BGH · III ZR 97/53
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
t zunächst beantragt, die Beklagte zur Schadensbetrages von 499?87 DM, eines vom enden- Schmerzensgeldes und einer der Höhe estzusetzenden lebenslänglichen Rente zu rner festzustellen, dass die Beklagte ver-Kläger den infolge des Unfalles entstan-fl noch entstehenden Schaden zu ersetzen« die Parteien ihre früheren Berufungsanträge aufrecht erhalte Das Berufungsgericht hat wiederum unter Zurückweisung:der Anschlussberufung auf die Berufung der Beklagten das land- • gerichtliche Urteil teilweise abgeändert und die Klage in vollem Umfang abgewieseno Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des Klägers, mit der er seine Berufungsanträge weiterverfolgt» Die beklagte Stadt bittet um Zurückweisung % der Revision» and, dass die Beklagte das Schlagloch, durch welches'der Kläger zu Schaden gekommen ist, vor dem Unfall noch nicht beseitigt hatte, hat das Berufungsgericht keine (Haftung gefolgert» Bas erkennende Gericht hat in dem früheren Revisionsverfahren diese Entscheidung gebilligt» In dem hier nachzuprüfenden zweiten Urteil führt das Berufungsgericht aus, dass zu einer anderen tatsächlichen oder rechtlichen Beurteilung auch nach der erneuten "Prüfung kein Anlass bestanden habe» Bas ist nicht zu beanstanden. Eine andere sachliche Entscheidung könnte in der Tat nur dann in Betracht kommen, wenn die neue Verhandlung zu einem anderen als dem bisherigen Ergebnis in tatsächlicher Hinsicht geführt hättet Bas ist aber nicht der Pall„ Bie Revision greift auch das Urteil* des Berufungsgerichts in dem hier behandelten Teil nach keiner Seite hin any In seinem ersten Urteil ist das Berufungsgericht zu dem Ergebnis gekommen, dass der Kläger auch daraus, dass von der Beklagten keine Warntafeln aufgestellt worden seien, keinen Anspruch herleiten könne, und zwar aus folgenden Erwägungens die AufStellung von Warntafein .aus Holz oder von roten Rahnen sei der Beklagten inicht mehr zuzurauten gewesen, nachdem sich -herausgestellt hätte, dass diese Gegenstücke öfters gestohlen worden seieno Ob die Beklagte alles in ^ihren Kräften stehende getan habe, um vor der Gefahrenstelle durch aus Metall hergesteilte Zeichen zu warnen oder die Gefahrenstelle sonstwie zu kennzeichnen, das bräuchte nicht aufgeklärt zu werden: denn eine ff derartige Kennzeichnung hätte nur als War- , Für die Entlastung der Beklagten käme' "es ‘ also auf den Nachweis' an^ dass ihr die Anbringung von Y/arnzeictien nicht möglich gewesen sei., Bis Folgerung des Berufungsgerichts, dass der Beklagten wegen der wiederholten Biebstähle eine Aufstellung von H0I2-tafein oder roten Fahnen nicht mehr zu demutbar gewesen wäre, ha das Revisionsgericht als auf Grund der bisherigen Feststel- In dem angefochtenen Urteil kommt das Berufungsgericht abermals zur Klageabweisung, weil die Beklagte nunmehr auch wiesen habe, dass ihr die Anbringung von Warnzeichen möglich gewesen sei. I.» Soweit der materiell-rechtliche Ausgangspunkt in Betracht kommt; hat es das Berufungsgericht mit Hecht auf die Vorschrift des § 823 BGB abgestellt,, Y/enn die Revision anführt; § 839 BGB sei verletzt worden, so kann ihr nicht zugestimmt werden'; die: V'erkehrssicherungspflicht richtet sich grundsätzlich nicht nach dieser Bestimmung; sondern nach § 823 ’BGB auch hei öffentlichen Körperschaften (vgl BGHZ 9;.. Warnung vor der schlechten Strassenstrek-en treffeo ungsgericht ist zu der Annahme, dass sich astet habe, gekommen, obwohl es selbst ss sie eine "geringe Anzahl, von Achtungs-inige.Reserveschilder" gehabt habe, und dass sich auch die Möglichkeit, dass auf anderen, dem StraSsenbau- Die Revision meint, das Berufungsgericht habe sich damit iber die Vorschrift des § 365 Abs 2 ZPO hinweggesetzt; nach dem Revisionsurteil sei es nämlich daran gebunden gewesen dass eine Entlastung nur dann bejaht werden könne, wenn für. ■Warn schildern oder Tafeln bestanden hätte * Dem kann nicht zugestimmt: werden0 Der Aufhebung des ersten Berufungsurteils; liegt allein ; die rechtliche Beurteilung zugrunde, dass-es nicht richtig sei.,, 3* Der Revision ist aber zuzugeben, dass die Annahme des Berufungsgerichts, die Beklagte habe sich entlastet, ' auch von dem eben umrissenen rechtlichen Standpunkt aus nick, gebilligt werden kann* ^ ' reichend bemüht hat, Blech für die Anfertigung von Warnschildern zu erlangen; aber es bedarf keiner Entscheidung hierüber Ebenso kann offen bleiben«, ob die von der Revision ebenfalls nach mehreren Seiten hin bekämpfte Ansicht; des Berufungsgericht richtig ist, dass der Beklagten kein Vorwurf daraus zu machen ist, dass sie nicht auf die vorhandenen Reserveschilder zurückgegriffen hat, um die Gefahrenstelle auf der hier interessierenden Strasse zu kennzeichnen! Der Ansicht des