BGH · III ZR 87/51
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b) Ein iVThnraum kann nicht durch blosse ^Ban-Part elver einbar ung zur V erkv; ohnung wer den Es kommt; nur darauf an, ob er der Unterbringung von Betriebsangehörigen zu dienen be-stimmt ist 1 'Solange diese Zweckbestimmung er : halten bleibt-, verliert der Raum seine Eigen Schaft als Werkwohnung auch nicht schon dadurch, daß er an einen Betriebsfremden verm tet wird« enats des Schlecwig-Ho ichts in Schleswig vom wird Die Klägerin mietete durch schriftlichen Vertrag vom 7«/2'm Juni 194~ von dem Oberfinanzpräsidenten Schleswig-Holstein in Eiei, vertreten durch den Vorsteher des Finanzamtes in Rendsburg; als Treuhänder für das Vermögen der früheren deutschen Wehrmacht eine Reibe von Säumen in ehemaligen I,Iannschaftshaus IV der WflBBPBkaserne in RflBMH ” 2um Zweche der Unterkunft für ihre Gefolgschaftsmitgliecier und Einrichtung von Wer stattenn (§ 1 des Vertrages). Die Klägerin unterhält in den gemieteten Ep um en einen Fabrikationsbetriebs einen Teil der Räume verwendet sie zur Unterbringung von Gefolgsehaftsmitglieaern« Einen dieser Räume mit einer Grundfläche von .rund 40 qm vermietete die Klägerin in ITovenber mit Vis sen des Finanzamtes in,Rendsburg Kaufmann ca Ir dem sie dai düng stando D4HBHfc benutzte; den sich und seine:Familien Als im 1k liehen Beziehungen zwischen'der E]ä; gebrochen wurden; kündigte sie Di wWHffdrtizog im August:1948 aus: riehtigte vor seinem Auszug hiervon das V,ohnungsamt der Beklagten. beschloß weiter, in das Bimmen, die Familie des nicht bei der Klägerin beschäftigten Arbeiters IflHHHMHP einzuweisen o Dieser 'Beschluß des Wohnungsausschusses wurde am 30o August 1943 von dem Senat der Beklagten bestätigt Der Klägerin wurde‘dieser Beschluß mit einen am 15- September 1948 abgesandten Schreiben mitgeteiltk In diesem Schreiben heißt es weiter : 11 Sie werden gebeten, der arten von es Zimmer auf Art VIII des Kontröllratsgesetzes Nr 18 Bezug ge-nommen, ausserdem enthält die Verfügung folgende vor-gedruckte Bestimmungen: "Sie haben unverzüglich den Zugewiesenen die Be nutzung der oben genannten Räume zu gewähreny Mit dem Zugewiesenen wollen sie innerhalb 15 Tagen nach Zuzug einen Mietvertrag abschliessend Kommt der Vertrag nicht zustande, so kann das Wohnungsamt ihn festsetzen. Amtsgerichts in Rendsbu Die Räumungsklage stützte die Klägerin lungsverzug auch darauf, daß es sich bei dem von I (SflflBBl bewohnten Raum um einen Werkraum handle, den die Klägerin zu ihrem eigenen Bedarf benötige und der nicht der Beschlagnahme durch das Wohnungsamt unterliege0 Dagegen sei die Klage deswegen begründet Ui age rin dargetan habe, dass sie den in Kroge stehenden Raum für ihren Angestellten SfiHBff benötige,und zwischen den Parteien unstreitig sei, dass es sich bei dem Raum uro eine Werkwohnung handlet das Urteil des Landgerichts abgeändert und die Beklagte rerar teilt, an die Klägerin i31 -2-i DU nebst linsen zu ahien Die Beklagte verfolgt mit der Revision ihren Klage ahweisungsen trag weiter, nährend die Klägerin um Zurück Vermieter ein llietausfall ' be^L c ?