BGH · II ZB 1/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Hechtsanwalt Dr0 RiflHP in durch den Prozeßbevollmächtigten der Klägerin zweimal zugestellto Die erste Zustellung erfolgte am 8» Juni 1965, die zweite am 16„ Juni 7965« Bei der ersten Zustellung wurde eine einfache Ausfertigung des Urteils zugestollt und bei der zweiten eine vollstreckbare Ausfertigung» Die Klägerin legte am 74» Juli 1965 gegen das Urteil vom 37° Mai 1965 Berufung ein» Das Oberlandosgcricht erachtete die Berufung für verspätet, weil die Berufungsfrist bereits durch die erste Zustellung in Lauf gesetzt worden seio Den Wiedereinsetzungs-antrag der Beklagten hat es durch den angefochtenen Beschluß zurückgev/ie3en und die Berufung als unzulässig verworfene Es meint, Rechtsanwalt Dr0 Sfl||p, den Korrospondenzanwalt der Beklagte^ treffe ein Verschulden an der Versäumung der Frist„ Lurch Schreiben vom 80 Juni 1965 habo ihm der Prozeßbcvoll-mächtigte der Beklagten, Rechtsanwalt Dr0 RiPBP in FpHHfc, mitgeteiltp daß das Urteil am 8, Juni 1965 zugestellt worden sei» Die Kanzlei habe es unterlassen5 den Lauf der Berufungsfrist im Fristcnkalender zu vermerken,, Am 16„ Juni 1965 habe Rechtsanwalt Dr0 RiflP mitgeteiltp daß eine vollstreckbare Ausfertigung zugestcllt worden seio Die Akten seien Rechtsanwalt Dr„ nach zeitweiliger Verhinderung durch Krank- während seiner Abwesenheit geschehen war» Dann hätte er das Schreiben von So Juni 1965 bemerkt und feststellen können, daß die Berufungsfrist nicht richtig notiert soin konnte» Ferner habe Rechtsanwalt Dre RiflMBP in seiner Mitteilung vom 16o Juni 1965 nicht auf die bereits erfolgte Zustellung vom 8„ Juni 1965 hingewiosen und dadurch Verwirrung hervorgerufen„ Mißverständnisse p die durch Ungenauigkeiten im Schriftverkehr des Frozcßanwnlts mit dem Verkehrsanwalt entstünden, bedeuteten aber ein Anv/alt over schul den, für das die Beklagte cinzu-stehen habOo Ferner treffe die Beklagte auch selbst ein Verschulden, weil sie die Zustellung vom 8« Juni 1965 gekannt, aber nicht für die rechtzeitige Einlegung der Berufung gesorgt habe,, Hiergegen richtet sich die formund fristgerecht eingelegte zulässige sofortige Beschwerde der Beklagten„ Sic ist nicht begründete Die Auffassuhg des Oberlandesgerichts9 Hechtsanwalt Dr« SflP treffe ein Verschulden an der Versäumung der Berufungsfrist yist nicht zu beanstanden«, Bio Handakten 3ind Rechtsanwalt Br«, SMP nach der Wiederaufnahme seiner Tätigkeit im Zusammenhang mit einer fristgebundenen Prozeßhandlung vorgelegt worden«, Mit Schreiben vom 30« Juni 1965 hatte die Beklagte um dringende Rücksprache wegen der Einlegung der Berufung gebeten0 Am 6«, Juli 1965 wurde Rechtsanwalt Br» RiPPPl mitgotoiltj daß dio Beklagte Berufung einlegen wolle« Auch das Schreiben von Rechtsanwalt Br«, RiflHH vom 16o Juni 1965 ist nicht mit der erforderlichen Sorgfalt abgefaßt worden und hat zur schuldhaften Versäumung der Berufungsfrist beigotragen«, Aus ihm war nicht ersichtlich«, daß bereits eine einfache Ausfertigung zugestellt worden war und daß am 16«, Juni ^965 nur eine weitere Zustellung des Urteils nebst Vollstreckun klausol vorgenommen worden war, Ein solcher Hinweis war umso eher angebracht3 als die Mitteilung von der ersten Zustellung als Nachschrift unter die Kostenrechnung gesetzt war«, ohne auf dio Wichtigkeit 9 etwa durch Farbstift«, aufmerksam zu machen«,