BGH · II ZB 12/76 vom 04.07.1977
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Versäumung der Berufungsbegrtindungsfrist beruht darauf, daß der Prozeßbevollmächtigte der Beklagten es seinem Büropersonal überlassen hatte, auch das Ende von Berufungsbegründungsfristen, die in die Gerichtsferien fielen, zu berechnen und ohne seine vorherige Zustimmung zu notieren, und daß die die Bürovorsteherin Frau S^m^^ in deren Urlaub vertretende Anwaltsgehilfin Frau St^H^^ in der vorliegenden Sache die Frist im Fristenkalender auf den 15. Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, die Beklagte sei durch einen unabwendbaren Zufall im Sinne von § 233 Abs. 1 ZPO verhindert worden, die Berufungsbegründungsfrist einzuhalten. Vielmehr ist für die Fristversäumung ein schuldhafter Organisations-fehler ihres Prozeßbevollmächtigten ursächlich gewesen, den sie sich nach § 232 Abs. 2 ZPO wie ein eigenes Verschulden zurechnen lassen muß; denn ihr Prozeßbevollmächtigter hätte, wenn er nicht andere geeignete Vorkehrungen treffen wollte - vgl. Die Beklagte hat in der Berufungsinstanz auch nicht vorgebracht, daß ihr Prozeßbevollmächtigter andere Vorkehrungen getroffen hatte, die die Fristversäumung ebenso sicher, wie es die vorerwähnte Weisung getan haben würde, hätten ausschließen müssen. August 1976 notiert, so daß die Sache an diesem Tage dem Urlaubsvertreter des Prozeßbevollmächtigten, Herrn Rechtsanwalt B^B’ hätte vor gelegt werden müssen (was nur infolge eines Büroversehens unterblieben ist). Diese Maßnahme war, für sich allein, jedoch nicht geeignet, den von Frau StflP bei der Fristberechnung begangenen Fehler aufzudecken. Aus den vorzulegenden Akten hätte sich lediglich ergeben, daß sie eine Frist notiert hatte, nicht aber, auf welchen Tag, und der Vortrag der Beklagten besagte nicht, daß Rechtsanwalt Bwären ihm die Akten vorgelegt worden, dieser Frage durch zusätzliche Beiziehung des Fristenkalenders nachgegangen sein würde. Die richtige Berechnung und Eintragung von Fristen hat er auch sonst nur Mstichprobenartig" geprüft. Zu Unrecht meint die Beschwerde, die Eintragung der Wiedervorlagefrist wäre überhaupt sinnlos gewesen, wenn sie nicht Rechtsanwalt B^p gerade zu der Prüfung hätte veranlassen sollen, ob die Berufungsbegründungsfrist richtig berechnet war. Wie sich aus der eidesstattlichen Versicherung von Frau ergibt, hatte diese die Eintragung der Vorfrist veranlaßt, damit einerseits der Rücklauf des Durch schlags der Berufungs schrift mit dem Eingangs Stempel des Oberlandesgerichts geprüft "und die Fristennotierung für die Begründung der Berufung vorgenommen und andererseits Herrn Rechtsanwalt B^^ die Akte mit dem Eingang des Quittungs-exemplars und zur Kontrolle vorgelegt" würde. Juni 1977 hat Rechtsanwalt B^P zwar noch eidesstattlich versichert, in der gesamten Zeit seiner Vertretung habe er beim Eingang neuer Berufungs-Sachen die Berufungsbegründungs fristen selbst berechnet, deren Eintraguig in den Fristenkalender verfügt und außerdem bei Vorlage einer Akte auf Grund der Vorfrist die Berechnung der Berufungsbegründungsfrist noch einmal überprüft. Aus diesem Grunde braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob ein Rechtsanwalt die Berechnung und anschließende Notierung einer Berufungsbegründungsfrist, deren Ende in die Gerichtsferien fallen könnte, wenigstens dann seinem Personal überlassen darf, wenn gewährleistet ist, daß jede Notierung einer Frist von mehr als einem Monat nachträglich von Ihm selbst überprüft wird, und unter welchen Umständen angenommen werden kann, die Organisation seines Büros biete diese Gewähr. und Eintragung zunächst seinem Personal überläßt, da durch eine an sich vermeidbare Gefahrenlage schafft, die ihn, damit er das verantworten kann, zu ganz besonderen Vorkehrungen nötigt, Stimpel Dr, Schulze Dr. Bauer Richter am Bundesgerichtshof Bundschuh/ kann Urlaub s-