•" un<^ ^-sss in diesem Falle die. 1, Das Berufungsgericht kommt auf Grund der Würdigung der Bestimmung des § 1 Abs i des Vertrages zwischen der Klägerin und dem ..Oberfinanzpräsidenten zu dem Ergebnis, dass es sich bei der an IflHHHMBI zuge- . ' iergegen wendet sich die Revision mit dem - an sich zutreffenden - Hinweis darauf, daß eine Wohnung nicht durch bloße Parteiabrede den Charakter einer Werkwohnung bekommen könnet aus dem Urteil des Berufungsgerichts ist jedoch nicht zu entnehmen, daß das Berufungsgericht von dieser Annahme ausgegangen wäret Das angefochtene Urteil: beruht ersichtlich auf der Erwägung, daß eine Werkwohnung eine solche Wohnung ist, die die Zweckbestimmung hat, auf Grund eines bestehenden Dienst - oder ArbeltsVerhältnisses einem Betriebsangehörigen überlassen zu werden (§;20 SchlH DG zu dem WohnG), Ob das Gebäude, in dem sich die Wohnung befindet, im Eigentum des BetriebsInhabers steht, oder ob sie von ihm geistet ist, um darin;betriebsangehörige Personen unterzubringen,. Die Peststellung, daß die an lukaschewski zugewiesene Wohnung zur Unterbringung von Betriebsangehörigen der Klägerin best war, hat das Berufungsgericht ausdrücklich getroffe Das Berufungsgericht war nicht gehindert, zu dieser Feststellung .durch Auslegung des zwischen der Klägerin und dem Oberfinanzpräsidenten abgeschlossenen Mietvertrages zu gelangen .V .Da in § 1 Abs 1, des Vertrages ausdrücklich-'-vorgesehen ist , • daß ■ die Räume .zu dem "Zwecke der Unterkunft für hie Gefoigsehaftsmitglieder der Klägerinund.. Dadurch, dass die Klägerin den Raum an den nicht betriebszugehörigen selbständigen Kaufmann Df Bf vermietet hatte, hat er, wie das Berufungsgericht mit Recht annimmt,, seine Eigenschaft als Werkwohnüng nicht verloren Ob die .Vermietung an den betriebsfremden Kaufmann TWth MBB geeignet war, einen Dauerzustand zu, schaffen';, -wie die Revision 1 reu isr vu 'c.niaend, Koni den für die Revisionsinstanz bindenden Feststellungen des Oberlandesgerichts blieb trotz der Vermietung an U$BBB die.Zweckbestimmung des Raumes zur Unterbringung von Betriebsangehörigen erhaltene Hierauf kommt es aber.nach dem oben. Ohne Bedeutung ist es daher auch, ob der Oberfinanzpräsident lediglj-ch eine einmalige nur für eine begrenzte Zeit geltende Genehmigung zur Unterbringung eines Betriebsfremden m einem de Klägerin vermieteten Raum erteilt hat, oder ob, wie cue j Revision behauptet, insoweit eine dauernde Abänderung^ J des Vertrages erfolgen sollte. 2o Daraus, dass es sich nach den.bedenkenfreien Feststellungen des Berufungsgerichts hei .dem streitigen Wohnraum um eine,Werkwohnung handelte, ergibt sich noch nicht, daß schon seine Erfassung unzulässigvgewesen wäre. II 6)o Dagegen hat das Berufungsgericht mit Recht die Zuweisung des Raumes an den betriebsfremden Lukaschewski für rechtswidrig gehalten. Eine ausdrückliche Vorschrift über die Zuteilung von Werkwohnungen ist zwar in dem die Zuteilung freien Wohn-raums regelnden Art VIII WohnG nicht enthaltenk;Doch finden sich bereits in den Richtlinien Nr 9 der Militärregierung zu dem -Wohnungsgesetz Nr 18 (Homing Direktive) vom 30, Oktober 1946 (abgedruckt bei Bettermann-IIaarmanns Schnellkartei des Y/ohhungs rechts'unter B T 201} Bestimmungen «Über die-'Zuweisungyyon -Y/erkwohnraunder grundsätzlich solchen Personen zuzuweisen ist-* die gegenwärtig bei dem Unternehmen arbeiten,.. i zu demi Vollzug des Wohnungsgesetzes können gemäß Art I |bs 3■ WohnG von den deutschen Wohnungsbehörden erlas 3 werden, and zwar auch in der IPoim /on Durclixün rungsverordnungen oder ~ Gesetzen zun Wonnungsgeseoz (Estt ermann—Haarmann: Das ölt entliehe d oh nungs,recht 5„ Teil B III, 2 d, Anm 544 i) = Sine solche; demnach zulässige landesgesetzliche Bevorzugung der werksangenö-rigen hinsichtlich der Zuteilung von gewissen Werkwoh-nungen'enthalten §§ 20- 21 SchlH DG zturi KRG Nr 18» Nach diesen Bestimmungen darf das Wohnungsamt u a "Räume, die nach Rechtsgeschäft für Angehörige eines bestimmten B triebes zur Verfügung zu halten sind" erst dann Betrie fremden zuweisen, wenn es den Verfügungsberechtigten au gefordert hat, einen betriebsangehörigen Wohnungssuchen den vorzuschlagen, und