BGH · II ARZ 3/55 vom 21.11.1955
Originalentscheidung als PDF
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Rechtssatz* Bine Gerichts standsbeetimmung kann nicht Torgenommen «erden, wenn der Antragsteller die Maßnahmen, ddretmegen er ein Gericht - bestimmt haben «111, allein, o&ne gericht-liehe Mitwirkung, treffen kann. Bie Antragstellerin besaß alle Aktien der Bau-Aktiengesellschaft die ihren Sitz in W^phät und deren Grundkapital 3 000 000 BM betrug. Die Antragstellerin trögt vors Durch den Österreichischen Staatsvertrag sei das in Österreich belegene Vermögen der Sau-Aktiengesellschaft entschädigungslos auf die Bundesrepublik Österreich übergegangen« Enteignungsmaßjiahmen eines. Die Antragstellerin will gemäß § 76 AktG die Bestellung eines Vorstandes durch das Gericht beantragen, damit dieser Vorstand eine außerordentliche Hauptversammlung nach tlfeeinberufe, auf der der Sitz der Gesellschaft bestimmt, ein Aufsichtsrat gewählt und die Satzung an die veränderten Verhältnisse angepeßt werden soll« Sie will bei dem Gericht hilfsweise beantragen, sie gemäß § 106 Abs 4 AktG zur Einberufung einer solchen Hauptversammlung zu ermächtigen und einen Vorsitzer dieser Hauptversammlung zu bestimmen« Sie meint, die abgespaltene Gesellschaft habe im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland bisher keinen Sitz; darum müsse § 5 Abs 1 Satz 2 PGG entsprechend angewendet werden» Die Antragstellerin beantragt, das Amtsgericht -^iebenburg, in dessen Bezirk liegt, als das für die beabsichtigten Anträge zuständige Gericht zu bestimmen» Gerichtsstandsbestimmung kann nicht vorgenommen werden* wenn der Antragsteller die Maßnahmen, deretwegen er ein Gericht bestimmt haben will, auch ohne gerichtliche Mitwirkung treffen kann« So liegt der Pall hier. daß sich aus der österreichischen Bau-Aktien-ge Seilschaft H^m^eine G-esellschaft ahgespalten hat und im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland eine Aktiengesellschaft mit unverändertem Gesellschafterbestand besteht?, so ist die Antragstellerin alleiniger Aktionär dieser Gesellschaft * Sie kann dann mit sämtlichen Aktien eine Vollversammlung abhalten? Der Bestellung eines Hotvorstandes durch das Gericht (§ 76 AktG) bedarf es nicht? da die Antragstellerin auf dem Wege der Vollversammlung die Wahl eines Aufsichtsrats und durch ihn die Bestellung eines ordentlichen Vorstandes (§ 75 AktG) erreichen kann.