BGH · II ZB 1/57
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
die bei einer Bank in London fällig gestellt wurden0 Sie stand mit der Ds^^bank? daß die Schuldnerin jeweils vor Fälligkeit der Akzepte zu Lasten dieses Reichsmarkkontos bei der Ds^fcfoant £ kaufte und diese nach London überweisen ließ„ Lie buchmäßige Abwicklung geschah über ein "Pfund-Sterling-Konto” ? mit 210 558,74 RM abrech-neteo Auf Grund von Verhandlungen, in denen sich die Schuldnerin gegen diese Umrechnung wehrte, wurde die Abrechnung November 1931 storniert und durch eine neue Abrech-bei der ein Mittelkurs von 18 RM zugrunde gelegt wurde und sich ein Betrag von 18«975?90 die Abrechnung vom 16« November 1931 erneut und belastete das Pfund-Ste ein Schuldsal rling-Konto wieder mit 1054/4/4 £:?. Mit dieser Regelung erklärte sich die Gläubigerin unter der Voraussetzung einverstanden? daß sie an dem der Schuldnerin verbleibenden Teil des Abwertungsgewinnes mit einem Drittel beteiligt würde« Der Rechtsanwalt stimmte diesem Verschlag zwar am 30« September 1938 zu, aber die Schuldnerin hielt sich nicht an diese Abmachung* sondern ließ die Angelegenheit in der Schwebet Als Grund hierfür führt sie an, die Gläubigerin habe andere Währungsschuld“ ner damals günstiger behandelte 3o Die Schuldnerin unterhielt in der Folgezeit ein der Währungssehuld entsprechendes Reichsmarkguthaben * das ihr nach ihrem Vertrag mit 1 VoH« jährlich verzinst wurde* nach dem Vortrag der Gläubigerin mit 1/2 VoH0 Bei einer im Jahre 1943 geführten Verhandlung teilte .die,. Gläubigerin der Schuldnerin mit5, sie sehe unter den derzeitigen Verhältnissen keinen Weg* sie aus dem Währungs-Obligo zu befreien« Im Jahre 1946 wurde das Reichsmarkguthaben um die Hälfte erhöht« Nach dem Vortrag der Schuldnerin beruhte diese Erhöhung auf einem Verlangen der Gläubigerin* das mit einer entsprechenden Anweisung der Besätzungsbehörde begründet wurde0 So bestand im Zeitpunkt der Währungsum- erhöhte ein Guthaben von 18«000 RM* das nach gesetzlicher zu dem Inkrafttreten des londoner'Schuldenabkommens sich die Währungsschuld durch Lastschrift von Zin- ut Schreiben vom 3o September 1954 zu dem Kurse von DM auf 21*824*35 DM um und belastete die Schuld-t diesem Betrage« . 4o Die Schuldnerin hat beantragt* diese Schuld;im Wege der Vertragshilfe angemessen herab zusetzeho. Sie glaubt * eine'Herabsetzung auf 6*5 VoHo-, entsprechend der Umstellung ihres Reichsmarkguthabens fordern zu können« Das Landgericht hat den Vertragshilfeantrag abgelehnt*.., das Oberlandesgericht iiiii II.« Das Landgericht hat seine Entscheidung damit begründet y die Schuldnerin sei zur Erfüllung der Vereinbarung vom 30o September 1938 verpflichtet gewesen, sie habe diese Erfüllung schuldhaft unterlassen und müsse sich deshalb die aus den Kriegsereignissen und der Währungsreform entstandenen Nachteile selbst zusehreiben« Das Beschwerdegericht vertritt in erster Linie den Standpunkt, der Vertrags» hilfeantrag sei zur Zeit unbegründet, da die Schuldnerin nicht vorgetragen habe, daß die Schuld fällig sei« Hilfs-weise tritt es der Begründung des Landgerichts in der Sache bei o Io Das Beschwerdegericht hat in der Passung des Beschlusses die sofortige Beschwerde schlechthin zurückgewiesen, ohne dabei zu dem Ausdruck zu bringen, ob es den Vertragshilf eantrag entsprechend seiner Hauptbegründung als verfrüht oder entsprechend seiner Hilfsbegründung aus sachlichen Gründen abweisen wollte« Es bedarf keiner Entscheidung, ob die.angefochtene Entscheidung schon aus diesem Grunde hätte aufgehoben werden müssen, denn es kann dem Be-schwerdegerieht schon darin nicht gefolgt werden, daß der Vertragshilfeantrag zur Zeit unzulässig wäre« Dabei kann nach um di standenen