BGH · II ZB 2/68
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Dem angefochtenen Beschluss ist nicht ~u folgen, wenn er annimmt, die Versäumung der Berufungsbegründungs frist beruhe nicht auf einem unabwendbaren Zufall im Sinne des § 233 ZPO« Bei dem Rechtsstreit handelte es sich um ein Y/echsclnachverfahren« Der Vorsitzende des 15c Zivilsenats des Berufungsgerichts hat dem Prozeßbevollmächtigten der Beklagten am 6« August 1968 geschrieben: ”Auf Ihren Antrag vom 2o8,1968 (die Frist zur Begründung der Berufung um einen Monat zu verlängern), darf auf §_223_ZP0 verwiesen v/erden* Ich nehme an, v/enn Sie nicht widersprechen, daß die damit gegebene Pri3t Ihren V/ünschen genügt Der Prozeßbevollmächtigte der Beklagten vermerkte auf dem Schreiben; ’’demnach nimmt das Gericht keine Periensache an” und begründete die Berufung erst am 6* September 1963* Ein Verschulden des Prozeßbevollrnächtigten der Beklagten ist unter diesen Umständen zu verneinen* Er konnte sich darauf verlassen, daß der Vorsitzende während der Ferien, in denen erfahrungsgemäß nur wenig Anträge auf Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist eingehen, die Frage, warum Verlängerung beantragt werde, geprüft habe und zu dem Ergebnis gekommen sei, es liege bei einem Wechselnachver-fähren, v/ie es nach dem Tenor des Urteils offensichtlich gegeben war, keine Feriensache vor,, Biese Frage ist nicht klar aus dem Gesetzestext zu beantworten* Auch die Ent- Bern Beklagten war daher unter Aufhebung des die Berufung verwerfenden Beschlusses die beantragte Y/iedereinsetzun in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Begründungsfrist zu gev/ä'nren0