BGH · II ZB 4/73 vom 09.07.1973
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des 12. Die Klägerin hat gegen das im Wechselprozeß ergangene Urteil des Landgerichts Hamburg vom 17. im Büro ihres Prozeßbevollmächtigten als Angestellter tätige Rechtsanwalt dem der Prozeßbevollmächtigte am Demgemäß bekämpft die Klägerin insoweit mit ihrer sofortigen Beschwerde auch nur die Ansicht des Berufungsgerichts, daß sie sich gemäß § 232 Abs. 2 ZPO das Verschulden Rechtsanwalt BflBI zurechnen lassen müsse, weil er als ihr "Vertreter” im Sinne dieser Vorschrift anzusehen sei. Als "Vertreter" der Partei gilt nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes auch ein Rechtsanwalt, der, obwohl beim Prozeßgericht nicht zugelassen, als Angestellter des Prozeßbevollmächtigten von diesem mit der selbständigen Bearbeitung eines Rechtsstreits betraut worden ist; denn der Grundsatz, daß das Verschulden eines Vertreters der Partei ohne Entlastungsmöglichkeit wie eigenes zuzurechnen ist, würde ausgehöhlt, wenn es der Prozeßbevollmächtigte in der Hand hätte, die selbständige Bearbeitung der Sache einem anderen zu übertragen und damit sich und seine Partei weitgehend aus der Verantwortung für Versäumnisse zu ziehen (so zuletzt noch BGH, Beschl. Im vorliegenden Falle hatte Rechtsanwalt BflBdie Beruf lang sbegründung entworfen, um später Änderungs- und Ergänzungswünsche der Klägerin und ihres Prozeßbevollmächtigten einzuarbeiten. Oktober 1972 hatte der Prozeßbevollmächtigte die Verantwortung für die rechtzeitige abschließende Überarbeitung und Einreichung auf ihn "delegiert", weil er selbst vom Nachmittag dieses Tages bis einschließlich Sonntag, den 8. Oktober 1972 eine so selbständige, daß Sinn und Zweck des § 232 Abs. 2 ZPO es erfordern, auch ihn als "Vertreter” der Klägerin anzusehen und ihr sein Verschulden zuzurechnen. Die Klägerin macht demgegenüber insbesondere geltend, Rechtsanwalt BflB sei bei den Informationsbesprechungen nicht zugegen gewesen, habe nur ausnahmsweise mit der Klägerin telefoniert oder Briefe an sie entworfen und nur beim Schlußtermin vor dem Landgericht den Prozeßbevollmächtigten begleitet. Ausschlaggebend ist, ob dem ange-stellten Anwalt in demjenigen Zeitraum die selbständige Bearbeitung des Rechtsstreits anvertraut war, in dem es auf die Wahrving der Frist ankam. Auf die vom Berufungsgericht gleichfalls bejahte Frage, ob auch den Prozeßbevollmächtigten der Klägerin selbst ein Verschulden trifft, kommt es danach nicht mehr an.