BGH · III ZR 5/58
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bechtsanwalt hat der III* Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 16«, März 1959 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Prof, Br® Geiger sowie der Bundesrichter Br» Pagendarm, Br«, Weber, Br«, Kreft und Br» Beyer für Becht erkannt$ . Der Kläger richtete unter dem 12* September 1953 an die Beklagte die schriftliche .Anfrage, ob er seine im letzten Kriege zerstörten Häuser SVBfestraße und in in dem früheren Umfange wieder aufbauen könne °der ob diesem Wiederaufbau grundsätzliche Hindernisse im Wege stünden, die zu einem Bauverbot führen würden« Darauf erteilte die Beklagte unter dem 22« September 1953 den Bescheid, daß die Grundstücke in die geplante Erweiterung des Bahnhofsvorplatzes fielen und ein Wiederaufbau daher nicht mehr in Frage komme» In dem am 28» November 1956 festgestellten Durchführungsplan 10/1 sind diese Grundstücke als Grünflächen ausgewiesen* Ein Enteignungsverfahren nach §§ 44 ff des Aufbaugesetzes ist nicht eingeleitet worden» Vielmehr wurde am 7» Dezember 1956 ein: Umlegungsbeschluß nach § 19 des•Aufbaugesetzes erlassen» Der Kläger verlangt von der Beklagten Zahlung von 6 100 DM als Teil des Betrages, den er, wie er behauptet, aus seinen beiden Häusern Sflfe|st:raße 4Kund d in der Zeit vom 1» November 1954 bis zur Fest Stellung des Durchführungsplanes 10/1 an Mieten hätte erzielen können, wenn er seine Absicht, diese Häuser wiederaufzubauen, hätte ausführen können und die Beklagte ihm dies nicht durch den Bescheid vom: lo) Im vorliegenden Bechtsstreit handelt es sich -worauf auch in den Vorinstanzen allein abgestellt ist -nur um Entschädigung wegen des Sntganges von Mieteinnah-men, die der Kläger nach seiner Behauptung hätte erzielen können, wenn ihm die Beklagte die Wiedererrichtung von Geschäft s-und Wohnhäusern, die angeblich bis zu dem 1, November 1954 hätte durchgeführt werden können, nicht unmöglich gemacht hätte. Es gellt hier nicht um die Präge, ob der Kläger Entschädigung dafür verlangen könnte, daß .infolge der Unmöglichkeit, auf seinen Grundstücken wieder Gebäude zu errichten, deren Bodenwert gemindert worden ist. Denn hier, wo ein Umlegungsverfahren durchgeführt wird, erfolgt der Ausgleich für den Verlust wiederbebaubarer Grundstücke durch Zuweisung etwa wertgleioher anderer Grundstücke, Insofern liegen die Dinge anders als in dem in der Bevisionsverhand-lung angefüiirten, durch Urteil des Senats vom 10, Dezember 1957 - III ZB 160/56 - entschiedenen Pall (WM 1958,: 359) o 2«) Es kann dahinstehen, ob der Kläger am Wiederaufbau seiner kriogszerstörten Häuser schon durch eine seit 1945 bestehende Bausperre gehindert war, wie das Landgericht annimmt, oder ob die Verhinderung erst von Ende Sep- tember 1953 an zu rechnen ist, weil der Kläger vorher an einen*Wiederaufbau nicht ernstlich gedacht hat, wie das Berufungsgericht ausführto Keinesfalls kann der Kläger Entschädigung wegen Gewinnentganges fordern, um den es in der Klage ausschließlich geht» Der Senat hat schon wiederholt ausgesprochen, daß Entschädigungsansprüche unter Enteignungsgesicht spunkten Eingriffe in bereits vorhandene konkrete Werte voraussetzon, und daß die Möglichkeit, auf einem von einer Bausperre betroffenen Grundstück erst noch zu errichtende Häuser zu vermieten, einen solchen konkreten Wert nicht darstellt (BGHZ 14, 363, 368; III ZR 160/56 vom 10o Dezember 1957 S,13, WM 1958, 359, 361 - insoweit in DM Nr- 71 zu .Art 14 GG nicht abgedruckt -; III ZB 152/56 vom 24«, Februar 1958 S„ 14; III ZR 89/57 vom 30. sein Grundstück hätte veräußern wollen, so daß auch nicht erörtert zu werden braucht, oh er Entschädigung verlangen könnte, wenn ein solcher Verkauf am Bestehen der Bausperre oder dem Bescheid vom 22» September 1953 gescheitert wäre«