* Auf prinzlaw.com finden Sie die Webseite der vom Medienrechtsanwalt Prof. Dr. Matthias Prinz gegründeten Kanzlei. Dies hier ist die davon unabhängige und eigenständige Webseite von Rechtsanwalt Matthias Prinz mit Kanzleisitz in Mainz.ok

BGH · 11 U 149/98

Gericht: BGH · Aktenzeichen: 11 U 149/98

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Senats für Baulandsachen des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts in Schleswig vom 23. Jedenfalls ist diese Frage dann in der Revisionsinstanz nicht mehr zu prüfen, wenn bis zu dem Abschluß des Berufungsrechtszuges keine der Parteien die Auffassung vertreten hat, die Klage richte sich gegen einen unwirksamen Vollstreckungstitel (Senatsbeschlüsse vom 6. Auch im übrigen weist das angefochtene Urteil keine Rechtsfehler zu dem Nachteil der Beklagten auf.Rinne Kapsa Streck Galke Schlick

Zitierte Normen: § 97 ZPO
RinneFrageGalkeZPOBGHZRevision

Volltext der Entscheidung

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 30. November 2000 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Rinne und die Richter Streck, Schlick, Dr. Kapsa und Galke
 beschlossen:
Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Senats für Baulandsachen des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts in Schleswig vom 23. März 2000 - 11 U 149/98 "Baul." - wird nicht angenommen.
Die Beklagte trägt die Kosten des Revisionsverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).
Streitwert: 12.874.540 DM.
Gründe
 Auf die von der Revision aufgeworfene Frage der Formwirksamkeit des Prozeßvergleichs vom 7. Februar 1994 kommt es nicht an.
Das erforderliche Rechtsschutzbedürfnis für die vorliegende Vollstrek-kungsgegenklage ist selbst dann nicht zu verneinen, wenn der Klägerin gegenüber der von der Beklagten angedrohten Zwangsvollstreckung aus dem Vergleich der grundsätzlich billigere und einfachere Weg der Klauselerinnerung
 
(§ 732 ZPO) zur Verfügung gestanden haben sollte. Es kann offenbleiben, ob und inwieweit im allgemeinen die Vollstreckungsfähigkeit eines Titels im Hinblick darauf, daß sie mit der Vollstreckungsgegenklage nicht zu überprüfen ist, überhaupt als Zulässigkeitsvoraussetzung angesehen werden kann (vgl. zu diesem Fragenkreis BGHZ 118, 229; BGHZ 124, 164, 168 ff; BGH, Urteil vom 21. April 1999 -VIIIZR 110/98- NJW-RR 1999, 1080 m.w.N.). Jedenfalls ist diese Frage dann in der Revisionsinstanz nicht mehr zu prüfen, wenn bis zu dem Abschluß des Berufungsrechtszuges keine der Parteien die Auffassung vertreten hat, die Klage richte sich gegen einen unwirksamen Vollstreckungstitel (Senatsbeschlüsse vom 6. Oktober 1988 - III ZR 4/88 - und vom 20. Dezember 1990 - III ZR 366/89 - BGHR ZPO § 732 Abs. 1 Vollstreckungsabwehrklage 1 und 2).
Auch im übrigen weist das angefochtene Urteil keine Rechtsfehler zu dem Nachteil der Beklagten auf.
Rinne
 Kapsa
Streck
 Galke
Schlick