BGH · II ZR 100/57
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der II« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 16«, Oktober 1958 unter Mitwirkung der Bundesrichter Dr* Haidinger, Dr* Fischer, Br0 Kuhn, Br» Hörr und Dre Reinicke für Recht erkannt* verlangt für den Abschluß dieses Vertrages eine Provision von 6«480 DM nebst Zinsen« Dem Streit der Parteien liegt folgender Sachverhalt zugrunde? sie stehe auch mit weiteren Angeboten zur Verfügung; in diesem Schreiben hieß ess "Unsere Bemühungen für Sie verstehen sich vorerst vollkommen unverbindlich und kostenlos« Lediglich bei Abschluß eines durch uns nachgewiesenen Objektes beanspruchen wir von Ihnen die ortsübliche Mäklergebühr." das folgenden Vermerk enthielt: "Brei Prozent Vermittlungsprovision von der 6-esamtpachtsumme von mindestens fünf und höchstens 10 Jahren«11 Der Beklagte bedankte sich am 13o September 1955 für dieses Angebot und bat um nähere Angaben und Einzelheiten« Am 14• September 1955 teilte ihm die Firma HaflHB^mit, es handle sich bei dem Angebot um das Caf6 V^MHHMP in A4HN*» In diesem Schreiben hieß es? er sei an dem Objekt interessiert und bitte um weitere Angaben* Mit Schreiben vom 20* September 1955 erhielt er von der Klägerin weitere An- das Berufungsgericht hat ihr stattgegeben« Mit der Revision verfolgt der Beklagte seinen Antrag auf Abweisung der Klage weiter„ Die Klägerin bittet um Zurückweisung der Revision« zwisehen dem Beklagten und der Klägerin oder deren RechtsVorgängerin (Firma sei ein Mäklervertrag zustande gekommen« Diese Ausführungen sind zutreffend und halten auch gegenüber dem Hinweis der Revision auf eine Entscheidung des Kammergerichts (HJW 58 So65) stand? Das Berufungsgericht hat weiten dargelegt, der Beklagter; habe die Klägerin (und ihre Hechtsvorgängerin) mit dem Nachweis und der* Vermittlung beauftragt0 Die Klägerin habe zwar nur nachgewiesen, nicht vermittelte Trotzdem müsse die Beklagte die Vermittlungsprovision entrichten« Denn die Klägerin habe mit Schreiben vom 20« September 1955 ihre Vermittlungsdienste zur Verfügung gestellt« Hs sei auch unstreitig, daß die Klägerin ihre Vermittlungsdienste nicht etwa dem Beklagten verweigert habe« Da d.er Beklagte auf die Dienste der Klägerin verzichtet und den Vertrag Die Revision greift diese Ausführungen an« Die Angrif-fe sind im Ergebnis berechtigt« Ist die Klägerin Vermitt-lungsmäklerin gewesen, so steht ihr eine Provision nur zu, wenn sie den Unterpachtvertrag vermittelt hat; ist der Ver-trag durch ihren bloßen Nachweis zustande gekommen, so kannst sie keine Provision beanspruchen (Reichel,- Di^ Mäklerprovi-sion, 1913 S«148)« Von diesem Grundsatz könnte nur dann it eine Ausnahme gemacht werden, wenn der Beklagte die Nach-weistätigkeit der Klägerin verwertet, aber verhindert hätte, daß die Klägerin als Vermittlungsmäklerin tätig geworden sei«. Der Beklagte würde arglistig handeln, wenn er sich dann darauf beriefe, die Klägerin'sei ihren Verpflichtungen als Vermittlungsmäklerin nicht 'nachgekommen; denn daß . seien* Die von den Parteien vorgetragenen und vom Berufungsgericht festgestellten Tatsachen reichen aber nicht aus? ihn zu unmittelbaren Verhandlungen mit dem Vertragsgegner auffordert und sich dann nicht mehr um den Abschluß des Vertrages kümimert? sie sei in der Ausübung