Schuldneri als sie di schuld, als Gläubiger! Hier mag es sich zwar der Form e Herabsetzung der aus der Währungsschuld ent-DM-Schuld handeln, in Wahrheit erstrebt aber die n eine Mdere InreeMtrig ihrer Währungsschuld, e Gläubigerin vorgenommen hat» Diese Währungs-solche wurde jedenfalls dadurch fällig, daß die n sie laut Schreiben vom 3o September 1954 einem .D-Mark Sonderkonto belastete« In diesem Schreiben spricht die Gläubigerin ausdrücklich von einem ,fAbruf der Währungs-barkredite’r und von dem ’’Tag der Rückzahlung"* Es ist auch nichts dafür ersichtlich, ob und mit welchen Fristen die Gläubigerin für das neu errichtete Sonderkonto einen Kredit gewährt hat„ ' 20 Es ist richtig, daß das subjektive Verhalten des Schuldners bei der Entscheidung mit zu berücksichtigen ist, ob ihm Vertragshilfe zu gewähren ist«, Das hat der Vo Zivilsenat in dem vom Beschwerdegericht erwähnten Beschluß vom 18o Mai 1956 (V ZB 55/55? DindMöhr Hr 12 zu § 3 VHG) zutreffend aus der Vorschrift des Gesetzes gefolgert, daß es auf eine gerechte Abwägung der Interessen und der Lage beider feile ankommt0 In dem genannten Beschluß wird die Frage offen gelassen, ob nur Vorsatz oder auch schon eine grobe Fahrlässigkeit des Schuldners die Gewährung von Vertragshilfe ausschließto Wie die in dem Beschluß angestell-ten Erwägungen und die angeführten Beispiele zeigen, wird aber entscheidend darauf abgestellt, ob der Schuldner entweder wirtschaftlich verantwortungslos oder gegenüber dem Gläubiger böswillig gehandelt und gerade dadurch die Notlage herbeigeführt hat, auf die er sich nun zu berufen versucht«. müßte doch stets ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dieser Fahrlässigkeit und der .fe erfordernden Lage feststellbar sein, der vom Schuldner wenigstens mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorausgesehen werden konnte, der die Anrechnung so weitgehender Auswirkungen seines Verhaltens zu demutbar erscheinen läßt 0 Sieht man zunächst von der am 30» September 1938 getroffenen Vereinbarung ab, so konnte es für den Schuldner einer Währungsverbindlichkeit damals schon zweifelhaft sein, ob es zweckmäßig war, die Schuld mit der Wirkung abzudecken, daß er eine Sonderabgabe von 75 v»H0 eines :isch ermittelten Abwertungsgewinnes leistete0 Es Ein für die Versagung der Vertragshilfe erhebliches Verschulden des Schuldners läge daher in einem solchen Falle nicht darin, daß er von einer Ablösung der 'Schuld zu solchen Bedingungen absaho konnte allenfa rung des Umrec der Abgabe zu mußten sieh no erkennbaren Re an Dadurch daß im vorliegenden Falle die Schuldnerin mit der Gläubigerin die Abmachung vom 30.» September 1938 traf uhd dann deren Erfüllung ablehnte, änderte sich freilich die Rechtslageo Es kann dem Beschwerdegericht darin nicht entgegengetreten werden, daß die Schuldnerin zu dieser Weigerung nicht berechtigt war0 Dafür bedarf es auch nicht der Prüfung, ob die Meinung des Beschwerdegerichts zutrifft? hat sich die Schuldnerin durch Bestätigung der Kontoauszüge einverstanden er- sie hätte sich nicht mit Erfolg dagegen wehren können, wenn die Gläubigerin Erfüllung und Ersatz eines et- wie etwa r Wiederangleichung des Pfundkurses an die alte Zum Ausgleich solcher Risiken wäre auch die korri Vertragshilfe nicht bestimmtu Vor. diesen voraussehbaren und der Schuldnerin anzu-reehnene.en Risiken sind aber die wirtschaftlichen und vor allem die währungsrechtlichen Auswirkungen zu unterscheiden, die sich aus dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges? daß sie die Vereinbarung vom 30» September eingehalten hat» Da schon die Entscheidung des auf diesem Rechtsirrtum beruht und dieses der gebotenen sachlichen Prüfung abgesehen en es geboten?