BGH · III ZR 6/56
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der III0 Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 60 Mai 1957 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Prof oT/Yc Geiger: sowie der Bundesrichter Dr0 Kreft? Dr, Arndt* Dr0 Wolany und Ir, Hußla für Recht erkannts Auf die Rechtsmittel des beklagten Landes werden das Urteil des 1« Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Koblenz vom 9- November 1955? in der Hauptsache und im Kostenpunkt aufgehoben und das Urteil der 9- Zivilkammer des Landgerichts in Koblenz vom 1, Juli 1954 abgeänderts Die Klage wird abgewiesen0 Die Klägerin hat die Kosten des Rechtsstreits? jedoch mit Ausnahme der durch die Nebeiiinterventionen auf Seiten der Klägerin entstandenen Kosten? Die Klägerin, eine französische Schiffahrtsgesellschaft, erlitt am 17 o Ma i 1950 hei Durchführung eines 'Wendemanövers vor der Rheinbrücke Neuwied-\7eißenthurm einen Schaden an ihrem Kahn "An^||^nc In der Durchfahrt der Brücke wurden Aufräumungsarbeiten durchgeführt, die eine Sperrung der Schiffahrt notwendig machten« Die Klägerin behauptet, der Schaden sei dadurch verursacht worden, daß die mit der Regulierung des Schiffsverkehrs beauftragten Polizeibeamten des beklagten Landes infolge Entfernung von dem ihnen angewiesenen Ort den Schleppzug bei dem sich ihr Kahn befunden habe , zu spät gewahrschaut hätten; dadurch sei der Schleppzug gezwungen worden, in einem ungünstigen Gewässer zwischen dem Weißenthurmer Werth und dem linken Rheinufer abzudrehen, wo nur die unzureichende Fahrwasserbreite von 80 -100 m zur Verfügung gestanden habet Durch Grundberührung sei der Schaden entstandene Die Klägerin hat mit der vor dem Landgericht erhobenen Klage zuletzt beantragt, das beklagte Land zur Zahlung von 2 378,84 DM nebst 4 <fo Zinsen seit dem 25* Juni 1951 zu verurteilen« Das beklagte Land hat um Klageabweisung gebeten;, Es bestreitet ein schuldhaftes Verhalten seiner Beamten sowie die-Ursächlichkeit der von der Klägerin behaupteten Amtspflichtverletzungen für den eingetretenen Schaden« Außerdem macht es geltend, daß die Klägerin nicht dargetan habe, für ihren Schaden nicht anderweitig Ersatz erlangen zu können« Die beiden Vordergerichte haben die Klage als begründet angesehene Mit der Revision verfolgt das beklagte Land seinen Antrag auf Klageabweisung weiter. Diese sind aber keine "besonderen Gerichte" im Sinne des § 13 GVG, An der Zulässigkeit des von der Klägerin eingeschlagenen und vom beklagten Land nicht beanstandeten Verfahrens bestehen also keine Zweifel, Die Revision muß schon deshalb Erfolg haben, weil der geltend gemachte Anspruch auf Grund des § 7 des Preußischen Staatshaftungsgesetzes vorn 1, August 1909 (GesS 691) als unbegründet angesehen werden muß* Platz, wenn nach einer im Gesetzblatt veröffentlichten Bekanntmachung des Staatsministeriums durch die Gesetzgebung des betreffenden ausländischen Staates oder durch einen Staatsvertrag die Gegenseitigkeit verbürgt isto Wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 10. Mit Recht hat es nach alledem das Landgericht auch auf eine Prüfung des § 7 des Preußischen Staatshaftungsgesetzes ahgestellto Es hat aber Übersehen, daß nach dieser Vorschrift die Verbürgung der Gegenseitigkeit durch eine Bekanntmachung des Staatsministeriums klargestellt sein muß (vgl BGHZ 13? und daß eine bloße Auskunft eines Rechtsanwalts dahin, daß im allgemeinen in ^Frankreich deutsche Staatsangehörige den Inländern gleichgestellt werden, so daß eine gleiche Behandlung auch bei der Amtshaftung anzunehmen sei, nicht genügt0 Eine Bekanntmachung über die Verbürgung der Gegenseitigkeit fehlt„ Deshalb ist der Anspruch der Klägerin, die unstreitig eine französische Schiffabitsgesellschaft ist*, nicht begründete Daß die Klägerin einen durch Staatsvertrag begründeten Anspruch auf eine gleichmäßige Behandlung von "Schiff und Ladung" hat, ist nach dem Gesagten für die Präge der Amtshaftung ohne Bedeutung«,