BGH · III ZR 81/56 vom 28.01.1958
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April 1949 reihte; der Sonderbeauftragte für die Entnazifizierung den Kläger im Y/ege der erneuten (periodischen) Überprüfung in Kategorie IV ein mi-c dem Zusatz? Der Kläger ist der Ansicht, ihm stehe das Ruhegehalt auch für die Zeit vor dem 1. Er hat zunächst Klage auf Zahlung eines Ruhegehalts - Teilbetrages von 400 BI für die Zeit vor dem W September 1950 erhoben und ursprünglich beantragt, das beklo0te Land zu verurteilen, an ihn 400 DH nebst 4 Zinsen seit Klagezustellung zu zahlen. Das beklagte Land hat um Klageabweisung gebeten und geltend gemacht, daß dem Kläger ein .Anspruch auf Ruhegehalt rar die Zeit vor dem 1, September 1959 nicht zusteheo Das Landgericht hat die Klage abgewiesen* Hiergegen hat der Kläger Berufung eingelegt und unter Erweiterung seiner Klage nunmehr Zahlung eines Ruhegehalts von monatlich 303?68 301 bzv/.. 1 * Das Berufungsgericht führt zutreffend aus, daß für die vor dem 1* September 1954 erhobene Klage der Rechtsweg vor dem Zivilgerichfc noch gegeben ist (§§ 180, 206, 219 LBG - HRW) 9 die Voraussetzungen des § 145 DBG (§ 206 LBG) im Hinblick auf den Vorbescheid des Landesinnenninisters vom 21* Juni 1953 erfüllt sind und die Entlassung11 des Klägers nach 1945 rechtlich nur eine "Suspendierung” aus dem Amt auch darstellte, OJme Rechtsirrtum geht der Vorderrichter/davon aus, daß der Kläger, da ihm ein Ruhegehalt für die Zeit vom 1* März 1948 bis 31. Somit kann der Kläger Versorgungsansprüche für die vor dem 1« April 1951 liegende Zeit angesichts der solche Ansprache ausschließenden, vom Senat in ständiger Rechtspre-;3 chung für Ralle der vorliegenden Art als gültig angesehene Vorschrift des § 77 G 131 nur dann mit Erfolg geltend machen1] wenn besondere landesrechtliche Vorschriften ihm Ansprüche dieser Art ausdrücklich gewahren oder wenn diese Ansprüche auf eine zu seinen Gunsten getroffene! 2« Das Berufungsgericht wendet zwar § 77 G 131 grundsätzlich auf die Ansprüche des Klägers aus seinen früheren Dienstverhältnis an, meint jedoch, eine dem Kläger günstige-] re Regelung im Sinne des § 63 Abs, 3 Satz 2 G 131 liege darin, daß die von der Besatzungsnacht nach 1945 getroffene Regelung (l)inanztechnische Anweisung 1fr, 88 und die grundsätzliche Stellungnahme der BritllilRcg von 3. Diese 11Gewährungw des Ruhegehalts durch die genannte besatzungsrechtliche Zv;ischenregelung sei gemäß § 6‘3 Abs- 3 Satz 2 GM31 trotz dessen § 77 bestehen geblieben,, Demi nach dem Sinn dieser Bestimmungen sei es gleichgültig, ob derartige Ansprüche neu normiert oder die der alten Regelung entsprechenden Ansprüche nur erneut bestätigt worden seien» iäbenso sei es gleichgültig, ob die "Gewährung" derartiger Ansprüche von den nac)'» 19<5 neu entstandenen Ländern oder ihren "Rechtsvorgängern", den Organen der Besatzungsmacht ausgegangen sei» Auf jeden Pall sei auch die Verordnung der Landesregierung NRW über die politische Überprüfung der Versor-gimgsberwchtigten vom 23, Juni 1948 (GV Bl * NRW S» 127* 138) als eine dem Kläger günstigere londesrcchtliche Vorschrift im Sinne des 5 63 Abs, 5 G 131 insofern ansusehen, als sie das "materielle Recht" der genannten besatzungsrechtlichen Zwischenregelung in eigener Passung neu formuliert und erneut zu dem Ausdruck gebracht habe, daß Versorgungsansprüche unter bestimmten Voraussetzungen begründet sein sollten» xiärz 19*19 (GVB1 - NRW S* 25) habe die "Normen" der besatzungsrechtlichen Zwischenregelung und die Verordnung vom 28« Juni 1948 nicht aufgehoben, sondern grundsätzlich bestehen lassen und nur die nach der "bestehenden bisherigen Regelung" gegebenen Ruhegehaltsansprüche zu dem Teil anders bemessen. SparVO selbst keine Ansprüche für Ruhestandsbeernte "begründet" habe, sondern der "bisherigen Regelung" die Bedeutung einer "Begründung von Versorgungsausprüchen durch ein nach 1945 normiertes Recht" beilege» Auszugehen ist davon, daß eine günstigere Kegelung im ' Sinne des § 63 Abs.3 Satz 2 G 131 nur dann vorliegt, wenn eine besondere landesrechtliche Vorschrift dem Kläger ausdrücklich einen Ruhegehaltsanspruch . 