BGH · II ZB 23/56
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Pie Entscheidung des Beschwerdegerichts ist auch dann unanfechtbar, wenn sie eine Entscheidung des Landgerichts bestätigt, durch die ein auf § 83 BVFG gestützter Vertragshilf eantrag des Gläubigers mit der Begründung zurückgewiesen ist, er sei verspätet gestellt und ein Grund zur nachträglichen Zulassung sei nicht gegeben., Die sofortige weitere Beschwerde der Gläubigerin gegen den Beschluß des 3* Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Heustadt wird auf Kosten der Gläubigerin als unzulässig verworfen* Mit einem am 14° Dezember 1956, also fristgerecht, eingegangenen Schriftsatz hat die Gläubigerin sofortige weitere Beschwerde gegen den Beschluß des Oberlandesgerichts eingelegte Sie hält diese einmal deshalb für zulässig, weil' es sich bei der angefochtenen Entscheidung nicht um einen ’’besonderen Beschluß” im Sinne des § 84 Abs 1 Satz 2 BVFG handele, sodann aber auch deshalb, weil der Beschluß offenbar gesetzwidrig sei, auf einer Verkennung des1 gesetzlichen Rahmens des § 84 Abs 1 Satz 2 BVFG beruhe und ihr außerdem das rechtliche Gehör versagt worden sei0 eine weitere Entscheidung zur Hauptsache ist gegenstandslose Dabei kann es keinen Unterschied machen, ob das Gericht im entscheidenden Teil seines Beschlusses lediglich die nachträgliche Zulassung des Antrags abgelehnt oder den Antrag selbst mit der Begründung abgelehnt hat, er sei verspätet gestellte Dies ist der Inhalt des Beschlusses des Landgerichts. Die dagegen eingelegte sofortige Beschwerde war daher eine solche im Sinne des § 84 Abs 1 Satz 3 BVFG, ihr entscheidender Teil konnte, wenn das Beschwerdegericht dem Landgericht beitrat, nicht anders als auf Zurückweisung der.Beschwerde lauten* Dieser Beschluß ist nach § 84 Abs 1 Satz 4 BVPG endgültig, er kann also mit der sofortigen weiteren Beschwerde nicht mehr angegriffen werden«, Im Rahmen dieses Verfahrens ist kein Raum für die Prüfung der Präge, ob das Oberlandesgericht die von der Gläubigerin gerügten schweren Verfahrensverstöße begangen, insbesondere ihr Recht auf rechtliches Gehör verletzt hat (Art 103 Abs 1 GrundG)D Wenn eine Partei sich durch Versagung des rechtlichen Gehörs in ihrem Grundrecht verletzt sieht, so steht es ihr frei, das Bundesverfassungsgericht anzurufen (§90 BVerfGG)».Dazu ist sie zwar nach § 90 Abs 2 BVerfGG erst nach Erschöpfung des Rechtswegs berechtigt, aber die gesetzlichen Vorschriften über den Rechtsweg werden dadurch nicht berührt* es wird nicht etwa eine vom Gesetz Es ist zwar, wie die Beschwerdebegründung ausführt, richtig,1 daß die Rechtsprechung trotz der Vorschrift des § 707 Abs 2 Satz 2 ZPO die Möglichkeit gewährt hat, einen Beschluß über die Einstellung der Zwangsvollstreckung mit der Begründung anzufechten, das Gericht habe nicht nur sein Ermessen unrichtig ausgeübt, ■ sondern es habe die gesetzlichen Voraussetzungen der §§ 707?.719 ZPO verkannt (Stein-Jonas-Schönke III, 2 zu § 707 ZPO)* Das beruht aber auf der Besonderheit, daß die Entscheidung im Falle des § 707 ZPO deshalb der Anfechtung entzogen ist, weil eine Nachprüfung des Ermessens vermieden werden solle Der Grundsatz kann nicht auf andere Fälle einer -nach dem Gesetz nicht nachprüfbaren Entscheidung übertragen werden* Eine nach § 546 ZPO nicht zulässige Revision wird auch nicht dadurch zulässig, daß ein sogenannter absoluter Revisionsgrund (§ 551 ZPO) oder ein Umstand geltend gemacht wird, der eine Nichtigkeitsklage (§ 579 ZPO) oder eine Restitutionsklage (§ 580 ZPO) begründen könnte* Es besteht kein allgemeiner Rechtssatz des Inhalts, daß die Verletzung einer noch so grundlegenden Verfahrensvorschrift einen sonst verschlossenen Rechtsmittelzug eröffne (vgl die Beschlüsse des V» Zivilsenats als Senats für Landwirtschaftssachen vom 22* Juni 1954 /V BLw 18/547 und 20» Oktober 1954