Berufungsgerichts, dass die Beklagte sich entlastet habe, kann jedenfalls insoweit, als die Möglichkeit in Betracht kommt, durch Holzschilder vor der schlechten Strassenbeschaffenheit zu warnen den0 Ra Mai inde habe auch den Nachweis dafür erbracht, chkeit bestanden habe, aus Behelfsmaterial ufertigeno Bie Revision Wendel sich aber diese Annahmep Sie steht im Widerspruch zu sführungen des Berufungsgerichts in diesem s Berufungsgericht hat der Beklagten aufgege- ;e nicht nachgekommen ist, und führt aus, dass .ichkeit nicht auszuschliessen sei, »dass auf ’assenbauamt nicht unterstehenden ^Lagerplätzen ■; und Verwaltungsdienststellen noch zur Anfertigung von Holzschildern geeignetes Holz oder Behelfsmaterial gewesen istM 0 Ist aber nicht arszuschliessen, dass bei der Beklagten noch Holz für: die Anfertigung von:Schildern vorhanden gewesen ist, dann kann keine Rede davon sein, dass sie den Nachweis erbracht hab^, eine Anfertigung von Holzschildern sei unmöglich gewe-senio Und hat sie von einer zur Erfüllung , ihrer Verkehrs-sicherungspflicht dienlichen Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht, dann kann ihr nicht zugebilligt werden, dass sie . dafür gegebene Begründung - es könne nur eine j geringe Menge von Holz vorhanden gewesen sein und ihre Ver- \ Wendung in 'den anderen Bereichen der Stadtverwaltung nicht j als .ermessensmissbräuchlich bezeichnet werden - ist nicht stichhaltige Weder die tatsächlichen Annahmen des Berufungsgerichts, noeh seine rechtlichen Schlussfolgerungen können Billigung finden, wie der Revision zuzugeben istv Aus der allgemeinen Erwägung, dass in der damaligen Zeit Materialknappheit geherrscht habe, lässt sich nicht folgern, dass das bei der Stadt möglicherweise vorhanden gewesene Holz nur eine "gering* Menge" hatte ausmachen können«, Eine "grosse Menge" war für die Warnschilder an sich nicht erforderlich, selbst wenn man der beklagten Stadt glaubt, dass viele Gefahrenstellen da sen seien« Ohne eine nähere Aufklärung lässt sich nicht n, dass die Stadt alles;in ihren Kräften Stehende und ihr Zumutbare getan habe, um ihrer Verkehrssicherungspflicht zu genügen« E;ür die Annahme des Berufungsgerichts, dass das gewe sage rat für die htrassenangeiegenheiten zuständig war, dass er nicht geprüft habe, ,ob bei anderen Stellen der Stadt Holz vor-handen gewesen .seih rund auf den Gedanken,* aus Behelfsmaterial Schilder anzufertigen, überhaupt nicht gekommen sei, geht das Berufungsgericht gar nicht ein0 Es mag sein, dass dem Zeugen sein Verhalten in letzterem Punkt nicht zu dem Vorwurf gemacht werden kann0 Aus der Aussage- ergibt sich aber die Möglichkeit, dass auch das bei der Stadt viel .Leicht vorhandene Holz nur desweg genommen worden ;en nicht für die Verkehrssicherung in Anspruch ist, weil die verantwortlichen Organe der Beklagten überhaupt nicht auf den Gedanken gekommen sind, den aussergewöhnlichen Verhältnissen mit behelfsmässigen Massnahmen gerecht zu - werden„ Solange aber diese Möglichkeit nicht ausgeräumt 1st, lässt sich nicht sagen, dass die Beklagte alles Erforderliche und Mögliche getan habe, um ihrer ..Verkehrssicherungspflicht zu genügen, und ihr Verschulden verneinen;, c) Nicht zu billigen ist schliesslich auch die Ansicht des Berufungsgerichts, dass selbst beim Vorliegen eines Verschuldens der Organe der Beklagten der Kläger deshalb keinen Anspruch unter dem Gesichtspunkt, dass Holzschilder nicht angefertigt worden seien, herleiten könnte, weil hei einem llllip auf dessen Aussage das angefochtene Urteil verweist, hat nach der Vernehmungsniederschrift etwas derartiges nicht bekundet0 Er hat, wie schon erwähnt, bekundet, zu der Frage, ob Holz ausserhalb seines Bereiches vorhanden gewesen sei, "nichts sagen", zu könneno Solange kein Überblick über die Menge des vorhanden gewesenen Holzes gewonnen war, hätte der Zeuge auch gar nichts bekunden können,; dass vor der IJnfallstelle kein Schild aif$e-stellt worden wäre* denn möglicherweise hätte das. Material für alle Bedürfnisse genügt, und somit auch für die Strasse, die bei der- Stadtverwaltung auf Grund der Einteilung der Strassen durch die Militärregierung nicht als besonders wichtig angesehen wurde* Dass vordringlichem Aufgaben das etwa vorhandene Holz ganz beansprucht hätten, ist von der Beklagte etwas Neues zu ihrer Entlastung nicht mehr vortragen dürfe0 Ob dem Klager der geltend gemachte Anspruch zuzusprechen ist, hängt nicht allein davon ab, ob sich die Beklagte entlasten kann oder nicht* Vielmehr kann es selbst bei Bejahung eines Verschuldens der; Beklagten, das nach Sachlage nur gering sein könnte, auf Grunfl des § 254 BGB zur Klageabweisung kommen* Bas hängt, wie schon] in dem ersten Revisionsurteil dargelegt, im;wesentlichen von dem Grade der Verursachung des Unfalls durch die beiden Par-