläger tibermitteiten Vertr agseirf wurfs die Ausübung einer Konkurrenzvertretung untersagt sei« dtönne es nicht ins • 'Gewicht fallen, welche einzelnen Bedin-1 gungen die Beklagten dem Kläger bei der von ihnen“beabsichtigten Ausund Umgestaltung des Vertrages hätten aufzwihgen T^oXiel Es trifft allerdings zu, daß die Beklagten gewisse Seit nach des Inkrafttreten des Änderungsgesetzes zu dem HUB vom 6.- August 1953:, unter Hinweis auf § 85 HGB eine.schriftliche Hiederlegung des Vertr agsInhalt s gefordert hatten, über die sich die 2arteien -noch nicht geeinigt hatten» Die Revision verkennt jedoch' mit dem Hinweis auf diesen Sachverhalt, daß, wie das Berufungsge- . Handelsvertreterverhältnisses ergibt und daß das Berufungsgericht unter ausdrücklichem Hinweis, daß der von den Beklagten verlangte Vertragsinhalt noch nicht schriftlich niedergelegt sei,.' Wenn die Revision in diesem Zu-samiuenhäng weiter darauf' hinweist, daß die Beklagten dem !Klägen seine bisherige Weigerung zu dem Abschluß eines schriftlichen^^:77k träges nicht hätten verwerfe/: dürfen,, eo übersieht sie, daß das Berufungsgericht diesen Umstand ausdrücklich (UA g).: der dem Kläger übersandte Vertragsentwurf mit seinem in § 7 enthaltenen Konkurrenzverbot sei vom Kläger stillschweigend angenommen worden» Eine solche Differenz der Rechtsauffassungen könne aber'.niemals den Grund für eine fristlose Kündigung abgeben Auch dieses Vorbringen kann der Revision nicht zu dem Erfolg verhelfen» Einer vorherigen Androhung einer fristlosen Kündigung bedarf es nicht, Für die Berechtigung e.iner fristlosen Kündigung kommt es nicht auf die rechtliche Befrachtung der Part ei eil an. daß die Beklagten einen seinen'Wünschen genehmen ^c^M'Siiibhen;' Vertrag, mit ihmabschließend Der Kläger hatte erst in der Berufungsinstanz (Schriftsatz Ivo^ Schreiben vorgelegt? an die Pirma -»gerichtet und in dem erAmitgeteilt- habe, daß .er diese Vertretung aufgehen wolle» nach den;Eeststellungen des Berufungsgerichts hat von diesem Schreiben nichts Erwähnt» Bei dieser Sachlage hat das Berufungsgericht die Mög--lichkeit erwogen? daß der Kläger das Schreilien bereits vor dem 13» Juli 1954 verfaßt und abgeschiC* . hat', und folgert aus der Tatsache, daß er hiervon dem Beklagt“ zu 3) bei der entscheidenden Unterredung nichts mitgeteilt ha* .daß erseinen Standpunkt über seihe Berechtigung zur Fortsei der Vertretung TflK nicht aufgeben wolle» Dieser Standpunkt habe es'den Beklagten,', die sich durch diese KonkurrenzvertreJ in ihren geschäftlichen Interessen mit Recht beeinträchtigt ;g sehen hätten/ unzu demutbar.gemacht., das Vertragsverhältnis aufre zuerhalt eh, da sie-damit rechnen mußten, daß der Kläger einen.--- Vertretung, sondern auch in ähnlichen Fällen von Konkurrenzver^ tretungen durchsetzen würde» Da das Berufungsgericht somit unt" stellt', hatdaß der Kläger das Schreiben zu dem von ihm .behauj beten Termin abgesandt hatte, kommt es nicht auf das Verbring der Revision an, die dartun will, das.'Berufungsgericht Die Revision weist endlich noch darauf hin» daß der Beklagte zu 3)den Kläger zur Einweihung seines Hauses eingeladen habe und daß die Beteiligten bei diesem Anlaß - es handelte sich-um den 12. Juni- 1954 - auf eine lange, und glückliche - Zusammen-arbeit angestoßen hätten» Die Revision meint, "in diesem Verbal-ten liege ein Verzicht auf Kündigungsgründe, da die; Beklagten h schon im Liai 1 $54 erfahren hätten, daß der Kläger die Firma V vertrete.