BGH · II ZB 24/96 vom 06.03.1997
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Röhricht und die Richter Dr. Hesselberger, Dr. Goette, Dr. Kurzwelly und Kraemer am 6. Das Oberlandesgericht hat den Wiedereinsetzungsantrag zurückgewiesen und zugleich die Berufung als unzulässig verworfen. Das Oberlandesgericht hat dem Beklagten jedenfalls im Ergebnis zu Recht die beantragte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand versagt, weil die Versäumung der Berufungsfrist auf einem ihm zurechenbaren Verschulden seines Verkehrsanwalts beruht (§§ 233, 85 Abs. 2 ZPO). für die Fristversäumung läßt sich allerdings - entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts - nicht damit begründen, daß die ursprünglich zutreffende Notierung der Berufungsfrist im Fristenkalender aus ungeklärten Gründen geändert worden sei und deshalb allgemeine organisatorische Mängel als Ursache nicht auszuschließen seien. Aus dem Wiedereinsetzungsgesuch ergibt sich vielmehr, daß die entscheidende Abänderung des Fristeneintrags auf einer fehlerhaften konkreten Anordnung des Verkehrsanwalts selbst im Zusammenhang mit der Führung der das vorliegende Verfahren betreffenden Handakte beruht. hat die von ihr ursprünglich richtig notierte Berufungsfrist deshalb -• irrtümlich - geändert, weil sich bei der Fristenkontrolle die maßgebliche erste Urteilsausfertigung mit dem darauf vermerkten Zustellungsdatum des 26. in vorwerfbarer Weise selbst veranlaßt; er hat nämlich, als ihm die Handakte mit beiden Urteilsausfertigungen vorgelegt wurde, einer Büroangestellten die Anweisung erteilt, daß "ein Urteil" (so die eidesstattliche Versicherung der Frau S. Kopie des Urteils" (so die eidesstattliche Versicherung von Rechtsanwalt N. Denn in jedem Fall war die Weisung des Rechtsanwalts N.so unvollkommen, daß es einer beliebigen Bürokraft überlassen blieb, wie der Auftrag ausgeführt, insbesondere welches Exemplar für die private Sammlung verwendet wurde. Angesichts dieses dem Beklagten zurechenbaren konkreten Organisationsfehlers seines Verkehrsanwalts kann da-hingestellt bleiben, ob etwa daneben auch ein allgemeiner Organisationsmangel im Zusammenhang mit den anwaltlichen Vorgaben für die Art und Weise der Ermittlung und Überprüfung von Notfristen in den Handakten mitursächlich für die vorliegende Fristversäumung geworden ist.