der von ihr vorgesehenen Vermittlungstätigkeit beeinträchtigt worden* Daß sie sich nach dem Anruf vom 24«, September 1955 nicht mehr um das Zustandekommen des Pachtvertrages bemüht hat? tember 1955 angeboten» In diesem Schreiben hat die Klägerin; sich dem Beklagten aber nur zu einer Besichtigung und zu einer Besprechung mit dem Beklagten zur Verfügung gestellte, Im übrigen ist es zweifelhaft, ob dieses Schreiben nicht durch die fernmündliche Unterredung vom 24* September 1955 überholt ist, in dem die Klägerin den Beklagten aufforderte, unmittelbar mit zu verhandeln« Jedenfalls aber hat die Klägerin dem Beklagten nicht angeboten, mit der WiBrauerei (und Ku(mi) zu verhandeln» Auf diese Verhandlungen kam es aber an; nur die Brauerei, nicht BeflHP, war zu dem Abschluß eines Unterpachtvertrages berechtigt« Dies war der Klägerin jedoch unbekannt» Sie hatte] von Benito den Auftrag erhalten, sich um einen Pachtint ere§-' senten zu kümmern, und sie ging davon aus, sei zu dem Abschluß eines Pachtvertrages berechtigt» Die von den Parteien vorgetragenen und vom Berufungsgericht festgestellten. Tatsachen reichen also nicht zu der Annahme des Berufungsgerichts aus, die Beklagte habe auf diese Vermittlungstätig-v lceit verzichtet» * N Ki Ist die Klägerin Vermittlungsmäklerin gewesen, so steht ihr somit für ihre bloße Nachweistätigkeit nicht aus den vom Berufungsgericht dargelegten Gründen eine Provision.;.';; zu«, Andererseits ist die Klage auch nicht etwa abweisuhgs-reif, weil die Klägerin Vermittlungsmäklerin gewesen'ist $ sie aber.nur eine Nachweistätigkeit ausgeübt hat» Denn die , Ausführungen des Berufungsgerichts, die Klägerin sei Ver-mitt lungsmäkle rin gewesen, sind rechtlich nicht bedenkenf rei *; Das Berufungsgericht hat diese seine Auffassung nicht, be^ gründet; es hat lediglich ausgeführt, der zwischen der, Klägerin (und ihrer Rechtsvorgängerin) und dem. IIIo Sollte das Berufungsgericht in der erneuten Verhandlung zu dem Ergebnis kommen, die Klägerin könne bereits für den Nachweis des Objektes eine Provision verlangen, so wird die Entscheidung des Rechtsstreits davon abhangen, ob der Beklagte das ihm von der Klägerin oder deren RechtsVorgängerin naehgewiesene Geschäft abgeschlossen hat» Pas Berufungsgericht hat die sich hierbei - ergebende Präge, ob der vom Beklagten abgeschlossene und der von ihm angestrebte Vertrag wirtschaftlich gleich seien, nicht frei von Rechtsirrtum beantwortet» Pas Berufungsgericht wird daher bei der neuen Verhandlung auf folgende Gesichtspunkte zu achten haben% Pas Berufungsgericht hat zugunsten des Beklagten unterstellt, daß das Inventar, dessen Wert bei Neuanschaffung die Klägerin mit weit über 100 000 PM und dessen Übernahme- '■Jj preis sie mit 75 000 DM angegeben hatte, 125 000 DM gekostet habe und der Beklagte, weil er dieses Geld nicht gehabt habe, den Pachtvertrag nicht allein, sondern zusammen mit Prau babe abschließen müssen» Das Berufungs-j Verhältnis nur Geschäftsführer mit festem Gehalt sei und den Pachtvertrag ausschließlich deshalb unterschrieben habe,/& um nach aussen hin zur Verstärkung der Haftung gegenüber der Wi 4HMP Brauerei bei zutragen » Das Berufungsgericht hat ausgeführt, auch in diesem Pall bestünden an der Iden- >£ tität zwischen dem geplanten und dem abgeschlossenen Geschäft^ keine Bedenken» Der