der Berechtig^8 dies nicht inner halb einer Frist von zwei Wochen nach /. Biese Vorschriften werden von den Berufungsgericht dahin ausgelegt, von einem Betriebsinhaber gemietete Rau me seien dann als den Bestimmungen der §§ 20, 21 unterliegende Werkwohnung anzusehen, wenn der Betriebsinhäber in dem zwischen ihm und ,dem Vermieter der Räume abgeschlossenen Vertrag verpflichtet worden ssi5 die gemieteten Räume für seine Betriebsangehörigen zur Verfügung zu halten,, Die Richtigkeit dieser Auslegung der genannten Bestimmung ist in der Revisionsinstanz nicht nachprüfbar Denn entgegen der Ansicht der Revisl0n harn die Verletzung von Vorschriften des nur in Schxesy/ig-J ölst ein geltenden Landesrechts nach § 549 ZPO nicht gerügt werden» Selbst wenn das Burchführungsgeset2? .• Der in BGHZ 3, 82 ff abgedruckte Beschluß des IIa Zivilsenats enthält nicht eine Nachprüfung der Auslegung, die das Kammergericht dem Eerliner Recht gegeben hatte., Auch dies beruht aber nicht nur auf einer.Übernahme einzelner Gesetzesvorschriften durch den Gesetzgeber eines anderen Landes, sondern darauf, daß es sich sachlich um die Anwendung und Auslegung allgemeiner Versicherungsbedingungen handelte, die für Versicherungsanstalten des öffentlichen Rechts den gleichen Inhalt haben wie für private Versicherungsunternehmer und die nur.ausnahmsweise in der Perm'eines Gesetzes ergangen waren. Die Auslegung des § 1 Abs 1 des Mietvertrages zwischen der Klägerin und dem C-berfinanzpräsidenten durch das Berufungsgericht, das angenommen hat, die Klägerin habe sich dem Oberfinanzpräsidenten gegenüber verpflichtet, in den Mieträumen, soweit sie sie nicht als Werkstätten benötigte, nur Betriebsangehörige unterzubringeiijj verstößt weder gegen den Worblaut noch gegen cei Sinn .dieser Vertragsbestimmung ’und ist daher für. iJll Mi sm Es unterliegt daher keinen Eedenken fungsgericht angenommen hat, das Wohnung Wohnung an den betriebsfremden iflHHMM dürfen, ale bis es die Klägerin LG zu dem WohnG aufgefordert hatte tuwers en 21 SchlH VIII Abs 2 e WohnG erlischt allerdings ein vor der Erfassung begründetes Rechtsverhältnis, insbesondere ein Mietvertrag Teer die Benutzung des erfassten Wohnrauiss, spätestens mi t dem Inkrafttreten eines nach den Vorschriften des; Art VIII Abs 2 WohnG abgeschlossenen neuen Rechtsverhältnisses□ Trotzdem ist der Mietvertrag zwischen der Klägerin und dem Öberfinc.nz-präsidenten auch hinsichtlich des dem IflMIHHl zugewiesenen Raumes nicht hinfällig geworden« Die Vorsehrift des Art VIII Abs 2 e WohnG, die nicht zwingenden Rechts ist (Hans Art VIII Anm VII i), ist hier schon deshalb nicht anwendbar, weil kein Vertrag zwischen dem Vermieter der Räume, den Oberfinanz Präsidenten, und iJIHSHSHB H§ abgeschlossen oder ^ctgesers > is* T vs 7,"cd uruigca* t hat vielmehr, wozu es berechtigt war (Hans Art VIII Am III 7)- den Raum bei der Klägerin als Mieterin des Raumes in .Anspruch genommen und den Abschluß eines ün terror et-• Lurch die Vereinbarung eines üntermietverhältnisses wird aber das bisherige Vertragsverhältnis zwischen dem Vermieter und dem Hauptmieter nicht .berührt (§ 23 Abs 2 SchlH DG- zu dem WohnG)., so dass also der Vertrag zwischen dem Oberfinanzpräsidenten und der Klägerin auch hinsichtlich des hier in Frage stehenden Raumes in Kraft geblieben ist- . IIIo War hiernach die Zuweisung des Mieters durch die gesetzlichen Vorschriften nicht gedeckt, so stellt der dadurch verursachte llietausfall für die Klägerin ein besonderes Opfer dar, das über die durch die gesetzliche Regelung geschaffene Inhaltsbegren zung ihres Rechts an den-gemieteten Räumen hinausgeht und das die