88 und die grundsätzliche Stellungnahme der BritMilReg vom 3- April] 1947 materielle Rechtsnormen nicht darsteilen5 für den Bestand oder Hichtbestanö von Rechtsansprüchen ohne jede Bedeutung sind und daher keine Rechtsgrundlage im Sinne des § 63 Abs.3 G 131 für Gehaltsansprüche bilden können» Von dieser Auffassung abzuweichen, besteht im Hinblick auf die Ausführungen des Berufungsgerichts kein begründeter Anlaß« Ferner ist bereits in diesem Urteil dargelegt, daß mit dem auch hier vom Vorderrichter flir seine gegenteilige Rechtsauffassung herangezogenen Urteil des Senats vom 23. Juni 1953 - III ZR 333/51 - nicht ausgesprochen werden sollte.-daß die angeführten besatzungsrechtlichen Bestimmungen eine eigene und selbständige Rechtsgrundlage für geltend gemachte Versorgungsansprüche bilden. 138) eine positive Bestätigung oder Gewährung von Ruhegehaltsansprüchen im Sinne des § 63 Abs« 3 Gr 131 ebenfalls nicht enthält und daran auch § 7 der Ersten SparVO nichts geändert hat (vgl, das genannte Urteil vom 5« April 1956 S» 6, 7 mit weiteren Nachweisen - insoweit bei LM aaO nicht abgedruckt). SparVO selbst für den Kläger eine anspruchbegründende günstigere Regelung im Sinne des § 63 Abs, 3 Satz 2 G 131 ergibt, muß schon aus folgenden Erwägungen verneint.werden; noch zu prüfen, ob die im Y/ege der periodischen Überprüfung am 25.- April 1949 erfolgte Einstufung des Klägers in Kategorie IV eine andere rechtliche Beurteilung zuläßt* Hierzu 1 .' hat labor § 0 tfor'la SparVO bestimmt, daß eine Verbesserung der ICategorisierung im Wege der - wie hier - periodischen Überprüfung, also auch die Einstufung des Klägers von Kategorie III in Kategorie IV Ansprüche nach der 1, SparVO nicht auslöse, Baß diese Bestimmung als rechtsgültig anzusehen ist, hat der Senat in seinem wiederholt erwähnten Urteil vom 5c April 1956 (LM Nr, 2 zu Ein^nztechn, Anweisung) ebenfalls schon ausgeführto Deshalb bedeutet der Zusatz in dem neuen Kategorisierungsbescheid vom 25* April 1949? daß trotz der Einstufung in Kategorie IV eine Zahlung von Ruhegehalt nicht erfolgen dürfe, im Blick auf die 1. erhielt, über diese ausdrückliche Zurückdatierung hinaus rückwirkend Rechtsansprüche des Beamten nicht begründet hat und nicht begründen wollte, hat der Senat in seinem (nicht veröffentlichten) Urteil vom 5o April 1956 - II.X ZR 182/54 5 mit näherer Begründung ausgeftihrt. 4® Eine den Kläger begünstigende Einzelmaßnahme im Sinne des § 63 Abs, 3 Satz 3 GM 31 ist nicht ersichtlich. August 1950 dem Kläger oder auch nur anderen in gleicher tage wie der Kläger sich befindenden Ruhestandsbeamten Ruhegehaltszahlungen geleistet oder zugesagt habe, wird vom Kläger selbst nicht behauptet, Bie am 25 c April 1949 erfolgte Einstufung des Klägers in die Kategorie IV kann aber als reine Entnasifizierungsmaßnalime nach dem Gesagten eine Einseimaßnahme im »Sinne des § 63 Abs, 3 , 5« Hach alledem liegen weder den Klager günstiger stellei-de allgemeine Regelungen noch derartige Einzelmaßnahmen im Sinne des § 63 Abs.3 0 131 vor, so daß der Anspruchsausschluß des § 77 Gr 131 für den Klägeanspruch des Klägers auf Ruhegehalt, der die Zeit vor dem 1® April 1951 (hier? terimgeri des Berufungsgerichts zur Frage der Wirksamkeit oder Nichtigkeit der "Aberkennung des Anspruchs auf Ruhegehalt” durch die erste rechtskräftige Einstufung des Klägers nach Kategorie III vom 15. lenn mit Rücksicht auf die hier anzuwendende Vorschrift des § 77 G 151 ist nur die Krage zu stellen, ob und gegebenenfalls durch welche Regelung oder Binzeimaßnahme für den»Kläger entgegen § 77 G 151 Rechte oder Ansprüche begründet worden sind, nicht aber, .ob und durch welche anderen Maßnahmen dem Kläger ein Anspruch auf Ruhegehalt "aberkannt” worden ist oder werden konnte« Es bedarf deshalb auch keines Eingehens auf die weiteren Ausführungen des Berufungsrichters, mit denen er sich damit auseinandersetzt, warum die Vorschriften der 1, SparVO und der Verordnung zu dem Abschluß der Entnazifizierung vom 28, August 1949 (GVB1 - HRV/ S* 255) dem geltend gemachten Ruhegehaltsanspruch des Klägers nicht entgegen stünden* Sonach erweist sich die Klageforderung als unbegründet mit der Folge, daß auf die Revision des beklagten Landes die Berufung des Klägers gegen das klageabweisende landgericlitliche Urteil zurückzuweisen und die in der Berufungsinstanz erwei-