BGH · II ZB 3/55
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
stellt worden sei* Sr hat seiner Berufungsschrift eine beglaubigte Abschrift des angefochtenen Urteils beigefügt, a dem der ProzeBbevollmächtigte der Beklagten bescheinigt hat daß er dem Prozeßbevollmächtigten des Klägers die beglaubig te Urteilsabschrift am 4* Dezember 1954 zu dem Zweck der Zustellung übergeben habe» Daraufhin hat das Berufungsgericht die Berufung des Klägers durch Beschluß vom 13«- Januar 1955 als unzulässig verworfen, weil die Berufungsfrist nicht ein gehalten sei. Mit der sofortigen Beschwerde hat der Kläger beantragt' den bezeichneten Beschluß des Oberlandesgerichts in Karlsruhe aufzuheben* Er hat vorgetragen, daß die Angabe in der BerufungsSchrift, das angefochtene Urteil des Landgerichts in Heidelberg sei im Parteibetrieb bereits am 4* Dezember 1954 zugestellt worden, auf einem Irrtum beruhe* Satsächli sei, wie er zuletzt vorgetragen hat, das angefochtene Urtei erst am 6e Dezember 1954 zugestellt worden Er hat sich dabei auf die beglaubigte Urteilsabschrift, auf der sein Pro^ zeßbevollmächtigter dem Prozeßbevollmächtigten der Beklagte den Empfang der Urteilsabschrift zu dem Zwecke der Zustellung am 6. Aus dem Dati der Jänpfangsbestätigung, die der Prozeßbevollmächtigte des Klägers dem Prozeßbevollmächtigten der Beklagten Über die erfolgte Zustellung des angefochtenen Urteils erteilt hat. ergibt sich nach der Überzeugung des Senats, daß diese Zustellung am 60 Dezember 1954 und nicht am 4* Dezember 1954 erfolgt ist* Gewisse Bedenken, die sich u*U* insoweit aus. Prozeßbevollmächtigte des Klägers schon am 4o Dezember 1954 V die beglaubigte Urteilsabschrift zu dem Zwecke der Zustellung . Ist somit davon auszugehen, daß das Urteil erst am 6, Dezember 1954 zugestellt wurde, so war die * am 7* Januar.1955 eingelegte Berufung rechtzeitig, da der i. letzte Tag der Berufungsfrist, der 6* Januar 1955, ein gesetzlicher Feiertag war und die Berufung daher auch noch an dem folgenden Wochentag, dem 7« Januar 1955, eingelegt werden konnte* Es ist daher auf die Beschwerde des Klägers der \ angefochtene Beschluß des Oberlandesgerichts in Karlsruhe vom 13* Januar 1955 aufzuheben. Auf Antrag der Beklagten ist der Prozeßbevollmächtigte des Klägers, der Hechtsanwalt Dr* in in die Kosten der Beschwerde gemäß § 102 ZPO zu verurteilen Durch seine falsche Angabe in der BerufungsSchrift, das angefochtene Urteil sei bereits am 4- Dezember 1954 im Parteibetrieb zugestellt worden/ hat er den Erlaß des angefochtenen Beschlusses des Oberlandesgerichts in Karlsruhe veranlaßt.