Klägerin ungleich schwerer trifft als andere •Sie kann daher von der Beklagten, die durch den Eingriff begünstigt ist, ohne Rücksicht auf das Vorhandensein eines .Verschuldens Ersatz für den entstandenen Ausfall for dem o : 1c Die Beklagte.bestreitet den Eintritt eines Ausfalls mit der Begründung, die Klägerin habe bisher überhaupt keinen Betriebsangehörigen namhaft gemacht, der bereit und in der Lage gewesen wäre, den Raum etwa bis Mitte September 1948 zu. Die Möglichkeit, daß in dem nicht grossen Betrieb der Klägerin alle Betriebsangehörigen ein besseres Unterkommen als diesen Raum gehabt haben, habe nahe gelegen! Darin, daß das Berufungsgericht diese Möglichkeit nicht geprüft habe, liege eine Verletzung des § 286 ZP0„ Diese Rüge greift nicht durch, In dem angefochtenen Urteil ist allerdings kein Betriebsangehöriger der Klägerin, den die Wohnung damals hätte EUgewiesen werden könnend dem Hamen nach bezeichnet wordene In den Urteil . au s dieser offenkundigen Tatsache den Schluß zu ziehen,:daß auch:ein wenig umfangreicher-Betrieb wie 'der der Klägerin angesicnl der in allen Kreisen herrschenden Wohnungsnot einen den Vorschriften des § 20 Abs 1 SchlH DG zuin WohnG entspr chehden betriebsangehörigen Wohnungssuchenden gefunden und benannt hätte, wenn eine Aufforderung zur Ausübung dieses Ycj.sc! gewiesenen ein .Untermietverhältnis'' Art Till „,nzi III 7'S , Kitte oicL dii einen derartigen Vertrag mit September 1948) hat sie es sogar getan, 1 aber trotz der Weigerung der Klägerin in den Raum eilige zogen - so hätte das Wohnungsamt gemäß Art VIli Abs 2 c WohnC eine Verfügung erlassen können, die die Wirkung eines auf freiwilliger Vereinbarung der Karteien beruhenden Mietvertrages gehabt hätte (Hsus Art VIII Ann VI ^„ Angesichts des von dem Wohnungsamt eingenommenen Standpunktes kann hier kein Iweifei daran bestehen, dass das Wohnungsamt von seiner Befugnis zu dem Abschluß eines Iv.angs untermiet -Vertrages Gebrauch gemacht hätte, wenn die Klägerin sich ; mit dei duren den eigenmächtiger, Einzug des IdHBBMMHHMl entstandenen tatsächlichen löge nicht wohl eder übel abgefunden hätte .1 Im Übrigen würde angesichts der von dem tf Berufungsgericht ausdrücklich festgestellten ausser ordent-1 Es liegt auf der Hand, daß ein Mieter, der mit Mietzahlungen im Rückstand ist, ohne Zwangsvollstreckung irgendwelche Abzahlungen nur so.-lange, leistet, als er: sich:-noch in der Wohnung befindet, und die Hoffnung hat,, durch diese Zahlungen die Räumung hinauszuzögern.. Auch wenn daher der Meinung der Revision gefolgt würde, der Betrag von 66,30 DM entfalle nicht auf die Monate November und Dezember 1948, sondern auf eine Zeit nachher Verkündung des Räumungsu.rteils oder nach dem Ablauf der Räunungs-frist, so würde das Ergebnis sich nicht ändern. Der Rückstand blieb während der ganzen Zeit im 'wesentlichen gleich hoch, und wenn die Klägerin wirklich eine frühere Räumung hätte erzwingen können, so ist nichts dafür • dargetan, daß der in diesem Zeitpunkt vorhandene Rückstand von IJttHHHSS gezahlt worden wäre. Deshalb hat das Berufungsgericht mit Recht den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Einweisung und dem schliesslich verbliebenen Rückstand bejaht,_ . 4. Ob dem Entschädigungsanspruch ein mitwirkendes Verschulden des Betroffenen entgegenstehen würde, bedarf keiner Entscheidung„ Daf unstreitig das Wohnungsamt der Klägerin erklärt hatte, es könne Lukaschewski keinen'Ersatzraum zuweisen, so kann auch ein Verschulden der Klägerin nicht darin gesehen werden, daß sie nach Ablauf de Räumungsfrist keine weiteren Versuche zur Vollstreckung des Räumungsurteils unternommen hat.