Beklagte habe sich auch dann die Mäkler- '> dienste der Klägerin zunutze gemacht» "Auch in solchem Pallei hätte er - zu dem Teil zugunsten von Prau SflMBP - das ihm der Provisionsklausel, abgeschlos-*1 sen Diese Ausführungen des Berufungsgerichts halten, wie der Revision zuzugeben ist, einer rechtlichen Nachprüfung nicht stand» Es kommt nicht darauf an, ob der Beklagte sich die Mäklerdienste der Klägerin in irgendeiner Weise zunutze gemacht hat» Entscheidend ist vielmehr-, ob der Beklagte das ihm von der Klägerin nachgewiesene Geschäft abgeschlossen hat, und diese Voraussetzung ist nicht gegeben, wenn das zustandegekommene Geschäft von dem nachgewiesenfn und angestrebten Geschäft wirtschaftlich nicht unerheblich zu seinem^ Nachteil abweicht (vgl. des Berufungsgeri.chts, der Beklagte habe das ihm nachgewiesene Objekt - zu dem Teil zugunsten von Prau - abgeschlossen, ist nicht rechts- die den Pachtvertrag abgeschlossen habe, die Kenntnis von der Möglichkeit des Vertragsabschlusses vom Beklagten erhalten hätte, da dieser seine Kenntnis wiederum auf Grund der HachweiStätigkeit der Klägerin erlange habe» Die Klägerin hat in diesem Sinne ausgeführt, der Beklagte habe der Frau SflHHP das Objekt, das diese noch nicht gekannt habe« mitgeteilt, und er habe sich hierdurch schadensersatzpflichtig gemacht, weil.er der Klägerin gegenüber verpflichtet gewesen sei, das Objekt Britten gegenüber geheimzuhalten*, Ber Beklag-^ te hat aber dieses Vorbringen der Klägerin bestritten und das Berufungsgericht hat insoweit keine Feststellungen getroffen O Auch die Hilfserwägung des Berufungsgerichts, die Behauptung des Beklagten über das InnenVerhältnis zu Frau sei nicht hinreichend im einzelnen dargetan- und überdies ohne Beweis geblieben, ist nicht frei von Rechtsirrtum, Bie Revision rügt mit Recht eine Verletzung des § 139 ZPO; das Berufungsgericht hätte, wenn es das Innenverhältnis zwischen Frau S^P und dem Beklagten für erheblich hielt, dem Beklagten auf geben müssen, sich insov/eit vollständig zu erklären,, Bas Berufungsgericht durfte es insoweit auch nicht darauf abstellen, daß die Beklagte keinen Beweis angetreten hatte« Fs steht nicht einmal fest, ob die Klägerin die vom Beklagten vorgetragenen Tatsachen bestreitet, Bie vom Beklagten vorgetragenen Tatsachen sind in seinem nach der letzten mündlichen Verhandlung eingereichten Schriftsatz enthalten, den nachzureichen ihm in der letzten mündlichen Verhandlung gestattet war. Schließlich führt das Berufungsgericht aus, der Beklagte müsse auch dann die Provision zahlen, wenn das abgeschlossene Geschäft von dem angestrebten Geschäft wirtschaftlich abweichec Benn durch den Abschluß des Vertrages zu den neuen Bedingungen habe der Beklagte stillschweigend darin eingewilligt, daß der Mäklervertrag auf den abweichenden Auch diese Hilfserwägung des Berufungsgerichts ist rechtlich nicht haltbare Wenn ein Mäkler nicht das ihm nach :M dem ursprünglichen Vertrag zu vermittelnde Geschäft? wie wenn die Klägerin insoweit als Vermittlerin tätig gewesen wäre, so braucht der Beklagte sich jedenfalls für den Abschluß eines anderen (neuen) Ge- ^ schäftes nicht so behandeln zu lassen, wie wenn der Kläger dieses andere Geschäft vermittelt hätte* Bei dem Abschluß K| des neuen Geschäftes kann von einer Ausschaltung des Mäklers